03.05.2010 – Gedanke zum Tag: Leere Versprechungen?
Heute möchte ich auf etwas eingehen, was mein Kollege Stefan in der GamingXP-Printausgabe #19 ansprach: Werden Spiele einfach unter ihrem Wert verkauft, oder sind die Titel wirklich nicht mehr so gut?
Als ich letztens einen meiner Lieblingstitel wieder einmal anspielte, wurde mir eines bewusst: 2007 erfuhr ich erstmals von diesem Spiel, und die Videos dazu sahen derart vielversprechend aus, dass es eigentlich an ein Wunder grenzen müsste, wenn dieses Game kein Top-Titel werden wird! Die Entwickler sprachen von einer Revolution, einer erstmals richtig implementierten Kollisionsabfrage machten einfach nur noch Lust auf mehr. Der Riesenfan von Rollenspielen in mir (welcher sich als wirklich groß herausstellen sollte) freute sich auf jeden Tag, der mich dem Release des Titels näherbringen würde. Hier ein Video von 2007, welches das Spiel umreißt:
Doch was dann schlussendlich hierzulande in den Verkaufsregalen stand, hatte mit dem Hype von vor fast drei Jahren nur noch wenig zu tun - leider. Denn für meine Begriffe wurde der Titel zu sehr verwestlicht, und die ganzen starken Punkte wie lebendige Kollisionsabfrage mit realistischem Schwertkampf, Teamangriffe und der nahtlose Übergang zwischen Menüs, Map und dem Spiel selbst wurden wegrationalisiert. Wirklich schade, denn obwohl der Ableger seit seiner Präsentation 2007 viele Lorbeeren verdient hätte, bekam der Titel nur eine Gesamtwertung von 64/100 (metacritic.com). Und was bleibt zu sagen? Das Endprodukt hat diese Wertung verdient. Ein Video gefällig?
So bleibt die Frage offen, was wirklich passiert ist: Hat der Publisher zu viel Dampf gemacht, um das Produkt zu finalisieren? Wurden die guten Ideen für die zahllosen RPG-Fans einfach gestrichen, und wenn ja, wer hat hier das Sagen? Derart an der Zielgruppe vorbeientwickeln sollte in der heutigen Zeit wirklich nicht mehr vorkommen, mit all der PR und Zielgruppenorientierung, die heute gang und gäbe sind. Was auch immer der Grund gewesen sein mag, ein enttäuschter Fan wird sich in Zukunft zwei Mal überlegen, den nächsten Titel, auf den er sich freut, ohne vorheriges Anspielen zu kaufen...