18.02.2009 – Selbstfindung durch Spiele - Gamedesign im Blickpunkt
Heute dürfen wir Ihnen Frau Prof. Dr. Linda Breitlauch vorstellen, die uns einen spannenden Einblick in die Welt des Gamedesign gewährt. Frau Breitlauch studierte Betriebswirtschaft in Koblenz, Drehbuch und Dramaturgie in Potsdam und entwickelte ihren Forschungsschwerpunkt im Bereich Dramaturgie in Computerspielen. Sie führte bereits verschiedene eLearning-, Edutainment-, Evaluation- und Authoring-Projekte durch, verfasste Drehbücher und übernahm die Regie für Features und Filme. Derzeit ist sie Dozentin für Medientheorie, Mediengestaltung und Multimediadramaturgie. Insbesondere spezialisiert sie sich auf Interactive Storytelling und Ästhetik. ![]() Prof. Dr. Linda Breitlauch GXP: In welche Richtung wird sich das Fach Gamedesign in den nächsten fünf Jahren entwickeln? Welche Schwerpunkte werden beispielweise in Ihrer Studienrichtung gesetzt werden? LB: Wir werden ab Oktober 2009 einen Master Gamedesign starten. Damit wird das grundständige Bachelor of Arts Studium, das wir derzeit anbieten, qualitativ erweitert. Insbesondere berücksichtigen wir hier die Interdisziplinarität des Berufsbilds eines Gamedesigners bzw. Gamedevelopers. Der Studiengang Gamedesign (M.A.) stellt eine Erweiterung und Vertiefung der Inhalte des Studiengangs Gamedesign (B.A.) als konsequente Weiterentwicklung der Ansprüche des Wettbewerbes durch andere Hochschulen sowie des Arbeitsmarktes in der Medienwirtschaft, insbesondere der Spieleindustrie dar. Können sich Studierende im Bachelorstudium für die Branche ausreichend qualifizieren, um im Mittleren Management als Gamedesigner zu arbeiten, erhalten sie in der Weiterqualifizierung durch einen Master Gamedesign die Möglichkeit, auf oberster Managementebene sowie in der wissenschaftlichen Forschung des noch relativ jungen und äußert innovativen Berufsbildes erfolgreich tätig zu werden. Die Inhalte des Master Gamedesign orientieren sich an den bereits vermittelten Stoffen des vorangegangenen Undergraduate Studiums. Der Master Gamedesign an der Mediadesign Hochschule soll überwiegend gestalterisch ausgerichtet werden. Wichtige Säulen sind Design und Konzeption, spielespezifische Programmierung, Producing und Technologie. Die interdisziplinäre Lehrform des Fachgebietes verbindet entsprechend praktischen und theoretischen Unterricht sinnvoll miteinander. Ziel des Masterstudiums ist es, sowohl den Bereich der technologischen Forschung, der Analyse, der Reflektion und ihrer Anwendung sowie die kreativ-gestalterische Seite des Berufs- und Studieninhalts gleichwertig abzubilden. Wichtig sind uns natürlich die Praxisnähe und die Praxistauglichkeit unseres Studiengangs. Aus diesem Grunde sind die Inhalte so formuliert, dass sie sich jederzeit an den Markterfordernissen orientieren. So nutzen wir beispielsweise aktuelle Spieleengines, die in der Industrie derzeit Standard sind (Trinigy Vision und Cry Engine 2.0 beispielsweise). Projektarbeiten werden stark an erfolgsorientierten Konzepten entwickelt, beispielsweise bieten wir die Möglichkeit, dass Studierende aktuelle Entwicklungsumgebungen nutzen und darauf publizieren können. Außerdem stellen wir Kontakte zu den Entwicklern her, beispielsweise auf entsprechenden Festivals und Kongressen – wie dem Deutschen Entwicklerpreis oder der Quo Vadis. Dennoch behalten wir den wissenschaftlichen Aspekt des einzigen Studiums für Gamedesign in Deutschland fest im Auge. Die Studierenden sollen vor allem ihre eigenen Projekte und Visionen entwickeln, auch unabhängig davon, ob sie tatsächlich kommerziell erfolgreich sein könnten. Innovationen können nicht entstehen, wenn ausschließlich Marktbedarfe bedient werden. Studierende sollen sich entfalten und entwickeln können, dazu bieten wir die Möglichkeit. Wir planen deshalb die Einrichtung eines marktunabhängigen „Entwicklerstudios“. Junge, frische und unverbrauchte Ideen sind das beste Portfolio für Studierende und Absolventen. Auf der nächsten Seite geht es weiter! |
