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Legend - Hand of God

 


Für eine der wenigen echten überraschungen der heurigen Games Convention mit all den Ahs und Ohs sorgte das mittlerweile von einer GbR in eine GmbH umgewandelte Entwicklerstudio Master Creating am Stand der Adventure-Spezialisten dtp. Nach dem Erstlingswerk "Restricted Area" der beiden Firmengründer Jan Beuck und Martin Jässing wagt man sich in größere Gefilde: Mit dem Action-Rollenspiel "Legend - Hand of God" will man die Szene rund um "Titan Quest", "Sacred 2" und Konsorten im nächsten Jahr gehörig aufmischen. Der erste Eindruck verrät: Das könnten die Jungs schaffen!

Hintergründe

Als junger Adept in einem Kloster müssen Sie zu Beginn eine Nacht in den heiligen Gemäuern überstehen. Doch irgendetwas Seltsames passiert - und schon beginnt das Spiel. Erste Szenen aus dem Intro - das die Handlung stimmungsvoll einleiten soll - konnte man bereits auf der Games Convention sehen.

Dass das mehr als 20-köpfige Team diesmal vor allem stark auf die Story setzt, wird durch mehrere Faktoren klar: Einerseits wurde die bekannte Autorin Susan O'Connor für die Erstellung der Geschichte, sozusagen für das Drehbuch, verpflichtet. Andererseits gibt es bei "Legend" - nach derzeitigem Stand - keinen Multiplayer-Modus. Einfacher Grund: Man will sich vollkommen auf den Singleplayer-Modus konzentrieren und hier bei den Fans punkten - ein Multiplayer-Modus frisst massig Ressourcen und Zeit.

Das talentierte Team für "Legend" wird durch zwei weitere erfahrene Köpfe ergänzt: Sowohl der Art Director von "Harry Potter" als auch der Texture Artist aus dem Kinofilm "Herr der Ringe" steuern ihr Können und Ihre Erfahrung bei der Erstellung des Spiels bei. Die komplett in 3D gehaltene Grafik sieht auch schon jetzt dementsprechend gut aus. Wir konnten uns die GC-Demo mit einigen Verbesserungen ansehen - insgeheim ist die Entwicklung schon weiter fortgeschritten, wie uns die Entwickler berichteten.

Feen-Glanz und Cinematic Combat System

Während man im Spiel selbst Haupt- und Nebenaufgaben in gewohnter Manier, aber mit mehr Story und vor allem mehr Zusammenhang lösen können wird, haben sich die kreativen Gehirne hinter Master Creating natürlich auch mit innovativen Ideen geplagt. Hier wäre zuerst die "Lichtfee" zu nennen, die einerseits als Cursor fungiert, aber andererseits auch Licht spendet (zum Beispiel in Dungeons) - ist der Cursor nicht in der Nähe sieht man auch nichts. Unrealistisch glühende oder glimmende Charaktere gehören somit der Vergangenheit an.

Im offiziellen Forum herrscht allerdings noch großes Rätselraten rund um dieses "Wesen". Einen offiziellen Namen hat das "Ding" noch nicht, aber - wie die Entwickler uns verrieten - es ist auch jeden Fall ein Charakter und hat viele Funktionen. Welche genau, wollten sie uns (noch) nicht verraten! Jedenfalls wollen die Entwickler das Spiel mit einem zusätzlichen Feature nicht verkomplizieren, aber vielleicht die Story komplexer und vielschichtiger machen.

Ein weiterer innovativer Gedanke führte zur Entstehung des CCS (= Cinematic Combat Systems). Dieses System beschert den Spielern nun endlich "realistische" und einzigartige Kämpfe. Die Zeiten, wo der Held gegen eine Beutelratte auf die selbe Art und Weise gekämpft hat wie gegen einen Riesen sind mit "Legend" nun endgültig vorüber. Die großen Gegner haben zudem bis zu fünf verschiedene Finishing Moves spendiert bekommen. Das Kämpfen an sich ist aber nach wie vor durch simples Klicken einfach geblieben, macht aber mehr Spaß - der Held springt herum und bei einem Finisher zoomt die Kamera heran und man kann jeden Blutspritzer beobachten.

In Dialogen, in die der Spieler unweigerlich verstrickt werden wird, hat man die Möglichkeit, mit Multiple Choice-Fragen oder -Antworten den Verlauf zu bestimmen. So ergibt sich ein ansprechendes und vor allem stimmiges Netz von Beziehungen und Verwicklungen - das Spiel scheint vor allem von der Story her vollkommen durchdacht zu sein.


Das Interface ist überraschend aufgeräumt und übersichtlich: Anstatt wie "Titan Quest" zehn Schnellwahltasten zu haben, konzentrierte man sich auf zwei Stück, die wohl meist mit Heil- und Manatränken bestückt sein werden. Die wichtigsten Steuer- und übersichtselemente wie Karte, Lebens- und Manaanzeige und diverse Buttons sind übersichtlich sortiert, um den Spieler beim Wesentlichen, dem Spiel nämlich, nicht zu stören. Wie eine eventuelle Erweiterung des Inventars gelst werden könnte, steht och nicht fest - nur eine Art Esel oder ähnliche soll es (aufgrund der Pathfinding-Problematik) nicht geben.

Im Spiel selbst werden natürlich unterschiedliche Landschaftssettings enthalten sein. Wie die übergänge hier gestaltet werden und ob es große Städte oder ähnliches gibt, bleibt abzuwarten. In der uns gezeigten Version waren fließende übergänger von der Oberwelt in den Dungeon (wie bei "Dungeon Siege") zu sehen.

Ein wichtiges Feature ist zudem, seinen eigene Charakter in das Spiel einzubringen: So kann man zu den NPCs entweder "hart" (Ablehnen von Nebenquests, die hilfsbedürftige Flüchtlinge beinhalten) oder eher "barmherzig" (sofort helfen zu einem günstigen Entgelt) sein - dies wiederum bestimmt den Ruf, die Quests und die verhandelten Preise Ihres Helden, der übrigens derzeit noch keinen offiziellen Namen trägt. Die Entwickler haben uns aber verraten, dass man den Helden selbst benennen darf und er nicht wie Sam Fisher und ähnliche bereits getauft sind.

Fertigkeiten und Vermarktung

Neben einer AGEIA PhysX Engine (wie sie auch die "Unreal 3"-Engine verwendet) wurde natürlich auch ein entsprechendes Inventar- und Fertigkeiten-System inkludiert: Alle Ausrüstungsgegenstände sieht man nicht nur am Charakter selbst im Inventarscreen, sondern auch im Spiel. Die insgesamt acht Fertigkeiten (darunter Licht, Glaube, Feuer) kann man in verschiedenen Ausprägungen durch Erfahrung ausbauen. Hier wurden die Entwickler in dem Werdegang ihres Spiels überhaupt nicht eingeschränkt.

Nachdem man zu Beginn keinen eigenen Charakter kreieren kann, sondern einen vorgefertigten bekommt, mussten man sich etwas zu einem Klassensystem überlegen: Je nachdem, wie man das Spiel anlegt, erwirbt man zwei von fünf verfügbaren Meisterschaften - daraus ergeben sich insgesamt zehn verschiedene Klassen, die auch alle unterschiedliche Namen tragen.

Dass man ein Spiel mit einem zehnfachen Budget von "Restricted Area" international vermarkten sollte oder gar musste, war den Entwicklern durchaus bewusst. Dazu ist natürlich auch eine starke Community wichtig: Hier setzt man vor allem darauf, dass man hoffentlich gleich zum Start des Spiels den Editor veröffentlichen kann, mit dem das Spiel gemacht wurde - somit ergibt sich für die Spieler ein neuer Weg, eigene Welten und Quests zu gestalten und den Spielspaß aufrecht zu erhalten. Damit das aber funktioniert, muss der Publisher dtp seine Zustimmung noch geben.

Ein großes Spiel

Der Soundtrack zum Spiel wird von Dynamedion unter der Leitung von Pierre Langer geliefert, die in diesem Bereich heimisch sind und eine hervorragende Untermalung des Geschehens abliefern werden. Laut Entwickler könnte es auch sein, dass eine eigene Soundtrack-CD erscheinen wird. Als Grafikkarte empfehlen die Entwickler derzeit eine GeForce 7900 GTX oder 7900 GT bzw. ein Abwarten auf die neuen GeForce 8Karten, die in Kürze erscheinen sollen.

Wie blutig das Spiel in der endgültigen Version sein wird, bleibt abzuwarten. Derzeit rollen noch Köpfe und spritzt das Blut frisch und kräftig. Ob dann eine eigene deutsche und eine internationale Version kommen werden, bleibt abzuwarten.

Was uns mit "Legend - Hand of God" ins Haus steht wird wohl erst im Frühjahr 2007 abzuschätzen sein. Nach der ersten Ankündigung auf den Internetseiten unserer Kollegen bei PC Games war das Interesse ausnehmend stark - und auch uns konnte das Spiel in der jetzigen frühen Form bereits begeistern. An die 30-40 Stunden Spielspaß pur soll der liebevoll designte und durchdachte Titel bieten - genug für viele Fans, auch wenn es keinen Multiplayer-Modus gibt. Wir sind gespannt, werden mit den Entwicklern weiterhin in Kontakt bleiben und halten Sie auf dem Laufenden!

übrigens: Ob das Spiel für andere Plattformen - wie zum Beispiel die X360 - ebenfalls umgesetzt werden wird - ist derzeit noch unklar. Hier wollen sich die Entwickler alle Möglichkeiten offen lassen