04.05.2010 – Gedanke zum Tag: Falsche Strategie
Das war’s dann wohl. Die Kornspeicher sind leer, die Bevölkerung sucht das Weite und mein Berater meldet sich alle zwei Minuten mit dem Satz „Wölfe sind in der Burg, Sire“. Das Ende kam schnell, obwohl meine Strategie zunächst gar nicht so schlecht zu sein schien.
In etwa so müssen sich wohl zurzeit auch die Regierungsmitglieder Griechenlands fühlen, mit dem Unterschied, dass die ihre Mission nicht einfach neu starten können wie ich die meine in „Stronghold“. Ein klassischer Fall von GAME OVER würde ich sagen. Doch Gott sei Dank stehen Griechenland die EU-Staaten in dieser schweren Zeit zur Seite – aus purer Nächstenliebe natürlich.
Da nun die griechische Bevölkerung für die Fehlentscheidungen ihrer staatlichen Führungskräfte gerade stehen muss, sind auch die Reaktionen (Aufmärsche, Proteste und in den nächsten Tagen vielleicht sogar ein Generalstreik) durchaus verständlich. Es ist ja nicht so, als wäre die Staatspleite nicht vorhersehbar gewesen, aber trotzdem staune ich jeden Tag, wenn ich in den Nachrichten die neuesten Entwicklungen zu diesem Thema zu sehen bekomme.
Schlussendlich beschäftige ich mich aber trotzdem nur ungefähr zehn Minuten damit, denn dann wird schon die nächste katastrophale Entscheidung präsentiert. Der deutsche Nationaltrainer Jogi Löw verwehrt Spitzenstürmer Kevin Kuranyi die Teilnahme an der Fußball WM 2010. Na wenn das mal keine falsche Strategie ist, die vielleicht die gleichen Reaktionen wie in Griechenland hervorrufen wird.