11.05.2010 – Gedanke zum Tag: Epochen-Frage
Die Zahl der zur Zeit des Zweiten Weltkriegs spielenden Games ist kaum auszumachen. Ich persönlich bin diesen gegenüber zwar nicht prinzipiell abgeneigt, aber es gibt sicherlich genug Leute, die es einfach nicht mehr sehen können. Die Alliierten landen in der Normandie – schon wieder. Natürlich kann ich ein solches Gefühl nachvollziehen, denn wirkliche Neuheiten bietet kaum einer der Titel. Ein Tigerpanzer zerstört ein Haus – schon wieder.
Natürlich ist das auch für die Entwickler ein Problem, denn schließlich lässt sich eine Epoche nicht komplett neu erfinden. Deutsche oder japanische Soldaten erschießen wehrlose Gefangene – schon wieder. Die Zutaten für dieses Szenario sind eben klar vorgegeben. Die Nazis führen ihren Blitzkrieg, die Japaner greifen Pearl Harbor an und die Amerikaner kommen, um die Welt vor dem sicheren Untergang zu bewahren – schon wieder. Der einzige Spielraum, der bleibt, sind alternative Enden, aber auch das wurde bereits behandelt.
Warum aber wagen sich die Entwickler nicht an Zeitabschnitte der Menschheitsgeschichte heran, die bisher in so gut wie keinem Spiel behandelt wurden. Die Steinzeit zum Beispiel. Abgesehen von „Empire Earth“ fällt mir jetzt spontan kein Game ein, in dem diese ewig lange andauernde Spanne auch nur ansatzweise aufgekommen ist (Sollten Sie eines kennen, schreiben Sie mir bitte ein Mail an mj@gamingxp.com).
Aber auch spätere Szenarien sind meiner Meinung nach noch nicht zur Gänze ausgeschöpft worden. Das antike Ägypten, das Leben auf den amerikanischen Kontinenten vor der Besiedlung durch den weißen Mann und die letzte Eiszeit. Ich stelle mir all diese Szenarien äußerst spannend vor. Ein Rollenspiel, das während oder gegen Ende der letzten Eiszeit spielt, in dem der Spieler auf eine mit ihm reisende Gruppe achten muss, sich mit wilden Tieren um Nahrung streitet und seine komplette Ausrüstung selbst aus Gegenständen zusammenbastelt zum Beispiel. Wäre doch technisch machbar, oder?
Die Möglichkeiten wären schier unendlich, da kaum jemand behaupten könnte, es sei nicht so gewesen. Wie dem auch sei. Ich wende mich jetzt wieder meinem heutigen Ziel zu, nämlich die rote Flagge der Sowjetunion auf dem Berliner Reichstag zu hissen – schon wieder.