18.01. – "Angry Brides": Bereits mehr als 270.000 Spielende
Als Protestaktion gegen die Mitgift-Praxis in Indien wurde von
Entwickler Shaadi "Angry Brides" ins Leben gerufen und mittlerweile
haben mehr als 270.000 User mit dem Game ihren Unmut darüber Luft
gemacht, dass in Indien nach wie vor tausende Frauen jährlich getötet
werden, weil sie keine oder eine zu geringe Aussteuer mitbringen, berichten heute die Kollegen von browserspieler.de.
Im Facebook-Game, das namentlich und zum Teil auch im Gameplay an den bekannten Titel "Angry Birds" angelehnt ist, attackieren Bräute einen Arzt, einen Ingenieur sowie einen Piloten mit Besenstielen und Pumps, was die Opfer der Angriffe nicht davon abhält jeweils eine Mitgift zu fordern. Treffen die Bräute dabei ins Schwarze, wird virtuelles Geld in einen Anti-Mitgift-Fonds gesteckt.
In Indien ist die Tradition der Mitgift zwar seit 1961 verboten, sie hat sich aber dennoch vereinzelt gehalten. Schätzungen gehen davon aus, dass allein 2010 rund 8000 Frauen sterben mussten, weil sie keine oder eine zu geringe Aussteuer mitbrachten. Erschwerend für die Betreiber derartiger Projekte kommt hinzu, dass sie in Indien mit staatlicher Zensur zu kämpfen haben. Derzeit ziehen neben Facebook und Google auch Unternehmen wie Microsoft und Yahoo vor Gericht, um sich gegen die Regierungsvorgabe zu wehren, vermeintlich anstössige Inhalte wie Politikerbeleidigungen löschen zu müssen und berufen sich dabei auf die Meinungsfreiheit.