Wieder einmal wird eine berühmte Lizenz versoftet. Wie so oft wurde daraus ein eher mittelmäßiges Spiel, das außer den Charakteren kaum etwas mit der Serie zu tun hat. Bei "Wallace and Gromit in Project Zoo" ist vielmehr der Spaß darauf beschränkt, dass Sie nur Gromit, den berühmten Hund, selbst steuern und Wallace nur zeitweise eingreifen kann.
Dahingehend ist dieses Jump and Run nur für die absoluten Fans konzipiert. Sie müssen immer wieder Schrauben suchen (schon oft gesehen), Schalter umlegen und Kisten verschieben ("Tomb Raider" lässt grüßen) sowie ein paar kleine Rätsel lösen - dies alles wie bereits erwähnt ohne den Hauch einer Innovation.Die Entwickler und Designer
Angeblich hat ja Nick Park, der Erfinder von "Wallace and Gromit", selbst an der Geschichte mitgeschrieben. Die Geschichten der beiden strotzen ja auch nicht allzu oft von Einfallsreichtum, also könnte dies durchaus sein. Dennoch durfte er sich zumindest ein wenig mit der Story befassen.
David Braben, der Chef des Entwicklerteams Frontier Developments ist vielen vielleicht ebenso bekannt - als Co-Autor von "Elite". Dieses wird heute noch als eines der besten Spiele aller Zeiten angesehen. Nicht ohne Grund, doch "Elite" hat mit "Wallace and Gromit in Project Zoo" ebenso viel gemeinsam wie Knetmasse und Hunde.
Gut, in diesem Fall haben diese Dinge vielleicht wirklich etwas gemeinsam, doch Braben und Park zusammen könnten durchaus ein gutes Spiel auf die Beine stellen. Was auch immer der Grund war, dass es nicht geklappt hat, bleibt nur zu vermuten. Vielleicht Geldmangel, Zeitdruck oder was auch immer. Schade jedenfalls um diese Lizenz.Die Story
Wer wirklich die "tolle" Story lesen will, sollte wissen, dass Wallace und Gromit ihren Adoptiv-Eisbären Archi im Zoo besuchen wollten. Wie auch immer: Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu und der böse Pinguin Feathers hat Archie gekidnappt und alle Baby-Tiere des Zoos in Käfige eingesperrt.
Diese hängen lustigerweise in den Levels herum: An Bäumen, Rohren und Stangen wackeln diese um die Wette. Warum Feathers nicht einfach einen großen Käfig genommen hat, diesen fest verschlossen bei sich aufbewahrt und den Schlüssel dazu versteckt - all das bleibt im Unklaren beziehungsweise wird nicht geklärt.
Wie auch immer: Als Gromit sind Sie also großteils damit beschäftigt, an irgendwelchen Bäumen herumzuklettern, sich zu fragen, warum manche Wege erreicht werden können und andere nicht und ein paar lustige Robotertiere umzunieten. Das war es dann schon wieder, bis auf die Tatsache, dass Wallace immer wieder einige Gerätschaften repariert.Das Gameplay
Als wäre die schlimme Story nicht schon genug der Grausamkeit, die Steuerung verschlimmert das Ganze noch. Einmal hypersensibel, ein anderes mal ungenau, steuern Sie dem Untergang entgegen. Die Sprungpassagen sind genauso gut gelöst. Wenn Sie Glück haben, hängt sich Gromit an eine Ecke, wenn Sie Pech haben, dann: Absturz ...
Was fehlt noch für ein geniales Spielerlebnis? Genau: Eine schlechte Kamera. Diese ist glücklicherweise auch bei "Wallace and Gromit in Project Zoo" unglücklich positioniert und weist den Weg zum nächsten Abgrund genauso schlecht wie zu den meisten Gegnern. Dass die Kollisionsabfrage ungenau ist, passt vorzüglich zum Spiel.
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