22.02. – Megaupload: Gründer Kim Schmitz auf Kaution frei
Rund einen Monaten nach der Zerschlagung des Filehosters Megaupload (und der Anonymous-Rache dafür) ist der in Neuseeland festgenommene deutsche Megaupload-Gründer Kim „Dotcom“ Schmitz wieder auf freiem Fuß. Ein Richter in Auckland entschied, dass keine Fluchtgefahr bestehe, da das gesamte Vermögen des Internetmillionärs beschlagnahmt sei – daher die Freilassung auf Kaution. Ein Rückschlag für die US-Behörden, die seine Auslieferung fordern.
Entgegen zweier früherer Entscheidungen hatte Richter Nevin Dawson keine Bedenken, Schmitz auf freien Fuß zu setzen. Neben der Beschlagnahmung seines Vermögens hat das auch persönliche Gründe: Die Familie sei für den Megaupload-Gründer ein Grund in Neuseeland zu bleiben, so Dawsons Ansicht. Allerdings hat Schmitz Internetverbot und darf sein Anwesen in Auckland nur im medizinischen Notfall verlassen.
Dass die neuseeländische Justiz ihn auf Kaution freilässt, ist ein Teilerfolg für Schmitz, der sich laut US-Vorwürfen massiver Internetpiraterie schuldig gemacht – die Anklageschrift wurde gerade erst um weitere Vorwürfe wegen Verletzung des Urheberschutzes und Betrugs ergänzt – hat, da Megaupload das Herunterladen von urheberrechtsgeschützten Werken ermöglichte. Im Fall einer Auslieferung an die USA drohen ihm dort bis zu 20 Jahre Haft, doch wird eine Anhörung zu den Auslieferungsanträgen wohl erst im August stattfinden. Eine wichtige Frage wird dabei wohl sein, inwieweit Schmitz dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass der Filehoster Megaupload von Usern zum Verbreiten von Raubkopien – ob nun Musik, Filme oder Games – missbraucht wurde.