Terminal Reality bestückt uns einmal wieder mit einem Grusel-Adventure der Extra-Klasse. Blair Witch Vol. 1: Rustin Parr ist der erste Teil von 3 verschiedenen Geschichten, basiert vollkommen auf der Nocturne-Engine, und greift auch dessen Rahmenhandlung wieder auf.
Am Anfang befinden wir uns im Jahre 1941, im Hauptquartier des Spookhouses, welches eine von der Regierung geheimgehaltene Organisation für die Erforschung und Bekämpfung übernatürlicher Kräfte ist. Sie schlüpfen in die Rolle von Elspeth Holiday, einer Wissenschaftlerin und ärztin, und müssen sich für ihre erste Mission im Aussendienst in einem Tutorial bewehren. Wie manche vielleicht wissen, begegnete uns Doc Holiday auch schon in Nocturne, allerdings hatte sie damals keine Aussenmissionen bekommen, sondern hielt sich hauptsächlich im Labor auf. Nachdem sie das Tutorial bewältigt haben, bekommen sie ihre erste Mission zugeteilt. Sie besteht darin, einen Ritualmord an 7 Kindern, ausgeführt von einem Mann namens Rustin Parr in der Kleinstadt Burkittsville, zu untersuchen. Es geht das Gerücht um, dass die alte Hexe Blair, die früher in den angrenzenden Wäldern ihr Unwesen trieb, dafür verantwortlich sei. Die Untersuchungen bringen sie in die dunkelsten Wälder, zu den schrecklichsten Orten und decken immer mehr die verschleierte Wahrheit auf. Natürlich bleibt auch die Action hier nicht auf der Strecke. Hier und da kommt es schon einmal vor, dass man eine Horde von Zombies ins Jenseits befördern muß.
Die Steuerung ist, wie auch bei Nocturne, am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Man kann entweder mit Tastatur, Maus, Joystick, oder einem Gamepad das Spiel bedienen. Dank des Auto-Zielens wird die Steuerung ein bisschen vereinfacht. Auch das Auto-Healing, das automatisch eine Doctor´´s Bag aus dem Inventar aktiviert, erspart einem sehr viel Tasten-Stress in der Hitze des Gefechts. Unsere Doc Holiday besitzt ein sogenanntes Journal, dass man während des Spieles aufrufen kann, auf dem sie sich jedes Gespräch, jede Aufgabenstellung und sogar eine Landkarte aufzeichnet. Ebenso ein nettes Zubehör ist der Spectral Proximity Sensor, der je nach Nähe eines übernatürlichen Wesens, stärker bzw. schwächer ausschlägt. Dicker Nebel in einer finsteren Nacht ist auch kein Problem dank den Nightvision Goggles, durch die man aus der Ego-Perspektive hell erleuchtet, allerdings nur unscharfe Umrisse, sehen kann, was die Spannung gleich wieder steigert. Ansonsten gibt es noch ein ganz normales Inventar, das jegliche Gegenstände wie Heilungs-Packs, Schlüssel, Kompass, usw. enthält.
Das herausragendste an der Nocturne-Engine ist, meiner Meinung nach, die Grafik. Im Prinzip wandert man vor vorgerenderten Hintergrundbildern mit einer üblichen Polygon-Figur. Doch der große Unterschied zu anderen Grafik-Engines ist, dass jeglicher Echtzeiteffekt auf die Hintergrundbilder übertragbar ist. Das heißt zum Beispiel, dass jede Figur einen perfekten Schatten wirft, und sich dieser, je nach Lichtquelle verändert. Das Spiel wird von Details praktisch überflutet. Fliegende Patronenhülsen, aufsteigender Rauch aus Pistolen, Fussabdrücke in Blutlacken, und noch viel mehr was das Auge erfreut ist zu sehen. Die Figuren selber sind sehr realistisch gestaltet und stechen nicht, wie bei manchen anderen Adventures, aus den Hintergrundbildern heraus. Das Spiel unterstützt im Software Modus maximal 640x480 und im Hardware-Modus allen anderen Auflösungen auch. Allerdings haben diese netten Effekte auch ihren Performance-Preis und man sollte, wenn man einen eher schwachen Computer hat, die Auflösung lieber nicht zu hoch stellen. Der Sound ist sehr stimmungsvoll und baut die Spannung perfekt mit auf. Auch hier fehlt es nicht an Einstellungen. Man kann von der Lautstärke bis hin zur Audio-Frequenz alles verändern. Blair Witch zieht einen richtig in die fesselnde Handlung hinein und läßt nicht mehr los. Nicht wie bei dem Vorgänger Nocturne wird der Spielspaß durch endlose dumme Ballereien getrübt, sondern Blair Witch setzt viel mehr auf eine gute Rahmenhandlung und endlose Spannung.
Zusammenfassung
Blair Witch ist ein wirklich gelungenes Grusel-Adventure. Die geniale Grafik und der stimmungsvolle Sound versetzen einen so richtig in ein unglaublich spannendes Ambiente. Es wird auch nicht zu dick mit Zombie-Ballereien aufgetragen. Für dieses Spiel muß man allerdings einige Schocker ertragen können. Also, diejenigen, die Horror-Filme meiden und dunkle Räume hassen, sollten lieber die Finger von diesem Spiel lassen, denn Blair Witch ist manchmal ganz schön nervenaufreibend. Für alle anderen ist dieses Prunkstück wirklich ein Muß.
|
|