12.05.2005 – Nintendo DS vs Sony PSP
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Der Konsolenkrieg ist nicht nur bei den Standkonsolen voll im Gange, auch die neue Handheld-Generation liefert sich ein heißes Duell um die Gunst der Käufer. Grund genug, um etwas genauer auf dieses Thema einzugehen, denn die neuen Konsolen besitzen sehr viel Potenzial. ![]() Der PlatzhirschAuch wenn Nintendo mit den großen Konsolen so seine liebe Not hat, in Sachen Handheld ist der Traditionshersteller immer noch der Marktführer. Nintendo ist auch bei dem DS seinen Prinzipen treu geblieben, man setzt nicht auf den Multimedialen-Schnickschnack wie die Konkurrenz, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche, nämlich dem Spielspaß. Diese Tatsache merkt man schon alleine bei den technischen Daten, denn der DS ist von seiner Leistung her mehr oder weniger nur ein aufgebohrter N64.Technisch stellt die PSP den neuen Nintendo-Handheld locker in den Schatten. Das auffälligste Merkmal des DS ist die Unterteilung in zwei TFT Bildschirme mit jeweils 256x192 Pixeln bei 262.144 Farben. Der Clou dabei ist, dass der untere Bildschirm ein Touchscreen ist. Im Lieferumfang befinden sich der Stylus-Stift sowie ein Plastik-Daumenaufsatz. Mit diesen Utensilien wird das Gerät in den Menüs und Spielen bedient. So wird der eigene Daumen, als "Analogstick" zweckentfremdet. Diese innovative Idee wird teils sehr sinnvoll, aber leider oft auch gar nicht von den Spieleherstellern genutzt; so befinden sich unter den Startiteln nur eine handvoll Spiele, die auf dieses neuartige Steuerungskonzept eingehen. Der DS besitzt einen WiFi-Adapter wodurch man bei manchen Spielen nur ein Modul für eine Mehrspieler-Partie benötigt, die Mitspieler laden sich die benötigten Daten einfach auf ihren DS. ![]() PraxistestDer Nintendo DS macht einen sehr robusten Eindruck: Da man die Konsole zusammenklappen kann, werden die beiden Bildschirme perfekt geschützt. Die Bedienung ist ebenfalls sehr einfach und lässt von Beginn an keine Fragen offen. Gewöhnungsbedürftig ist sicher die neue Eingabeart. Bis man die Daumenakrobatik beherrscht, braucht man schon eine gewisse Zeit, aber wenn man sich mal eingespielt hat, ist man restlos begeistert. Nintendo hat dem DS auch ein Mikrofon spendiert, so werden zukünftige Spiele auch auf Spracherkennung setzen.Am unteren Rand befindet sich ein Schlitz, dieser dient zum Reinpusten (wirklich!), Titel wie "WarioWare Touched!" und "Project Rub" werden teilweise so gesteuert. Die Spiele werden auf sehr kleine Steckkarten ausgeliefert, die sehr stark an SIM-Karten erinnern. Aufgrund der geringen Größe herrscht eine hohe Verlustgefahr. Der Nintendo DS ist traditionsgemäß abwärtskompatibel, allerdings musste man zwei Kompromisse eingehen. Der DS kann nur mit GBA-Modulen umgehen, Gameboy und Gameboy Color-Spiele müssen draußen bleiben. Des Weiteren können GBA Spiele nur im Einzelspielermodus gespielt werden. Aber immerhin hält der Lithium-Ionen-Akku gut und gern sieben bis acht Stunden, der Ladevorgang nimmt in etwa drei Stunden in Anspruch. ![]() ZusammenfassungDer Nintendo DS ist eine innovative und zugleich sympathische Konsole. Technisch spielt die PSP allerdings in einer ganz anderen Liga, wer einmal "Ridge Racer" in Aktion gesehen hat und danach eine Runde "Asphalt Urbant GT" auf dem DS zockt, wird sich die Augen reiben. Dennoch, der DS vermittelt ein geniales Spielgefühl und einige Titel sind mit dem Touchscreen einfach perfekt zu steuern.Zudem wird das Gerät zu einem sehr fairen Preis angeboten: Der DS kostet € 149,- inklusive einer Demo zum kommenden Shooter-Hit "Metroid Prime -Hunters". Nintendo hat mit dem DS eine sehr viel versprechende Plattform kreiert, abzuwarten bleibt allerdings, ob die Entwickler das Potenzial der Konsole auch nutzen werden. Wenn dies der Fall sein sollte, stehen uns völlig neuartige Spielkonzepte bevor. Der HerausfordererSony hat in den letzten Jahren den Konsolemarkt dominiert und deshalb ist es eine logische Konsequenz, dass der Weltkonzern nun auch den Handheld-Markt erobern möchte. Um dies zu erreichen hat Sony schwere Geschütze aufgeboten, denn die PSP (PlayStation Portable) ist ein Hightech-Produkt. ![]() Die technischen Daten sind schlichtweg beeindruckend, der Handheld verfügt über zwei taktbare Prozessoren mit jeweils 333 MHz, 8 MB RAM sowie 2 MB Video-RAM. Somit überragt die PSP teilweise PS2-Niveau. Als Medium dienen UMD-Discs die 1,8 GB an Daten fassen, somit ist genügend Platz für Spiele mit vielen Texturen und Musikstücken, aber auch ganze Filme kann der Handheld wiedergeben. Die PSP ist nicht nur eine Spielkonsole, vielmehr handelt es sich hierbei um ein Multimedia-Gerät. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken, denn die UMD-Filme werden um die € 20-25,- pro Film kosten, was nicht gerade ein Schnäppchen ist, da man ums gleiche Geld auch eine hochwertigere DVD bekommt. Mit MP3-Daten kann die PSP ebenfalls umgehen, wodurch man sich den Griff zu einem "iPod" sparen kann. Ein eingebauter WiFi-Adapter sorgt - wie beim Nintendo DS - für drahtlosen Mehrspielerspaß. Die PSP ist technisch ein sehr beeindruckendes Gerät, allerdings hat der ganze Spaß auch seinen Preis, denn Sony verlangt satte € 249,- für das Schmuckstück. Unverständlich ist auch der sehr späte Releasetermin für Europa. Während die PSP in Japan und Amerika schon seit Monaten erhältlich ist, kommen wir Europäer erst am 1. September 2005 in den Genuss der portablen Playstation. Der Nintendo DS ist schon seit März erhältlich und kostet rund € 100,- weniger. PraxistestDie PSP ist wesentlich breiter als der DS, was an dem beeindruckenden 16:9 TFT Display mit einer Auflösung von 480x272 Bildpunkten und 16.777.216 Farben liegt. Die Konsole sieht dank der polierten schwarzen Oberfläche sehr gut aus, allerdings hat die Politur auch einen Nachteil: Denn trotz der Entspiegelung beim Spielen, ist man stets über den Zustand der eigenen Frisur informiert. Zudem kämpft man ständig mit lästigen Fingerabdrücken auf der Oberfläche. ![]() Deshalb sollte man immer ein Taschentuch parat haben, damit man das Display vorsichtig säubern kann. Im Gegensatz zum DS, verfügt die PSP über einen Analogstick. Dieser befindet sich am linken unteren Rand und liegt extrem nahe an der Oberfläche, weswegen man sehr feinfühlig sein muss. Ein Sorgenkind ist die UMD-Klappe - diese hinterlässt einen sehr klapprigen und filigranen Eindruck. Generell sollte man die PSP eher sanft behandeln und bei Nichtgebrauch sofort in der mitgelieferten Aufbewahrungstasche verstauen. Tut man dies nicht, sind unschöne Kratzer im Display vorprogrammiert. Um den Spielenachschub braucht man sich garantiert keine Sorgen zu machen, denn für die PSP befinden sich zahlreiche Titel in der Entwicklung: Natürlich werden viele typische Serien wie "Metal Gear Solid", "Gran Turismo", "SOCOM", "Ridge Racer" etc. für die PSP erscheinen. Bei den Spielen ist man auf keine Speicherpunkte mehr angewiesen, beim nächsten Start geht das Spiel an exakt derselben Stelle weiter. Der Akku hält in etwa vier Stunden und der Ladevorgang benötigt zwei Stunden. ![]() ZusammenfassungSony's PSP ist ein beeindruckendes Multimedia-Gerät, das nicht nur toll aussieht, sondern auch einiges unter der Haube hat. Noch nie konnte man mobiles Spielen in so einer Qualität genießen. Allerdings hat der Hightech-Spaß auch seinen Preis, die PSP stößt im Handheld-Bereich in ein neues Preissegment vor.Der Nintendo DS und die PSP sind schwer miteinander zu vergleichen, denn unterschiedlicher könnten beide Konsolen gar nicht sein. Multimedia-Freunde die neben Spiele auch Filme und Musik genießen möchten, werden mit der PSP bestens bedient, wenn man auf diesen Schnickschnack verzichten kann und Lust auf ein neues und innovatives Steuerungskonzept hat, greift man zum Nintendo DS. Beide Konsolen sind gelungene Geräte und läuten die neue Handheld-Generation würdig ein. |





