24.07.2009 – Top 10 - Schurken in Videospielen
Nazizombiealien-AlarmOb PC oder Konsole, in der virtuellen Welt warten nicht nur freundlich gesinnte Gesellen auf den Spieler. Im Gegenteil, meistens scharren wahre Gegnermassen in den Startlöchern, um dem Gamer das Leben schwer zu machen. Ratten und Wölfe zählen da noch zu den harmlosen Begegnungen.Oben genannte Tiere sind wohl die Klischeegegner in Rollenspielen schlechthin, dennoch fristen sie ein wahrhaft glanzloses Dasein. Selbst gegen die schmächtigste Spielfigur können sie nichts ausrichten, ernst genommen werden sie daher – wenn überhaupt – nur in der ersten Spielstunde, solange ihr Tod wenigstens ein paar Erinnerungspünktchen verschafft. Später werden sie üblicherweise von Wildschweinen, Skeletten, Orks, Gnomen, Drachen und Dämonen abgelöst, die das Rollenspiel-Genre als übliche Verdächtige fest in ihren Klauen halten. Über solche Begegnungen können Survival-Horror- und Shooter-Spieler oft nur müde lächeln. Für sie wird das virtuelle Dasein erst ernst, wenn die Widersacher in Massen einströmen. Besonders eine der am häufigsten in Spielen anzutreffende Gegnerart will der Spielfigur durch zahlenmäßige Überlegenheit ans Leder: Zombies. Um ihren bemitleidenswert kleinen Rest funktionierenden Gehirns – der nur existiert, um potentielle Futterquellen von anderen Untoten zu unterscheiden – auszugleichen, stürmen sie in Unmengen auf den Spieler ein. Der hat dann, etwa in „Left4Dead“, „Resident Evil“ oder „Alone in the Dark“, die undankbare Aufgabe, sein Fleisch an den Knochen zu behalten und die Flucht aus einer schier ausweglosen Situation anzutreten. Wer sein Spielerglück jedoch lieber bei geistig oder wenigstens körperlich überlegenen Gegenspielern sucht, dem kann geholfen werden. Schließlich macht seit Anbeginn der Games-Geschichte, man denke an den Klassiker „Space Invaders“, ein Feind dem Menschen besonders zu schaffen – der Alien. Auch er tritt bevorzugt in Gruppen auf, interessiert sich allerdings mehr für die Ausrottung der Menschheit im Allgemeinen als den Verzehr der selbigen. Schließlich bieten der blaue und die umliegenden Planeten eine heimelige Atmosphäre und nützliche Rohstoffe. So kommt es, dass sowohl einzelne Helden wie auch ganze Armeen in Games wie „Halo“, „Gears of War“, „Resistance“, „Far Cry“ oder „Metroid“ ausziehen müssen, um die Erde vor allerlei außerirdischem Gesocks zu retten. Die Weltherrschaft zu übernehmen, davon träumten im echten Leben bekanntlich Hitler und seine ebenfalls verabscheuungswürdigen Helfershelfer. Wie diese Pläne endeten, wissen wir zum Glück – doch in zahlreichen Games besteht die Möglichkeit, die Nazis (und andere Bösewichte) weiterhin aufs Korn zu nehmen. Als besonders populärer Gegnertyp haben sich die Nationalsozialisten bei US-amerikanischen Entwicklern herauskristallisiert – schließlich gäbe es keinen Spieler, der nicht gerne auf Nazis schieße, so die weit verbreitete Meinung. Meist ziehen dabei mehrere tapfere Soldaten verschiedener Fraktionen in den mehr oder weniger historisch korrekt nachempfundenen Zweiten Weltkrieg, so in „Call of Duty“, „Medal of Honor“ oder „Brothers in Arms“. Doch auch Einzelkämpfer, wie in „Wolfenstein“, und –innen, etwa Agentin Violette aus „Velvet Assassin“, lassen Nazi-Schergen keine Chance. Soldaten erfreuen sich im Shooter-Genre generell großer Beliebtheit. Auch in Games mit modernem Szenario sind sie, bevorzugt in kleinen Teams, der Spielfigur immer wieder auf den Fersen. Verfolgt von den nicht immer menschlichen Kriegern wird der Gamer etwa in „Half Life“, „F.E.A.R“ oder dem aktuellen Wii-Shooter „The Conduit“. Gesichter haben diese Gegner üblicherweise keine, dienen sie doch vor allem als Kanonenfutter. Dennoch machen sie sich mit guter Panzerung, Abseilen und Granatenwerfen ordentlich unbeliebt und dem Gamer das Leben schwer. Wer von so viel übel gelaunten Gegnern nun genug hat, dem sei bei dieser Gelegenheit ein Game ans Herz gelegt, das viele Untoten-Klischees bedient und dennoch alles andere als langweilig ist: „Plants vs. Zombies“. Die hochgelobte Mischung aus anspruchsvollem und lustigem „Tower Defense“-Klon ist für kleines Geld zu haben und sorgt für frischen Wind im bierernsten Survival-Genre. Hier ist Lachen erlaubt, selbst wenn sich die Gehirnfresser durchsetzen und die glibberig-grüne Schrift die verlorene Mission in großen Buchstaben kundtut: „The Zombies ate your Brains!“ |