16.09.2010 – "World of Warcraft: Catalysm" - Worgen Tagebuch, der elfte Eintrag.
Gilneas, elfter Eintrag:
Liebes Tagebuch!
Ich reise eine lange befestigte Straße entlang und erkenne am Horizont eine kleine Gruppe von Häusern. Das „Dorf“ ist von einer kleinen Mauer umgeben und der Wind trägt seltsame Geräusche zu mir die Straße herab.

Es klingt, als wenn spitze Nadeln über eine Schiefertafel kratzen. Bei dem Geräusch bekomme ich eine Gänsehaut. Ich bin gespannt, was mich in dieser Siedlung erwartet. Das Haus zu meiner Linken erregt meine Aufmerksamkeit.

Ich höre Stimmen aus dem Haus. Eine davon kommt mir sehr bekannt vor. Die liebe Gwen Armstead! Sie erklärt mir die momentane Lage.

Es sieht gar nicht so schlecht aus. Die Verwundeten ruhen sich in dem Haus hier aus, einige der Flüchtlinge sitzen vor dem Gebäude und ein paar sind in den angrenzenden Häusern untergebracht. Leider ist nur die vordere Hälfte des Dorfes nutzbar. Der hintere Teil ist von Spinnen verseucht. Aha, daher diese grässlichen Geräusche … Im hinteren Teil des Hauses finde ich auch Lorna Crowley.

Wie es scheint, haben es alle hierher geschafft. Das freut mich! Lorna hat ein Tagebuch gefunden, nur leider fehlen einige Seiten. Sie mag heraus finden, was hier in Sturmsiel nach Ausbruch der Seuche geschehen ist. Es kann ja sogar sein, dass es hier draußen noch Überlebende gibt. Laut Lorna müssten die fehlenden Seiten im Dorf zu finden sein. Ich gehe beim Händler noch etwas einkaufen und frische meine Rationen auf.

Die Spinnen sind wirklich überall. Sie sind fast so groß wie ausgewachsene Hunde. Ihre langen Schwert ähnlichen Beine kratzen über die Pflastersteine der Straße. Ekelhaft, ich mag Spinnen nicht. Ich sprinte auf die erste Spinne zu. Ich bringe es lieber schnell hinter mich.

Die Spinne bemerkt mich und hebt ihre beiden Vorderbeine abwehrend an. Ich trenne sie mit meinem Dolch und dem Schwert einfach durch, meine Klingen schneiden durch das Chitin wie durch trockenes Holz.

Ein abwärts gestoßener Dolch macht der Spinne den Garaus. Die Spinne sackt zusammen und bleibt auf einem Fetzen Papier liegen. Das ist doch eine der gesuchten Seiten?

Super, das spart mir Zeit! Ich jage die anderen Spinnen, so schwer ist das nicht. Die Tagebuch Seiten finden sich auch sehr schnell, wenn man erst einmal weiß, wonach man suchen muss. Ich sammle die Seiten zusammen und gehe wieder zu Gwen Armstead. Sie hat nicht unbedingt gute Nachrichten für mich.

Wie es scheint, hat meine Säuberungsaktion nicht viel gebracht. Ich werde wohl zu drastischeren Mitteln greifen müssen. Die Mutter dieser Spinnen soll Rygna heißen. Ich müsste sie am Rand des Schwarzforstes finden. Sie soll besonders stark und gerissen sein, man gibt einer Spinne nicht umsonst einen Namen. Ich bin gespannt. Das sollte für mich eigentlich kein Problem sein, wenn ich da an all diese Untoten denke, die ich inzwischen besiegt habe ... Hinter dem Dorf ist der Schwarzforst. Das Laub fühlt sich unter meinen Füßen sehr angenehm an. Der Wald hat eine ungemein erfrischende Wirkung auf mich. Nach einigen Metern verändert sich der Wald.

Spinnweben hängen an Bäumen und deren Ästen. Es finden sich kaum wilde Tiere in diesem Abschnitt des Waldes. Etwas muss ihnen Angst einjagen ... Ob das diese Spinne ist? Selbst der Boden fühlt sich schwammig an. Spinnweben überall … Spinnweben … Ist das ekelhaft ... Der Wald schaut nun aus wie ein riesiges Spinnennetz. Es krabbelt um mich herum, kratzende Geräusche hinter und vor mir. Da ist sie! Größer als ein Pferd und schwarze Beine wie aus Onyx. Sie stakst auf mich zu und ihre vielen Augen bohren sich in meine Seele.

Aus ihren Mundwinkeln tropft Gift. Sie öffnet den Mund und es sammelt sich dort weißes Zeug.

Ihr Körper krampft sich und sie spuckt mir einen weißen Schleimball vor die Füße. Dieses verdammte Biest! Sie hat mich am Boden fest gekleistert! Ich kann mich nicht mehr bewegen! Ihre Beine stoßen von allen Seiten auf mich ein, ich kämpfe nicht nur gegen einen Gegner.

Rygna´s Beine schlagen und stoßen so schnell von allen Seiten auf mich ein, dass ich am Boden fest gekleistert recht chancenlos bin. Wo ist mein Selbstvertrauen? Wo ist meine wilde Kraft? Ihre vorderen Beine stoßen mich zu Boden und nageln mich am Waldboden fest. Ihr Maul öffnet sich und ihre spitzen Dolchzähne bohren sich durch mein Fell in mein Fleisch. Feuer in meinen Adern! Ich kann mich nicht konzentrieren! Rygna hat mich vergiftet. Ich lasse meine Waffen fallen. Ich sehe immer weniger, es wird mit schwarz vor Augen. Ich sehe nur noch Rygna´s Maul vor mir und dann nichts mehr … Sie zischt, es könnte fast nach einem Lachen klingen... . Ich falle in eine tiefe schwarze Nacht... .

„Raigy … Raigy … Du bist nicht tot … los, mach die Augen auf!“
Mir ist warm, meine Haut kribbelt.

Eine warme Stimme spricht zu mir. Ihre Stimme klingt nach Elfenmusik. An ihrer Seite steht ein weißer Wolf, Goldrinn. Er steht mit hoch erhobenem Haupt bei einer Elfe und schaut fordernd auf mich herab!
„Los! Steh auf, Raigy! Die Magie der Druiden fließt durch deine Adern! Deine Wunden sind geheilt! Los, erhebe dich und erlöse die arme Seele dieser Spinne!“

Ich schlage die Augen auf und sehe einen anderen Worg an meiner Seite. Seine Hände sind von wirbelnden gesunden grünen Laubblättern umfangen. Magie! Druiden Magie!Die Magie der Elune ... war es ihre Stimme? Keine Zeit zum lange Überlegen. Ich springe auf und stürze mich auf die Spinne.

Die Wunden, die Rygna bei mir schlägt, verheilen sofort wieder. Der Worgen Druide hinter mir wirkt weiter seine Magie. Ich springe über ein zuschlagendes Bein der Bestie und schlage mit dem Dolch nach den Augen der Spinne. Eine Säule aus Licht bohrt sich in den Schädel des Monsters, der Druide greift in den Kampf mit ein.
Ich springe vom Bein der Spinne auf ihren Kopf und setze mich rittlings auf ihren Rücken. Ich lasse die Klingen in meinen Händen wirbeln und stoße beide Waffen in den unter mir auf bockenden Leib! Gift und grünes Blut läuft mir über die Hände. Rygna zuckt und zittert am ganzen Körper ihr Todeskampf wirft mich fast von ihr herunter! Der Druide und ich rennen zurück in die Stadt. Bisher keine Zeit für ein Wort des Dankes.
