27.09.2002 – Command and Conquer - Generals (PC)
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Messe: GC - Plattform: PC - Release: Jänner 2003 1995 erfand die bis damals noch vergleichsweise kleine und unbekannte Firma Westwood mit dem Spiel "Command & Conquer" das Echtzeit-Strategie-Genre. 1992 war zwar bereits "Dune 2" erschienen (auch von Westwood), allerdings gelang dem Genre erst mit "C&C" der große Durchbruch. In diesem Spiel musste man sich für die Seite der GDI (Global Defensive Initiative) oder der terroristischen "Bruderschaft von Nod" entscheiden. Zum ersten Mal machte Oberbösewicht Kane von sich Reden. Das 1996 erschienene "Command & Conquer - Alarmstufe Rot" entfernte sich storymäßig von seinem Vorgänger und spielte stattdessen in einem fiktiven WKII-Szenario, in dem Albert Einstein im Vorspann in die Vergangenheit reist und Adolf Hitler umbringt, damit der zweite Weltkrieg niemals stattfindet. Statt den Deutschen versuchen dann jedoch die Sowjets die Weltherrschaft an sich zu reißen, und die Welt versinkt wieder in Krieg und Chaos. Nach dem Ausrutscher "Command & Conquer - Sole Survivor" und dem Remake "Dune 2000" erschien 1999 endlich der dritte Teil der "C&C"-Reihe. "Command & Conquer - Tiberian Sun" konnte jedoch die enorm hoch gesteckten Erwartungen der Spieler nicht erfüllen, wobei Westwood sich dies größtenteils selbst zuzuschreiben hatte, hatte die Firma doch (unter anderem) mit gefälschten und nachbearbeiteten Screenshots für ihr Spiel geworben. Etliche angekündigte Features waren nicht enthalten, sodass der Ruf der "C&C"-Serie etliche Kratzer abbekam. Auch das bereits 2000 erschienene "Command & Conquer - Alarmstufe Rot 2" konnte daran nichts ändern. Nach dem ausgezeichneten "Emperor - Battle for Dune", das zwar sehr hohe Wertungen bekam, aber leider nur bedingt erfolgreich war, und dem gelungenen "Command & Conquer - Renegade", einem Actionableger der den Spieler wieder in die Handlung des allerersten "C&C" versetzte, folgt nun endlich das runderneuerte "Command & Conquer-Generals", das bereits 2003 erscheinen soll. "Command & Conquer - Generals" ist das erste Spiel der Serie, das eine 3D-Engine verwendet. Und die kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Die Karte ist komplett dreh- und zoombar. Die Einheiten und Landschaften sind sehr detailverliebt modelliert, und gewaltige Explosionen füllen den ganzen Monitor. Dazu kommen fantastische Scriptereignisse, wie zum Beispiel das Brechen eines Staudammes, woraufhin eine Flutwelle quer über die Karte fließt. In einer anderen Mission werden etliche biochemische Raketen abgeschossen die in einer Stadt einschlagen. Das Ganze endet in einer gigantischen Explosion. Die Grafikengine wurde eigens von Westwood entwickelt und trägt den Namen "Sage". Mit dieser sollen bis zu 3000 Einheiten für tolle Schlachten sorgen. Auch das Gelände ist in komplettem 3D gehalten. Ob jedoch die Höhenunterschiede eine Auswirkung auf die Kampfkraft der Einheiten hat ist noch nicht geklärt. Zum flüssigen Spielen sollte ein 800-MHz-Prozessor mit GeForce-2-MX-Karte ausreichen. Toll ist dass die Engine von alleine erkennt wenn die Framerate in den kritischen Bereich von unter 25 fps (Frames per Second) abzurutschen droht und daraufhin hin die Details von alleine herunterregelt. Somit ist es weitestgehend ausgeschlossen dass Besitzer von langsameren Rechnern bei Massenschlachten einen Nachteil gegenüber Besitzern von High-End-Computern haben, was vor allem bei Multiplayerpartien nützlich sein dürfte. Somit entfällt auch die bei "WarCraft 3"-Spielen teilweise recht beliebte Taktik den Gegner mit ganz bestimmten Truppentypen anzugreifen, die den PC des Gegners ruckeln lassen. In "Generals" werden 3 Kriegsparteien um den Sieg ringen. Einerseits wären da die Terroristen der GLA, die bevorzugt auf Guerillataktiken setzen und in der Kampagne weite Teile der Volksrepublik China beanspruchen. Eben diese ist die zweite Partei und versucht die GLA von ihrem Territorium zu vertreiben. Die Chinesen setzen vor allem auf große, aber technologisch etwas rückständige Armeen. Dafür bekommen ihre Soldaten und Panzer in größeren Ansammlungen einen Bonus, zum Beispiel bei Angriffsstärke oder Hitpoints. Als selbsternannte Weltpolizei treten (ähnlich der Wirklichkeit) wieder einmal die USA in den Krieg ein und müssen die Welt vor dem Terrorismus beschützen. Die Amerikaner sind technologisch auf dem neuesten Stand. Sie verfügen über die besten Panzer und Flugzeuge. Für die Zwischensequenzen wurden erstmals in einem "C&C"-Spiel nicht Schauspieler engagiert, die kleinen Filme zwischen den Missionen sind stattdessen komplett gerendert. Wie der Name des Spieles bereits andeutet kommt den Oberbefehlshabern der 3 Fraktionen diesmal eine bedeutend wichtigere Rolle zu als bisher. Sie haben pro Partei die Wahl zwischen 3 Generälen die Ihren Soldaten bestimmte Boni geben oder Ihnen Zugriff auf exklusive Waffensysteme wie Atomraketen geben. Diese sind dann wie in den älteren "C&C"-Teilen nur in gewissen Zeitabständen einsetzbar. Anders als in früheren Teilen ist es jedoch nicht mehr möglich Gebäude zu bauen und dann einfach in die Landschaft zu stellen. Stattdessen müssen nun (wie in vielen anderen Spielen) spezielle Einheiten für das Bauen der Gebäude sorgen. Neben der tollen Grafikengine gibt es auch eine ausgefeilte Physikengine. Man kann mit fast allen Dingen interagieren. Panzer umfahren Bäume zum Beispiel nicht mehr sondern rollen einfach drüber. In der Vorführung beschoss ein Panzer außerdem einen hohen Turm der zusammenbrach. Dabei beschädigte er einen weiteren Turm, der ebenfalls zusammenbrach. Das ging dann noch ein paar mal so weiter, bis schließlich der letzte Turm auf einen Panzer stürzte und diesen vollständig zerstörte. Ein weiteres nettes Detail, das zwar nichts mit der Physikengine zu tun hat, aber trotzdem ein netter Effekt ist: Wenn man mit einem oder mehreren Panzern in eine Stadt rollt fliehen die verängstigten Zivilisten und verstecken sich in ihren Häusern. In den bereits erwähnten Multiplayerpartien will Westwood außerdem das Erstellen eigener Ligen und das Spielen abseits der offiziellen Server gestatten, im Gegensatz zu Blizzard beispielsweise. Für Internetschlachten eines Blizzardspieles muss man sich im Battle.net registrieren. Westwoods Entscheidung hat zumindest eine gute und eine schlechte Seite: einerseits können sich durch diese Maßnahme wesentlich flexiblere Laddersysteme entwickeln, das Spiel könnte dadurch länger interessant bleiben. Andererseits wird es auch für Raubkopierer dadurch vermutlich leichter mit gebrannten Versionen im Internet zu spielen, was bei "WarCraft 3", "Diablo 2" und Co. nur sehr schwer möglich ist. Nicht-Spieler können im bereits aus anderen Spielen bekannten Spectator-Modus laufende Partien verfolgen. Darin soll dann sogar ein Bullet-Time-Effekt eingebaut sein. Modder und Hobby-Levelbastler wird es außerdem freuen dass schon Ende dieses Jahres der Leveleditor zu "Command & Conquer - Generals" erscheinen soll. |