Nach einem erfolgreichen ersten Teil schickt Lexis Numerique den großen Point & Click-Detektiv Red Johnson in seinen zweiten Fall. Wie sich die Ermittlungsarbeiten anfühlen, erfahrt ihr in diesem Review.
Story
Red Johnson, der Meisterdetektiv aus Metropolis hat eine gewaltige Verbrechensaufklärungs- und Verbrecher-hinter-schwedische-Gardinen-bring-Quote. Dass dies dem Obermotz der Unterwelt natürlich weniger gut gefällt, ist klar und so setzt dieser ein saftiges Kopfgeld auf Red aus. In stetiger Angst vor einem Anschlag versteckt er sich im Hafenviertel. Doch selbst dort lauert Mord und Totschlag und er wird beinahe vergiftet. Was allerdings noch bedenklicher ist, ist die Tatsache, dass ein abgeschnittener Finger in seinem Bier herumtreibt. Nach einer kurzen Analyse ist klar, es ist der Finger seines Bruders Brown.
Doch bevor wir hier schon zu viel verraten, sehen wir uns erst einmal den Trailer zum Spiel an.
Gameplay
Bereits das erste Abenteuer von Red zeigte sich von seiner besten Seite, nun geht es im gleichen Takt weiter. Toughe Rätsel, derbe Wortgefechte und eine Menge haarsträubender Szenen bestimmt auch in diesem Ableger das Tagesgeschehen von Red.
Ohne Rätsel wär es kein „Red Johnson“ und wie die aufgebaut sind, könnt ihr auf der zweiten Seite nachlesen.
Die Rätsel sind natürlich das Um und Auf in diesem Titel. Auf der Suche nach versteckten Codes und Hinweisen stehen euch wieder die bekannte UV-Lampe und die Lupe zur Verfügung. Beide Instrumente sind praktisch im Dauereinsatz, in der Welt von Mr. Johnson gibt es immer etwas zu entdecken. Dabei präsentieren sich die Rätsel von kinderleicht bis zu extrem schwierig. Bereits zu Beginn des Spiels erwartet euch das eine oder andere Kopfnüsschen, das euch in Versuchung bringt Saul, Reds Freund, zu befragen. Der hilfreiche aber kostspielige Kollege aus dem ersten Teil ist nämlich wieder dabei und gibt euch gegen Bares den einen oder anderen sinnvollen Tipp. Die Betonung liegt auf „Tipp“, denn er gibt nicht des Rätsels Lösung preis, sondern lediglich ein paar Tipps, die in die Richtung der Lösung führen. Zusätzlich zum Verlust von ein paar Scheinen, werden euch bei Sauls Befragung auch ein paar Punkte für die Endwertung abgezogen.
Echte Detektive brauchen aber keine Hilfe! Ab und zu reicht auch ein wenig Unterstützung von der Glücksfee, natürlich nur um überhaupt ein Rätsel ausfindig zu machen. Wer denkt schon bei einem Waschbecken und einem darüber befindlichen Badezimmerschrank mit Spiegel, dass man heißes Wasser aufdrehen sollte? Warum auch? Weil natürlich etwas auf den Spiegel geschrieben wurde und dieses Etwas erst bei Wasserdampf sichtbar wird. Da es sich bei diesem Titel ja um ein Point & Click-Adventure handelt, kann man zum Glück einfach alles durchprobieren und stößt so oft auf versteckte Hinweise.
Click Noir
Neben den vielen schwierigen Rätseln gibt es aber auch ein weiteres Plus für Red Johnson und seinen „Einer gegen alle“-Fall. Und zwar die Grafik. Die geniale Film Noir Optik des Spiels zieht den Spieler in die verbrecherverseuchte Stadt Metropolis. Die grauen Zwischensequenzen passen vom Stil hervorragend zum Rest des Spiels und auch das geniale Intro spricht für die gelungene Aufmachung des Titels. Um das Ganze noch ein wenig atmosphärischer zu gestalten, gibt es in den Zwischensequenzen neben den Farben schwarz und weiß ein schönes dunkelrot für das Blut.
Dank Motion Capturing – bei diesem Teil das erste Mal eingeführt – vollführen die Spielcharaktere nun ein wenig realistischere Bewegungsabläufe. Einer der wenigen Kritikpunkte des ersten Red Johnson-Spiels konnte damit recht gut ausgebügelt werden. Das Gesamtbild lässt sich natürlich nie mit einem Shooter oder Action-Adventure vergleichen, aber innerhalb der Genregrenzen sieht „Red Johnson’s Chronicles: One against all“ sehr gut aus.
Für alle Fans der englischen Sprache gibt es eine tolle Synchronisation, für alle anderen werden deutschsprachige Untertitel mitgeliefert. Die Hintergrundmusik, wie auch die derben Dialoge passen hervorragend nach Metropolis und unterstreichen die dreckige Atmosphäre.
Was es sonst noch interessantes über das Spiel zu wissen gilt, hält Seite drei für parat.
Point & Click-Spiele präsentieren sich zum Glück nie wirklich kompliziert. So sind lediglich die ab und an auftretenden Quicktime-Events eine kleine Herausforderung, während sich das Suchen nach Hinweisen und Beweismittel recht einfach gestaltet. Erscheint ein Kreis mit der Aktionstaste, dann gibt es an dieser Stelle etwas Wichtiges zu entdecken. Wenn nicht, dann nicht. So einfach kann Detektivarbeit sein.
Atmosphäre
Das Film Noir-Flair, die schwarz, grau, weiß gehaltenen Zwischensequenzen, wie auch der raue Umgangston zeichnen ein atmosphärisches Bild der Stadt Metropolis. Dazu kommen noch die teilweise schwierigen Rätsel mit den UV-Licht und Lupeneinlagen, die auch ein wenig das Gefühl ein echter Detektiv zu sein aufkommen lassen. Auch die im Gegensatz zum Vorgänger leicht aufpolierte Grafik trägt das ihre zum soliden Erscheinen des Spiels bei.
„Red Johnson’s Chronicles: One against all“ präsentiert sich als Point & Click-Adventure-Kandidat, der das doch sehr leblose Genre wiederbeleben könnte. Zwischen den vielen billigen Abenteuern ist es doch schön zu sehen, dass es auch ein paar hochklassige Formate, neben Spielen wie zum Beispiel „Machinarium“, gibt. Knallharte Rätsel, von denen vielleicht nicht alle hundertprozentig logisch nachvollziehbar sind und der tolle Grafikstil verhelfen diesem Spiel zu einem Platz auf dem Point & Click-Olymp.
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