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Hardware

18.05.2005 – Nintendo Revolution


Es war nur noch eine Frage der Zeit - denn einer fehlte noch in der Reihe der Hardware-Hersteller, die die Spielewelt mit neuen Next-Generation-Konsolen versorgen wollen. Und nachdem sich die japanische Traditionsschmiede Nintendo selbst durch mehrere Pressekonferenzen immer wieder in Erinnerung gerufen hat und selbst erklärte, sicher nicht mit der Hardware-Produktion aufzuhören, sondern sehr wohl an einer neuen Konsole zu basteln, die der Konkurrenz das Fürchten lehren würde, war es nach den Ankündigungen der Xbox 360 und der PlayStation 3 nun nur noch eine Frage der Zeit, bis die neue Konsole aus dem Fernen Osten präsentiert werden würde.

Hohe Wellen - cooles Aussehen

Im Vorfeld der E3 munkelte man bereits über etwaige Details der neuen Konsole, konnte schon in der einen oder anderen Nachricht die ersten Kleinigkeiten herauslesen - so richtig war man aber darauf nicht gefasst, was auf der E3 gezeigt wurde: Eine schwarze, nur ungefähr drei aufeinander gestapelte DVD-Hüllen hohe Box, die im Betrieb mit einem blauen Schein den Betrieb des Laufwerks anzeigen soll.

Bei seiner Pressekonferenz sagte Nintendo-Präsident Satoru Iwata, dass die Japaner dem Rest der Welt zeigen werden, was eine Next-Gen-Konsole sein kann. "Der Revolution vereint die stärksten Innovationsfelder für die Zukunft der Spiele", so Iwata weiter. Wenn wir weiter das Design betrachten, hat man in Japan wirklich nicht gekleckert: Ein stabiler, einladender silberner Sockel rundet das Design ab - zusätzlich kann man die Konsole sowohl waagrecht als auch senkrecht aufstellen - wie man es schon von der PlayStation 2 oder nun neuerdings auch von der Xbox 360 gewohnt ist.

Natürlich wird der Revolution nicht nur in Schwarz erhältlich sein: Nintendo zeigte auf der E3 auch eine Vielzahl von anderen Farb-Prototypen - in Schwarz wirkt er aber bisher eben am besten und besonders edel. Für manche ein übel: Der Glanz des Gehäuses. Natürlich sieht ein funkelndes Gehäuse nett und vor allem sehr professionell futuristisch aus, doch sieht man umso schneller, wenn Kratzer oder Staub die neue Konsole einnehmen. Schade, aber kaum zu ändern

Technische Details

Zusätzlich werden Besitzer des Revolution, ähnlich wie bei der originalen Xbox, die Möglichkeit haben, eine kleine, kompakte Erweiterung für die Konsole zu erwerben, um einfach DVDs abzuspielen oder ihren Inhalt wiederzugeben. Die weiteren technischen Spezifikationen lesen sich nicht nur gut, sondern ergeben auch ein durchaus stimmiges Gesamtbild.

Das System wird über 512 MB Arbeitsspeicher (Flash Memory) verfügen, einen integrierten IBM-Chip mit dem Codenamen "Broadway" verwenden und ein ATI-Grafik-Chipset mit dem klingenden Namen "Hollywood" sein Eigen nennen. Diese Kombination soll ein Spielerlebnis liefern, das "vorher noch nicht möglich gewesen ist".

Weiters wird das Gehäuse zwei USB 2.0-Ports Platz bieten und das gesamte System stützt sich elementar auf den Support der kabellosen Controller - endlich gibt es kein Kabelchaos mehr oder zu kurze Kabel, wie es bei Nintendo leider doch so oft der Fall war! Zusätzlich bietet der Revolution Wi-Fi-Unterstützung, um damit kabellose Freiheit für Multiplayer-Partien gegen und mit anderen Revolution-Besitzer zu ermöglichen - zusätzlich unterstützt diese Technologie auch der Nintendo DS, mit dem man in Zukunft wohl auch noch mehr mit dem Revolution interagieren kann, als es jetzt schon zwischen GBA und GameCube möglich ist - hier braucht man derzeit noch ein Verbindungskabel, das nur separat erhältlich ist.

Freiheit wohin man schaut

Nintendo hat anscheinend aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und will den Entwicklern beim neuen Revolution mehr Freiheiten lassen und somit viel Unterstützung und mehr Titel für die Konsole gewinnen.

Neben der kabellosen Freiheit (Stichwort: Nintendo Wi-Fi Connection) und der Ankündigung, dass es eine Möglichkeit geben wird, in einem weltweiten Netzwerk von Nintendo-Spielern gegeneinander anzutreten und miteinander zu spielen, erwähnt Nintendo besonders die offene Entwicklungsarchitektur, mit deren Hilfe man sowohl großen Projekten mit reichlich Budget als auch Independent-Entwicklern mit einer guten Idee, aber ohne viel Geld eine Plattform zur Verrfügung stellen möchte. Vielleicht kehrt man sich nun von der Strategie ein wenig ab, die Development Kits und die Debug Units zu Wucherpreisen zu verkaufen, und kommt etwas mehr zu der Einsicht, dass es nur gut sein kann, viele unterschiedliche Titel auf der Konsole anbieten zu können, um möglichst viele Spieler anzusprechen - egal, ob Jugendlicher oder Erwachsener.



Natürlich werden bei der neuen Konsole auch wieder alle alten Bekannten mit dabei sein: Bei den Spielen, die erst angekündigt werden, treffen wir Mario, Zelda, Donkey Kong, Metroid und auch die Super Smash Bothers wieder. Auf konkrete Umsetzungen und Ideen dürfen wir gespannt sein - als erste Titel sind nun schon "Final Fantasy: Crystal Chronicles Revolution" und Super Smash Bros. Revolution" offiziell angekündigt.

Auch alte Spiele

Im Gegensatz zu den beiden anderen neuen Konsolen, die angekündigt wurden, inkludiert der Revolution keine ausfahrbare Lade für die Speichermedien, sondern ein Slot-In-Laufwerk, das automatisch die verschiedenen Medien einzieht: Sowohl die neuen optischen Disks mit 12 cm Durchmesser als auch die alten GameCube-Speichermedien (Mini-Optical-Discs) werden unterstützt.

Und hier kommt der nächste große Plus-Punkt des Revolution: Die Abwärtskompatibilität mit früheren Nintendo-Systemen. Zunächst ist der Revolution vollkommen kompatibel mit allen bisher erschienenen GameCube-Spielen - hier muss man endlich nicht mehr, wie bei den großen Umstiegen von NES auf SNES oder von N64 auf GameCube, seine gesamte alte Sammlung beiseite schieben oder zwei bis drei Konsolen herumstehen haben - es genügt das eine System vollkommen.

Der nächste Clou: Die Konsole wird zusätzlich noch einen Download-Zugriff auf bis zu 20 Jahre alte Fan-Titel für alle bisherigen Nintendo-Konsolen haben. Somit kann man auf der neuen Konsole auch Spiele für den N64, den Super Nintendo oder gar das Nintendo Entertainment System (NES) spielen. Wir sind auf die ersten Versuche gespannt - vor allem wird es interessant, welche Spiele frei zum Download angeboten werden. "Super Mario Bros." auf einem neuen System auszutesten wäre natürlich ein großer Spaß.

Viele Pläne - zu viele?

Reggie Fils-Amie, Executive Vice President of Sales & Marketing für Nintendo of America, bringt es auf den Punkt, was Nintendo mit dem Revolution erreichen möchte: "Unsere nächste Konsole ist klein im Format, aber groß an Ideen. Wir öffnen die Türen des Spielens für ein weitaus größeres Publikum, von den Casual Gamers bis hin zu den Hardcore-Zockern, die für den Nervenkitzel der Spannung leben, wenn sie endlose Armeen von kabellosen Feinden besiegen können."

Die neue Konsole soll vor allem auch die All-Access Gaming-Philosophie von Nintendo untermauern, indem sie neue und alte Spiele vereint, unlimitierte Freiheit bei der Konnektivität gibt und letzten Endes wirklich jeden ansprechen soll, der spielen will - egal, ob Mann, Frau, alt oder jung.





Die Frage, die sich mir bei dem System, das 2006 auf den Markt kommen soll, stellt ist folgende: Wird es Nintendo mit all den Systemen, die das Unternehmen derzeit zu unterstützen versucht, schaffen, sich wirklich auf dem Markt zu halten bzw. sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen und auf zu vielen Märkten gleichzeitig mitmischen zu wollen? Nun hat man auf der E3 auch noch schnell den Game Boy Micro angekündigt, der eine nochmals verkleinerte Version des GBA SP sein soll - zu viel für den Endverbraucher? Zu viel für Nintendo?

Die Ideen, die hinter dem Revolution stecken, sind sicherlich visionär und könnten einen Durchbruch bzw. ein Comeback von Nintendo einläuten - was zählt sind aber wieder einmal die Spiele! Hier warten wir voller Spannung auf die ersten Ankündigungen - und die breite Unterstützung, die sich Nintendo aus der Industrie erhofft. Die Hardware stimmt, die Messer sind gewetzt - auf zum nächsten Gefecht rund um den Thron der Next-Generation-Konsole!

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