21.11.2002 – GeForce FX Launch München
![]() ![]() Kein Thema wurde in den letzten Wochen so heiß diskutiert, wie NVIDIA's Grafikchip der nächsten Generation. Brodelnde Gerüchte, wahnwitzige Spekulationen kursierten im Internet. Die Communities lechzen nach Informationen und Neuigkeiten. Einen Tag nachdem NVIDIA's NV30 auf der Comdex in Las Vegas vorgeführt wurde, fand in der Medienstadt München ein äquivalentes Launch-Event statt. Hersteller und Journalisten wurden eingeladen - GamingXP befand sich ebenso auf der Gästeliste und so können wir Ihnen heute einen Bericht über das Event präsentieren. Alain Tiquet, Marketing Director EMEA, startete den Vortrag mit einer kurzen Einleitung über die allgemeine Entwicklung des PCs vom Arbeitszimmer in das Wohnzimmer bis hin in den so genannten "Gaming Room" - das Kinderzimmer sowie das Arbeitszimmer des Jugendlichen. Die Tabelle der momentanen Produktserie von NVIDIA schien die Journalisten in der Spannung auf die GeForce FX eher zu langweilen. Besonders interessant ist die Tatsache, dass NVIDIA entgegen den Erwartungen immer noch ein Wachstum an Markteil im Standalone Gaphics-Markt verzeichnen kann (mittlerweile 58%). Nebenbei ist der Chiphersteller nach Intel zum zweitgrößten der Welt avanciert. Nach dem eher nebensächlichen Intro gab Alain an Geoffe Ballew, GPU Product Manager, weiter. ![]() ![]() Unter dem Titel "Cinematic Computing" wurde uns als erstes ein Video mit Interviews von Spieleherstellern mit deren Wünschen und Anregungen präsentiert. Dieses Video ist ebenso von der offiziellen NVIDIA's GeForce FX- Homepage herunter zu laden. Die Visionen der Hersteller - darunter Tim Sweeney (Epic Games) und Warren Spector (Ion Storm Entertainment) - gehen bis zu kinoreifen Echtzeitanimationen und darüber hinaus. Noch einmal wiederholte Geoffe die Konvergenz der Filmeffekte für die Spielindustrie. GeForce FX soll diesen Quantensprung in der Grafiktechnologie schaffen. Dieses Produkt stammte erstmals auch aus den Gefilden ehemaliger 3Dfx-Techniker - daher stammt auch der Name "GeForce FX". Welche Patente nun von 3Dfx übernommen worden sind, wollte uns Geoffe aber nicht verraten. GeForce FX erreicht sowohl in Chip-, Packaging-, als auch beim Boarddesign neue Level. Ab diesem Moment wurde ein wenig stärker ins Detail gegangen. Logischerweise verwendet nach ATI's R300 nun auch NVIDIA "Flip Chip Packaging" (FCPA). Bei der enormen Anzahl an Transistoren (125 Millionen Stück) ist dies auch nötig, um ein qualitativ hochwertiges Spannungssignal aus dem GPU zu erhalten. Wie angekündigt, ist der NV30-Chip im 0,13µn-Verfahren gefertigt, was auch durch die schwierigere und anfangs noch problematische Produktionspipeline zu der großen Verspätung des NV30 führte. Das amerikanische Onlinemagazin Anandtech (www.anandtech.com) hatte die Informationen in Bezug auf den NV30 sogar schon Ende März 2002 unter NDA zur Verfügung, was ein Hinweis auf den ursprünglichen Zeitplan darstellt. ![]() Endlich wurde ebenso bestätigt, dass die GeForce FX anfangs mit einer Prozessortaktung von 500 MHz laufen wird. Diese Geschwindigkeit ist eben nur durch den neuen Fertigungsprozess ermöglicht worden. Als Arbeitsspeicher kommt DDR-II RAM mit einem Takt von gigantischen 1000 MHz zum Einsatz. Auf den Einwurf eines Journalisten, dass die JEDEC DDR-II Standards noch gar nicht festgelegt seien, erwiderte Geoffe, dass NVIDIA mit Samsung als Kooperationspartner sich einen "Vorabstandard" durchaus leisten kann, denn die Technologie stehe zur Verfügung und funktioniere bereits (siehe Samples vor Ort). Anhand eines ns/MHz-Diagramms, das die Grenzen des DDR(-I)-Standards zeigen sollte, war ersichtlich, dass der 1 GHz-Speicher wohl 2.0 ns-Zyklen benutzt. Die ebenso angeführten 1,8 ns-Module würden dann mit 1,2 GHz laufen. Ob es wohl jemals eine GeForce FX mit einer solchen Konfiguration geben wird? Früher wird wohl eine Variante mit 800 MHz als kostengünstigeres Modell veröffentlicht werden. Die ersten Retail-Versionen der GeForce FX werden laut ersten Informationen auf jeden Fall unter der 500 Euro-Grenze liegen. Zu diesem Zeitpunkt kam es dann endlich zur Sache und Geoffe ließ die erste Realtime-Demo starten. Sie zeigt den Alterungsprozess eines Trucks aus den 50ern. Die Karosserie mit glänzender Politur verwelkt durch den Rost und lagert in der Garage als alter Schrott. Nach der kurzen Labung an Realtime-Material wenden wir uns auch schon den Benchmarks zu. Klassisch muss sich der Veteran unter den Ego-Shootern, "Quake III", wieder einmal als Performance-Messlatte zur Verfügung stellen. Ein Performance-Schub von mehr als 200% wird versprochen. ![]() Die nächste Folie zeigt schon interessantere Benchmark-Anwendungen, nämlich "Doom III", "3DMark2001 SE Nature", "UT2003 - Asbestos" (von links nach rechts). Auch hier wird ein enormer Vorsprung zur Ti 4600 versprochen. Seltsamerweise, wurden die Benchmarks nicht mit Ergebnissen von ATI's Radeon 9700 PRO verglichen. ![]() Besonders spektakulär wurde das "Thermal Management" der GeForce FX präsentiert. Die Kombination von Heat-Pipes und einer externen Luftventilation bietet optimale Kühlung. Overclocker werden nicht nur die Leistungsreserven der 0,13µm-Technologie hoch schätzen, sondern ebenso dieses erweiterte Kühlungssystem, das wir ja schon von diversen Herstellern wie Abit kennen. Zusätzlich bietet aber NVIDIA auch ein "Silent Running"-Feature, das die Aktivität der Pipeline erkennt und den Lüfter dementsprechend schneller oder langsamer antreibt. Dadurch wird nicht nur unnötiger Lärm bei Desktop-Arbeiten verhindert, sondern ebenso eine Menge Strom gespart. ![]() Schließlich und endlich konnten wir uns noch an den übrigen drei Echtzeitdemos ergötzen. Die Demo "Toys" zeigt sowohl Toon-Shading, als auch extensiven Einsatz von "Depth of field"-Effekten. Am beeindruckendsten war wohl die Demo "Fairy", die eine launische Elfe auf dem Bildschirm tänzeln lässt. Die Qualität der "menschlichen" Bewegungen, Haar und Hautanimationen erinnerten stark an "Final Fantasy - The Movie". Die letzte Demo "Ogre" zeigte die Realtime-Version eines Filmkonzeptes von Spellcraft. Die Shader-Programme sind mehr als 200 Instruktionen lang. Die Demos liefen alle über die API OpenGL, seien über DirectX allerdings nur mit Capbits-Erweiterung möglich - so Geoffe im Gespräch nach der Präsentation. Das bedeutet, dass NVIDIA wieder einmal mit den mysteriösen Pixel- und Vertexshader 2.0+ einen Schritt weiter als die DX9-Spezifikationen geht. Geoffe meinte, dass die GeForce FX mit diesen Demos noch lange nicht am Leistungslimit sei. Noch atemberaubendere Animationen seien also möglich. ![]() ![]() ![]() Die High-Level-Programmiersprache Cg ist das bisher effizienteste Werkzeug für die Developer. Plugins für DCC-Anwendungen wie Discreet's "3DSMax" oder Alias Wavefront's "Maya" ermöglichen es, Cg-Shader mit Leichtigkeit direkt in die Entwicklungsphase zu integrieren. AGP 8x bringt zwar momentan noch kaum Performance-Vorteile, soll aber bei zukünftigen, komplexeren Anwendungen erst zur Geltung kommen. Schließlich durften wir noch einige Alpha-Demos von grafisch anspruchsvollen Titeln sehen. Hier überraschte insbesondere das bisher eher unbekannte GSC Game World's "S.T.A.L.K.E.R. - Oblivion Lost". Wir haben in einigen Newspostings über den Titel bereits berichtet und konnten den Titel auch bereits auf der Games Conevntion 2002 in Leipzig anspielen. ![]() ![]() Eine professionelle Version des Chips kommt auf jeden Fall - wann und wie durfte uns Geoffe allerdings nicht verraten. Die Retail-Verfügbarkeit wird realistisch gesehen erst Februar 2003 erreicht sein. Erste Referenzsamples sind allerdings schon in wenigen Wochen verfügbar. Auf die Frage über Informationen bezüglich Preisen, genauer RAM-Konfigurationen und anderen GeForce FX-Varianten muss uns Geoffe leider vertrösten - die Anwort lautet: "Stay tuned!" |












