19.07.2010 – Kinect-Event in Wien!
Wohl nur für GelegenheitsspielerBedenken? Nun, um es klipp und klar hinauszuposaunen: In seiner derzeitigen Form scheint das ehemalige Project Natal keine wirkliche Erweiterung für die Core-Gamerschaft zu sein. Die Tech-Demos wie etwa das „Project Milo“ mit dem interaktiven, lebendig wirkenden Jungen, wo schon vielsagend in Richtung „Fable III“ geschielt wurde, sind alle erst mal in die Schublade gewandert: Spieler von vier Jahren aufwärts werden mit Kinect angesprochen. Wie im Trailer ersichtlich, lässt sich viel steuern: Rennwagen durch ausgestreckte Hände, ein Hunde-Parcours oder ein Hürdenlauf mit dem Laufen am Stand, diverse Loren und Geschicklichkeitsspiele durch Ausweichen und Lehnen nach links und rechts – doch das Spiel-Feeling der alten Garde wird dieser Umstand nicht gerade bereichern.Es wirkt eher so, als ob Kinect eine Option für Eltern wäre, ihre Kinder auszupowern und danach ohne Widerstand ins Bett bringen zu können, anstatt dem „reiferen“ Spieler Unterhaltung für eine halbe Nacht oder gar mehr zu bieten. Es wirkt übertrieben, sich eine Mehrspieler-Partie vorzustellen, die wild hüpfend und winkend für länger als eine halbe Stunde durchhält – hierbei sind die Konkurrenten Wii und PlayStation Move bestimmt attraktiver. Hinzu kommt noch, dass die Verzögerung zwischen Bewegung und tatsächlicher Aktion im Spiel ziemlich merkbar ist: Liegt dies nur an der Software, oder ist dies ein Leiden, das uns durch die gesamte Welt der Kinect-Bewegungssteuerung begleiten wird? Wir können zur Zeit nur auf Ersteres hoffen, denn wenn die Verzögerung so bleibt, wie sie ist, kann sie Controller-geeichten Spielern über kurz oder lang auf die Nerven gehen. Stärken und SchwächenWie vorhin schon angesprochen: Für Spieler, die frisch ins Genre begleitet werden und keinerlei Eingabegeräte gewöhnt sind, kann Kinect sehr sinnvoll wirken. Ohne große Eingaben und Kalibrierungen können sich zusätzliche Spieler in das laufende Spiel einklinken und ebenso locker wieder aussteigen, einfach, indem Sie von der Kamera wegtreten und aus ihrem Sichtbereich bleiben. Dieses Drop In/Drop Out-Verfahren macht Sinn und ist unkompliziert, weiters scheint auch der Preis sich auf lange Sicht zu rentieren: Während Sie bei Move und der Wii im schlimmsten Fall für jeden Spieler einen Controller benötigen und dieser extra zu kaufen ist, reicht bei Kinect die Kamera aus, da ansonsten keine Peripherie mehr benötigt wird.Die Nachteile sind offensichtlich: Da kein Eingabegerät vorhanden ist, gibt es auch nichts, das Ihnen Rückmeldung über eine Eingabe verschaffen könnte (ausgenommen akustisch). So werden Spiele-Abende zwar kalorientechnisch wertvoll, aber für die Bewegungsfauleren ist Kinect ein No-Go, da nicht nur unterstützend, sondern ausschließlich mit Sport gesteuert wird. Der Platz, den Sie insbesondere im Mehrspieler-Modus benötigen, ist immens, und nicht jeder hat eine (portable) leere Halle zur Verfügung. Wie das Gameplay aussieht, sehen Sie in folgendem Video: Kinect-Gameplay - WATCH IN HD ZusammenfassungFür Gelegenheitsspieler – man kann es gar nicht oft genug sagen – dürfte Kinect ein guter Kaufgrund für die Xbox 360 werden. Alle, die sich nicht mit starren Controllern anfreunden können oder wollen, haben hier eine ideale Gelegenheit, den ersten Schritt zu wagen. Core-Gamer werden mit einigen Details unzufrieden sein, doch es ist nicht zu bestreiten, dass einem beim Spielen das Lächeln nicht aus dem Gesicht geht. Probespielen lohnt sich, und wer sich dann für Kinect entscheidet, hat ein Allround-Paket: Prädestiniert für Tanz-, Yoga- und Bewegungsspiele ist es für alle Altersklassen einen Blick wert. |