
Am Dienstag, den 30. März 2004 haben wir uns ins schöne Salzburg gewagt, um einen der weltweit größten Spielepublisher Ubisoft zu besuchen. Dass wir natürlich auch etwas gezockt haben, sollte nicht verwundern. Da Ubisoft in österreich nicht nur Ubisoft-Spiele vertreibt, sondern auch die Titel von Midway, Acclaim und anderen Größen der Spielebranche, haben wir es uns nicht nehmen lassen, uns den kommenden Horror-Schocker "The Suffering" von Midway zeigen zu lassen und auch selbst Hand anzulegen.
Wir haben schon in einem ausführlichen Preview von dem neuen Horror-Schocker "The Suffering" berichtet, der mit mehreren Features äußerst interessant klingt: Kein geringerer als Stan Winston (Zeichner bei Marvel und DC) hat sich zu den Gegnertypen einiges einfallen lassen, eine eigenwillige Storyline wird in mehreren unterschiedlichen Enden ausgehen - je nachdem, wie man das Game gespielt hat. Doch nun zu unseren ersten Gameplayerfahrungen mit dem neuen Spiel aus dem Hause Midway

Hands On "The Suffering"
Der blutrünstige Titel handelt von einem Gefangenen namens "Torque", der in ein Hochsicherheitsgefängnis auf einer Insel gebracht wird, um dort die Zeit bis zu seiner Todesstrafe abzusitzen. In einem ersten kurzen Level wird man in die sehr eingängige Steuerung eingeführt und bekommt durch einige andere Häftlinge mit, dass der Protagonist seine Frau und seine beiden Kinder umgebracht haben soll.
Als die Vollstreckung der Todesstrafe näher rückt, bricht im kompletten Gefängnis Chaos aus: Wortwörtlich "höllische" Wesen stürmen das Gebäude und töten jeden, der ihnen in den Weg kommt. Warum Torque nun wirklich im Gefängnis sitzt und ob er wirklich getan hat, was ihm zur Last gelegt wurde, wird erst im Lauf des Spiels geklärt, denn er kann sich nicht an den Tag erinnern, an dem das Verbrechen geschah.

Weiters bleibt in der Story - zumindest am Anfang - sehr viel offen, was die Herkunft der Höllenwesen anbetrifft, sowie schizophren anmutende Stimmen, die Torque ab und zu hört
Beim wirklichen Spielstart wird man gleich einmal geschockt: Torques Zellentür wird durch eine nicht sichtbare Macht mit einem gewaltigen Geräusch aus den Angeln gerissen und durch die Luft gewirbelt. Sobald man die Zelle verlässt und in Richtung Ausgang flüchten will, versperren einem Gittertüren den Weg, hinter denen einem ein Wärter sagt, dass man verdammt nochmal in seiner Zelle bleiben soll. Dieser wird jedoch in den nächsten Sekunden von oben mit einer riesigen Klinge aufgespießt, was Torque nicht weiter zu beeindrucken scheint.
Durch dunkle Gänge in schlecht beleuchtete typische Gefängnisräume - überall Funken, die von aufgerissenen Stromkabeln und elektrischen Geräten herumsprühen, Schmutz, Kampfspuren und Körper, die am Rande des Blickfelds in Lüftungsschächte gezogen werden, dabei eine ekelhafte Blutspur zurücklassen. Die Türen haben eine Richtung, in die sie aufgehen und sobald Torque auf der richtigen Seite steht, tritt er diese sehr schön auf, sodass ein richtig hartes Feeling zustande kommt.

Die Umgebungsgeräusche sind sehr stimmig und konnten sich dank der 5.1-Anlage bei Ubisoft richtig gut entfalten. Musik kommt nur in Szenen, in denen man sich eine erwartet - in spannenden "im Dunkeln tapp"-Szenen wird der Sound auf das pure Herzklopfen von Torque reduziert, um bei einer Schockszene in wildes Trommeln zu verfallen.
Die Sprachausgabe ist durchwegs in Englisch gehalten: Dadurch, dass das Game in Deutschland aufgrund der extrem brutalen Szenen und allein der Thematik vermutlich indiziert wird, kann man auch nicht mit einer deutschen Version rechnen. Trotzdem sind die Stimmen und Dialoge in englischer Sprache sehr stimmungsvoll und dank teils heftigem Slang manchmal auch nicht so leicht zu verstehen.
Die Kampfszenen sind durch die extrem gut designten Gegnermodelle sehr furchterregend, obwohl sich Torque nicht allzu sehr dadurch beeindrucken lässt. Ein Gegnertyp, der uns schon über den Weg gelaufen ist, ist eine Art Mischwesen aus Mensch und Spinne mit Klingen statt Armen und Beinen. Das Wesen erzeugt beim Laufen sehr angsteinflößende Klingengeräusche und kann sogar an der Decke entlang klettern.

Sollte man einmal mit den beiden Thumbsticks, von denen einer zum herumschauen und der andere zum Laufen ist die übersicht verlieren, kann man jederzeit (zum zielen mit einer Fernwaffe sehr praktisch) in eine First-Person-View schalten, die man so lange beibehalten kann, wie man will und in der man sich auch in alle Richtungen bewegen kann. Das Inventory lässt sich über das digitale Steuerkreuz anwählen, mit dem rechten Schulterknopf - mit dem man übrigens auch angreift - werden Gegenstände verwendet.

Ein sehr wichtiges Teil ist die Taschenlampe, die Torque hilft, auch dunklere Regionen zu erkunden. Dabei kann man die Lampe einmal aktivieren und auch gleichzeitig eine Waffe benützen: Wie im echten leben geht aber auch bei der gefundenen Taschenlampe einmal die Batterie aus, wobei man regelmäßig Nachschub ebendieser findet. Der entstehende Lichteffekt, wenn man mit Torque so durch dunkle Räume läuft ist nicht nur nett anzusehen, sondern steigert dadurch wieder die dichte Atmosphäre, da man ja doch nicht alles auf einmal ausleuchten kann.
Zwischendurch kommen immer wieder schockende Flashbacks, in denen der Protagonist einen Teil seiner Vergangenheit sieht und das Stimmengewirr von einer bösen Stimme, die ihm rät, alle zu töten und einer guten (weiblichen) Stimme, die beteuert, dass sie in ihm immer auch etwas Gutes gesehen hat.
Obwohl Torque mit allerlei Waffen kämpfen kann (z.B. Messer, Revolver, Shotgun) hat er auch die Fähigkeit, zu einem viel mächtigeren Wesen zu mutieren, das mit bloßen Händen austeilt. Um zu unterstützen, dass Torque wirklich eine brutale Erscheinung ist, hat man ihm unterschiedliche Texturen angezogen, die je nach gespielter Szene mehr oder weniger mit Blut befleckt sind.

Zusammenfassung
"The Suffering" wird am 15. April 2004 für Xbox und PS2 erscheinen, rechnen Sie bis dahin mit einem ausführlichen Review bei uns. Obwohl wir hier schon eine spielbare Version des Games anzocken durften, ist es mehr als fraglich, ob das Spiel wegen seiner Gewaltverherrlichenden Art in Deutschland erscheinen wird - die PAL-Version wird vermutlich nur mit der originalen Sprachausgabe ausgestattet sein. Wenn Sie mehr über das Spiel erfahren wollen, können Sie gerne einen der vielen Trailer dazu bei uns herunterladen, die vielen News oder das erste Preview lesen.
An dieser Stelle wollen wir Ubisoft österreichs Chef Julius Witz und der PR-Verantwortlichen Angelika Schön sehr für den gelungenen Nachmittag danken und hoffen, bald wieder vorbeikommen zu dürfen