13.01. – Riot Games spricht sich gegen "Stop Online Piracy Act" aus
Brandon Beck, CEO und Mitbegründer von Riot Games, hat einen Appell an die "League of Legends"-Community veröffentlicht, in dem er zum "Stop Online Piracy Act", kurz SOPA, Stellung nimmt. Obwohl es ein US-Gesetz ist, könnte es negative Auswirkungen für "League of Legends"-Spieler weltweit haben.
Brandon Beck betont in seinem Schreiben, dass sich Riot Games normalerweise nicht politisch äußert, jedoch sei das Gesetz, über das in diesen Tagen im US-Kongress beraten wird, derart besorgniserregend, dass auch eine Spielefirma nicht tatenlos zusehen könne. Darum wollen wir vorab einen Blick auf die möglichen Auswirkungen des Gesetzes auf "League of Legends" werfen.
Wie würde SOPA/PIPA Spieler von "League of Legends" beeinflussen?
- Streaming wird ein Ende bereitet. Wenn beispielsweise auch nur ein einzelner Streamer urheberrechtlich geschützte Musik in seinem Stream abspielt (oder kurz zu einem Fenster mit einem Film oder einem anderen geschützten Inhalt wechselt und diesen damit zeigt), besteht das potentielle Risiko, dass der gesamte Streaming-Anbieter abgeschaltet wird. In einigen Fällen könnte dies sogar rechtliche Strafen für den Streamer nach sich ziehen.
- Die Erstellung unabhängiger Inhalte wird bedroht. Dienste, die User benutzen, um beispielsweise Inhalte im Zusammenhang mit "League of Legends" zu erstellen oder zu teilen, etwa YouTube, Reddit, oder DeviantArt, und Streaming-Websites, wie etwa Own3d und Twitch, und viele weitere Seiten könnten gezwungen werden, ihre Dienste einzustellen oder zumindest den Umfang erlaubter Inhalte stark einzuschränken.
- Angriffe gegen die Community. Teile des Angebots von Riot Games, etwa die offiziellen Foren oder möglicherweise sogar der Chat im Spiel könnten abhängig vom Nutzerverhalten abgeschaltet oder eingeschränkt werden müssen.
- Weitere schädliche Auswirkungen. SOPA/PIPA hintergeht weiterhin bestehende Schutzrechte, etwa den DMCA ("Digital Millennium Copyright Act"; ermöglicht es beispielsweise Inhaltsanbietern, Rechtsansprüche zu vermeiden, indem illegale Inhalte nach deren Bekanntwerden zeitig entfernt werden), und das in der Verfassung der Vereinigten Staaten gewährte Recht auf freie Meinungsäußerung und könnt zudem dazu führen, dass die grundlegende Sicherheitsinfrastruktur des Internets beeinträchtigt wird.
"Das mag sich alles recht unwahrscheinlich anhören, aber es stellt eine wahre Bedrohung dar. Der Kongress wird Ende Januar wieder einberufen werden. Nachdem beide Seiten eine lange Liste an Unterstützern vorweisen können, könnte SOPA/PIPA tatsächlich genehmigt werden. Die Wahrscheinlichkeit ist so groß, dass einige Technologiegiganten, darunter Google, Amazon, Facebook und Twitter, so weit gehen, öffentlich über mögliche gleichzeitige vorübergehende Abschaltungen aus Protest nachdenken.
Riot Games ist gegen SOPA/PIPA in deren aktuellen Wortlaut. Auch wenn wir Bemühungen im Kampf gegen Online-Piraterie unterstützen, so würde uns, unseren Spielern und den Online-Communities aus der ganzen Welt der aktuelle Wortlaut dieses Gesetztes zu teuer zu stehen kommen würden", schreibt Beck in seiner Mitteilung.