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Anno 1503 als Handyspiel
Eine der interessanten neuen Trends ist das Portieren bekannter Spiele auf die Mobiltelefone. Warum dann extra einen Artikel darüber schreiben? Naja, es ist einfach verwunderlich, wieviel die Entwickler von elkware aus der "Anno 1503"-Lizenz gemacht haben. Was erwartet man sich von einem Spiel für das tragbare Telefon? Nun ja, kurzweilige Unterhaltung, witzige Einfälle und dennoch Herausforderung, wenn man mal etwas länger Zeit haben sollte.
Dies alles vereint die Umsetzung des Aufbau-Strategie-Hits von Max Design und Sunflowers in sich. Doch dazu kommen wir später im Detail.

Die Geschichte - und der Einstieg
"Breche auf in die faszinierende, wunderschöne und idyllische Welt von ANNO 1503. Werde zum Entdecker und stürze Dich in das Abenteuer Deines Lebens. Steche in See, überquere die sieben Weltmeere und erobere fremde Kontinente" - so lautet der Einleitungstext zum Spiel, bei dem es sich um ein Strategie- oder Action-Spiel handelt. Während des Ladens sieht man den Startbildschirm und hört Fanfaren und Musik - Effekte, die fast aus dem PC-Spiel stammen könnten.
Hat nun die Java-Engine das Spiel fertig geladen, was durchschnittlich 10-15 Sekunden dauert, gelangt man in die Hauptauswahl, wo man sich entscheiden kann, ob man eine neue Karriere als Bürgermeister, Venezianer oder Freibeuter anstreben möchte. Weitere Optionen umfassen das Fortsetzen des letzten Spiels (falls Sie schon einmal gespielt haben), die Credits, die Einstellungen zum Abschalten der Musik, die Highscores, eine allgemeine Hilfe und auch eine Info zur Version des Spiels. Weiters können Sie über dieses Hauptmenü das Spiel auch beenden.

Normalerweise wählt man nun die Option der neuen Karriere. Nun kann man sich aussuchen, ob man das Spiel eher mit einem Fokus auf Action (Pirat), Strategie (Bürgermeister) oder aber einen Mix aus beidem spielen möchte. Je nachdem, wie man sich entscheidet, so spielt sich das Spiel komplett anders.
Der Pirat
Sie stechen als abenteuerlustiger Pirat in See und wollen Handesschiffen den Gar aus machen. So segelt man mit seinem Schiff, das man per Steuerkreuz, Button oder ähnlichem (je nach Handy) steuern kann, durch die karibische Landschaft. Je nach Windrichtung kann man schneller ode rlangsamer vorwärts kommen. Ist ein anderes Schiff in der Nähe, so sieht man dies im rechten unteren Bildschirmeck. Dort sieht man auch, ob es sich um ein Handelsschiff handelt, von welcher Stadt das Schiff kommt (es gibt insgesamt nur 5 Städte) oder ob es doch ein verfeindeter Pirat ist.

Die gesamte Map, die man sich auch anzeigen lassen kann, besteht aus sechs Ausschnitten, die schrittweise umschalten, wenn man den Rand des Ausschnitts erreicht. In der linken unteren Ecke kann man den Zustand des eigenen Schiffs sowie die Mannstärke zusammen mit der Anzahl der Kanonen sehen. Kommt man nun in die Nähe eines anderen Schiffs, kann man dieses mit den Kanonen backbord oder steuerbord angreifen - je nachdem, wie viele Kanonen man hat, desto schneller lädt man nach.
Hat man das Schiff ordentlich unter Beschuss genommen (weiße Flagge), kann man es kapern, schnappt sich den Goldschatz und einen Teil der Besatzung. Die anderen Piraten greifen meist selbstständig an und eröffnen das Feuer. Fährt man nach einem siegreichen Kampf in die Stadt, so kann man entweder das Schiff reparieren lassen oder sich zur Ruhe setzen. Die Reparatur kostet natürlich Gold. Setzt man sich hingegen zur Ruhe, so trägt man sich mit der aktuell eroberten Goldmenge in die Highscore-Liste ein.

Manchmal haben Sie auch Glück und in der Stadt schließen sich Ihnen ein paar Männer an. Ein Negativpunkt ist, dass auch Städte mit Ihnen Handel treiben, deren Schiffe Sie gerade zuerst vernichtet haben - etwas unrealistisch.
Der Venezianer
Als friedlicher Handelsmann fahren Sie auch auf dem Meer herum, müssen sich mit Piraten herumschlafen, können aber ebenfalls einige Kanonen an Bord haben, und versuchen, Ihre Waren billig einzukaufen, sicher in den nächsten Hafen zu bringen und dort teuer zu verkaufen. Leider ist es etwas schwierig, sich die Preise zu merken und es gibt auch keine gute übersicht (nur ein kleiner Pfeil, der hinauf oder hinunter zeigt).

Gehandelt werden knapp 20 Güter, die unterschiedlichen Profit versprechen. Mit der Zeit kommt man auf den Clou, wie man am meisten Umsatz macht und scheffelt schon schnell recht viel Geld. Leider wird dieser Modus mit der Zeit etwas langweilig, da kaum Abwechslung gegeben ist und sich alles recht schnell wiederholt.
Der Bürgermeister
Die Variante des Bürgermeisters ist wohl jene, die am ehesten an das PC-Vorbild herankommt: Hier müssen Sie auf einem simplen Statusbildschirm die Zeit vorbeiziehen lassen, beobachten, wie Ihre Güter verbraucht und produziert werden, und Aktionen setzen, damit mehr und mehr Bürger in Ihre Stadt kommen. Dies können Sie tun, indem Sie mehr Nahrung anbieten oder neue Güter produzieren bzw. bereits florierende Zweige der Wirtschaft weiter ausbauen.

Manchmal passiert es, dass ein Brand in der Stadt einige Leute tötet, aber dies bleibt auch schon das einzige außergewöhnliche Ereignis im Spiel. Ansonsten steigen Sie mit zunehmender Einwohnerzahl Ihrer Stadt in den Rängen auf, häufen mehr Geld an, können mehr und unterschiedliche Güter herstellen und setzen sich dann irgendwann zur Ruhe.
Für jedes Gut können Sie einstellen, ob es gekauft oder verkauft bzw. zu welchem Preis es verkauft werden soll. Weiters bauen Sie über ein Menü auch die Infrastruktur aus. Leider können Sie sich die Stadt nur vorstellen, denn auf eine 2D- oder 3D-Perspektive wie bei "Townsmen" wurde verzichtet. Dafür ist das Spiel recht abwechslungsreich und schnell.
Am Anfang ist es jedoch recht frustrierend, wenn man nicht weiß, dass man zuerst einmal viel in die Nahrung investieren muss und dann, wenn man Geld hat, weiter ausbaut - sonst wandern zuerst alle Bewohne aus, weil es keine Nahrung mehr gibt und auch das Geld schwindet einfach so davon.

Das Urteil
In allen drei Spielmodi wird die Geldmenge am Ende der Karriere in die Highscore-Liste eingetragen, was meiner Meinung nach nicht ganz fair ist, da man einfach viele Investitionen haben kann als Bürgermeister, sich verschuldet, aber eine riesige Stadt hat, leider aber aus Zeitmangel vielleicht nicht weiterspielen kann. Zum Glück gibt es für solche Fälle die Option, das Spiel zu pausieren und später fortzusetzen.
Leider ist das Spiel zudem bei älteren Java-Versionen auf dem Handy nicht ganz stabil und fehlerfrei - ein Software-Update tut not. Außerdem ist die Steuerung nicht immer optimal gelöst und man muss sich erst etwas gewöhnen.

Ansonsten kann man nur sagen, dass "Anno 1503" (in Deutsch und Englisch erhältlich) auf den derzeit unterstützten Handies (Nokia 3100, 3200, 3300, 3510i, 3650, 5100, 6100, 6220, 6600, 6610, 6800, 7210, 7250, 7250i, 7650, 8910i, N-Gage Sharp GX 10 Siemens C55, C60, M50, M55, MC60, MT 50, S55, SL55 Sony-Ericsson T610) sehr gut spielbar ist und ein wirklich spaßiger Pausenfüller - nicht nur für "Anno"-Fans - ist. Bei dem niedrigen Preis von ungefähr fünf Euro bekommt man guten Spielspaß im handlichen Format!
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