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SPIELINFO

Clive Barker's Undying

Plattform: PC Clive Barker's Undying (PC)

Genre: Action
Release: 15.03.2001
Vertrieb: Electronic Arts
Entwickler: DreamWorks Interactive
Webseite: www.dreamworksgames....
Alle Informationen zum Spiel
SYSTEMANFORDERUNGEN
Minimale Anforderungen:
CPU: keine Angabe
RAM: 64 MB
Festplatte: 350 MB
Grafikkarte: keine Angabe
Empfohlene Hardware:
CPU: keine Angabe
RAM: 128 MB
Festplatte: 850 MB
Grafikkarte: keine Angabe
Review
 

13.05.2001 – Clive Barker's Undying

von Heinrich Fink (ehem. Mitarbeiter)



Feedback
"Clive Barker`s Undying", veröffentlicht von Electronic Arts, ist eine Mixtur aus dem FPS- und Horror-Adventure-Genre und bietet um einiges mehr als nur ein gewöhnliches Ballerspiel. Der Anstoß zur Entwicklung und die Hauptidee der Story des Spiels kommt von niemand anderem als Steven Spielberg. Seine Story wurde dann zu Clive Barker getragen, einer bekannten Person aus der Horror-Ecke. Nach und nach bildete sich ein Team von Designern und Programmierern, die das Projekt dann in die Realität umsetzten.

Viele Spiele-Entwickler aus dem Grusel-Genre meinten, dass sich der Spieler aus der Ego-Perspektive nicht so leicht mit dem Helden identifizieren würde, allerdings, so meinen die Entwickler von "Undying", müsse er das auch nicht, denn in der Ego-Perspektive steckt man ja sozusagen schon im Körper des Helden und fühlt alles aus erster Hand heraus mit.

Wichtig zu erwähnen wäre auch noch, dass "Undying" eine modifizierte "Unreal Tournament"-Engine verwendet. Dies gab den Entwicklern den Vorteil, dass sie eine schon ausgereifte Spiel-Engine verwenden konnten und die somit gesparte Zeit in das Design und Gameplay investieren konnten. Nur die künstliche Intelligenz der Charaktere und ein eigenes Partikel-System wurden neu geschaffen.

Story



Ihr schlüpft in die Rolle eines Helden namens Patrick Galloway. James Covenant, ein alter Freund, mit dem Galloway im Krieg Seite an Seite kämpfte, bittet Euch, ohne den Grund zu nennen, um Hilfe. Um seiner Bitte nachzukommen, reist Ihr in ein verlassenes Land in Schottland, auf dem sich die Villa von James Covenant befindet. Als Ihr sein Anwesen erreicht habt, erwarten Euch einige seltsame und unheimliche Begegnungen. Beim ersten Treffen mit James Covenant erklärt dieser Euch, dass seine ganze Familie unter einem Fluch leidet: Seit er als Kind bei dem großen Steinkreis, der an das Anwesen angrenzt, heimlich mit seinen Geschwistern ein Ritual aus kindlicher Leichtsinnigkeit durchführte, löst dies seltsame Ereignisse aus. Lisbeth, eine seiner Schwestern, begann sich immer mehr für schwarze Magie zu interessieren und verbrachte manchmal Stunden im Mausoleum der Familie. Manche Bediensteten der Familie behaupten sogar, über dem Feld eine Gestalt mit Flügeln, die Liebeth ähnelte, schweben gesehen zu haben. Die Lage wurde mit der Zeit immer kritischer, nahezu der ganze Covenant-Clan verschwand auf mysteriöse Art und Weise, und doch meinen einige, die Anwesenheit der Geschwister zu spüren. Genau dass erfüllt sie mit Angst.


Nachdem Euch Covenant seine Geschichte erzählt hat, gibt er Euch den Auftrag, den Fluch endlich zu beenden. Das wird keine leichte Aufgabe, aber da Galloway ihm noch einen Gefallen schuldig ist, willigt er ein und verspricht diesen lästigen Fluch zu endgültig zu beseitigen.

Nun erwartet Euch eine lange Reise an die unglaublichsten und düstersten Orte. Die angeblich verstorbenen Geschwister tauchen immer wieder auf und erschweren Euch die sowieso schon schwierige Aufgabe. Manche Ereignisse reichen bis in die tiefste Vergangenheit: Steckt vielleicht doch noch etwas mehr dahinter als vermutet?

"Undying" orientiert sich an einer eher klassischen Story: Der Familienfluch, düstere Geschehnisse aus der Vergangenheit und ein altes, großes Haus, in dem es spukt. Die Geschichte ist natürlich stark vom Stil des Horror-Autors Clive Barker geprägt und macht einen sehr guten und spannenden Eindruck. Es kommt sehr selten vor, dass ein FPS einen so gut durchdachten Hintergrund bietet.

Die Waffenauswahl ist wohl auch sehr einzigartig und selten in einem FPS wiederzufinden: Außer dem Standard-Revolver und der Shotgun befinden sich sehr antike und okkulte Waffen in unserem Arsenal. Hier finden wir zum Beispiel auch eine Sense, die im Nahkampf so einige Köpfe rollen lässt, oder einen Drachenkopf, der Eisbrocken speit, etc. Zusätzlich haben wir noch eine Menge an Zaubersprüchen zur Auswahl, die man gleichzeitig mit der Waffe aktivieren kann. Auch diese sind sehr originell und nützlich im Kampf gegen das Böse: So lassen sich zum Beispiel die erlegten Feinde wieder zum Leben beschwören, nur mit dem Unterschied, dass sie diesmal auf unserer Seite kämpfen. Die Zauber besitzen jeweils fünf verschiedene Level, die man mit sogenannten "Amplifiern" erhöhen kann. Neben der üblichen Gesundheitsanzeige befinden sich die Mana-Punkte, die man für das Aussprechen von Zaubern benötigt.

Grafik



Undying bietet wohl eine der am eindrucksvollsten gestalteten Grafiken momentaner First-Person-Shooter. Hier ließ natürlich die sehr anspruchsvolle "Unreal Tournament"-Engine den Entwicklern freien Lauf in Sachen Kreativität. Besser hätte man die Grafik wohl nicht umsetzen können. Stimmungsvolle, prachtvolle und sehr detaillierte Umgebungen lassen den Augen des Grafikliebhabers keine Wünsche offen. Eine Ausnahme sind hier die Hintergründe, die einen etwas groben Eindruck machen, doch das stört nicht allzu sehr, da man sich eigentlich meistens innerhalb eines Gebäudes bewegt. Die sehr detailliert dargestellten Charaktere vollenden den wunderbaren Eindruck der Grafik-Engine. Hier wäre vielleicht nur noch kurz das Thema "Brutalität" zu erwähnen. "Undying" setzt den Schwerpunkt nicht primär auf herumfliegende Körperteile, wie man es zum Beispiel von einem indizierten FPS-Shooter kennt. Allerdings finde ich es schon etwas makaber, wenn man gezwungen ist, einen Priester, der vor einem (echten) Kreuz betet, von hinten kaltblütig zu erschießen. Natürlich sind die Priester in "Undying" ebenso skrupellos, aber strenge Katholiken sollten diese Szenen wohl eher übersehen.

Die Zwischensequenzen sind komplett in Spielgrafik und daher nahtlos mit dem Gameplay vereint. Sehr eindrucksvolle Kameraperspektiven und die immense Detailvielfalt der Filmsequenzen vermitteln auch hier sehr beeindruckend die einzigartige Stimmung von "Undying". Auflösungen sind natürlich beliebig auswählbar, ebenso die Farbtiefen. Ich rate allerdings sehr davon ab, auf 16 Bit-Farbtiefe umzuschalten, da sich die Bildqualität sehr verschlechtert. Die Zeiten, in denen es bei der Änderung von 16- auf 32-Bit höchstens einen Performance-Unterschied und nahezu keine Bildqualitätsdifferenzen gab, sind wohl endgültig vorbei.

Man sollte auch beachten, dass die sehr aufwendige "UT"-Engine einen leistungsfähigen Rechner benötigt. Also, lieber die Auflösung oder die Detailtiefe etwas mehr herunterschrauben, um ein ruckelfreies Fürchten genießen zu können. Nebenbei waren im Spiel kaum Bugs zu finden, was wahrscheinlich auf die sehr ausgereifte "UT"-Engine und die gute, lange Entwicklungsdauer des Spiels zurückzuführen ist.

Sound



Hier hat das Entwicklerteam sich ebenso viel Mühe gegeben. Während des Spiels setzt "Undying" weniger auf einen musikalischen Soundtrack, als auf stimmungserregende Hintergrundgeräusche und Umgebungsklänge. Auch wenn teilweise etwas längere Stellen einen sehr niedrigen Lautstärkepegel haben und keinen sehr abwechslungsreichen Sound bieten, so lässt es einem umso mehr das Blut in den Adern gefrieren, wenn man plötzlich hinter sich das Kratzen von scharfen Klauen oder ein leises Wispern hinter der Wand vernimmt. Der Klang des alten Revolvers macht einen sehr authentischen Eindruck und auch die Soundeffekte der anderen Waffen bzw. Zauber sind passend gemixt.

Steuerung



Im Großen und Ganzen ist die Steuerung die übliche eines First-Person-Shooters. Originell ist allerdings, dass man neben dem Abfeuern der Waffe mit der linken Maustaste, auch gleichzeitig mit der rechten Zaubersprüche auf die Feinde loslassen kann. Das ist zum Beispiel sehr nützlich, wenn der Revolver erst wieder geladen werden muss und man nebenbei den Feind mit einem der Zauber erledigen möchte.

Spielspaß



Manche fragen sich bestimmt, was es einem gibt, sich in einem dunklen Zimmer bei einem PC-Spiel vor lauter Furcht nahezu einen Herzinfarkt zu holen. Man könnte das vielleicht mit einem Horror-Film vergleichen: über die Faszination des Horrors kann man ganze Bücher voll psychologischer Phänomene füllen. Meiner Meinung nach, kommt allerdings bei einem Spiel noch die aktive Teilnahme in dem Geschehen hinzu. Hier gilt es nicht, einfach die Augen zu schließen und zu warten bis die unheimliche Stelle vorbei ist. Es bleibt einem nur eines übrig: Zähne zusammen beißen und sich überwinden. Bei "Undying" fasziniert die Integration des Spielers in das Spiel, die durch die wunderbar vermittelte Stimmung ermöglicht wird. Man steuert nicht nur irgendeinen Helden, der umherirrt und ein paar Viecher zerballert, nein, man schleicht in dunklen Gängen herum und erwartet voller Spannung, ob sich hinter der nächsten Ecke schon die Quelle des lauten Heulens gieriger Monster befindet.

"Undying" greift die extreme "Spannungsfolter" von "Resident Evil" wieder auf und baut sie mit einer originellen Story in eine First-Person-Shooter-Umgebung ein. Obwohl "Resident Evil" natürlich ein Meisterwerk des Horror-Adventures ist, so bleibt einem doch immer wieder eine gewisse Distanz zu dem Charakter, die durch eine FPS-Engine verloren geht, was die Spannung wiederum immens erhöht.

Zusammenfassung



Undying" ist sowohl Horror-, als auch FPS-Fans wärmstens zu empfehlen. Allerdings braucht man schon starke Nerven, um sich zu überwinden, das gesamte Spiel durchzuspielen. Die wunderbare Optik des stimmungsvollen Level-Designs, unglaublich detaillierte Umgebungen, die durch die Technik der "Unreal Tournament"-Engine ermöglicht wird, verwirklichen zusammen mit dem zur Atmosphäre passenden Sound ein einzigartiges Spielerlebnis. Es gibt kaum Spiele, die eine klassische Horror-Stimmung so gut vermitteln können. Die Mitwirkung des Autors Clive Barker lässt die Qualität der Story natürlich um einiges steigen. Abwechslungsreiche Level und ein originelles Arsenal von Waffen und Zaubersprüchen lassen die teilweise etwas langwierigen Passagen leicht überstehen. "Undying" macht durch das konsequent durchgeführte Spielkonzept einen sehr abgeschlossenen und guten Eindruck.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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PROS
  • Spannnende Story durch Mitarbeit von Clive Barker
  • Stimmungsvolle, detaillierte Grafik
  • Unreal Tournament Engine
  • Abwechslungs- reiche Levels
  • Originelle Waffen
CONS
  • Teils langwierige Stellen
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