Gameplay
Spieltechnisch ist vieles altbekannt, jedoch schafften es die Entwickler auch neue Elemente im Spiel zu verankern, wie zum Beispiel Seeschlachten und meiner Meinung nach auch mehr Action. Besonders zweiteres gefällt, da hier trotz einer teils cineastischen Erzählweise, alles noch glaubhaft und nicht übertrieben wirkt. Los geht’s mit einer Intro-Sequenz, in der wir gleich einmal einen alten Bekannten wieder sehen: Desmond Miles. Mit dem Edenapfel bewaffnet verschafft er sich Zugang zu einem unterirdischen und entlegenen Tempel. Nach einigen Schritten, die uns tiefer in die Höhle führen, kommen wir an ein Tor, das wieder mit dem Edenapfel geöffnet wird und jetzt geht’s recht flott. Desmond kippt um und findet sich in einem Animus bzw. im Körper seines Vorfahren Connor wieder. Es verschlägt uns in das 18. Jahrhundert und unsere erste Haltestelle im neuen Land ist Boston im Jahre 1754. Zuvor bringt er noch einen kurzen Auftrag zu Ende und heuert auf einem Schiff an, um nach Amerika aufzubrechen. Wer eine gemütliche Schiffsreise erwartet, irrt sich jedoch, denn der Protagonist ist als Adeliger kein gerngesehener Gast bei der Crew. Drei Raufbolde fordern ihn deshalb auch heraus, doch der Nahkampfspezialist schickt alle Widersacher auf die Matte. Die Sache beruhigt sich, doch ein paar Tage später werden Fässer mit einer Markierung von Bord geworfen – sollen die Fässer einem Verfolger als Wegweiser dienen? Der Vorfahre von Desmond untersucht den Fall und ehe er sich versieht, findet er sich in einem Kampf wieder. Das Verfolgerschiff hat aufgeholt und wenn Connors Schiff nicht ein waghalsiges Manöver versucht, wird der Feind endgültig aufschließen können. Alle ziehen an einem Strang und so überleben sie diese brenzlige Situation.
In der neuen Welt angekommen lernen wir gleich ein paar hilfreiche Leute kennen, die uns die Anfangszeit in Boston erleichtern. Abseits des Main-Plots gibt es schon im gerade erreichten Hafen so einiges zu tun. So erledigen wir beispielsweise einen Botengang oder spielen die ein oder andere Runde Mühle. Besonders diese Minispiele sind eine Bereicherung, da man hier ein wenig abschalten und obendrein noch etwas Kleingeld verdienen kann. Vor jedem Spiel wird festgelegt, um welchen Einsatz man spielt und dann kommt es auf eure Taktik und Strategie an – traditionell bekommt der Gewinner den Pott. Überall in der Welt findet man potenzielle Spieler, die auch auf der Karte markiert werden. Doch nicht nur die Nebenaufgaben und die Spielereien sorgen für Tiefgang – auch die Hauptaufgaben sind abwechslungsreich gestaltet worden, womit langanhaltender Spielspaß garantiert wird. Das Rekrutierungssystem, das schon aus den Vorgängern bekannt ist, serviert euch auch dieses Mal die Möglichkeit Assassinen-Lehrlinge anzuheuern. Das ist nun zwar etwas schwerer, doch Connor, der ohnehin schon unbesiegbar scheint, wird dadurch noch unantastbarer.
Was gut anfängt, hat allerdings auch einige Fehler. So hat die
KI der Gegner oft Aussetzer, erschossene Pferde stehen wieder auf, Menschen mit geschlossenem Mund bringen doch Töne über die Lippen,
NPCs folgen einem schlechten Wegfindungsalgorithmus und vieles mehr. Das sind alles Nebensächlichkeiten, doch wird dadurch die stimmige Atmosphäre doch ein wenig getrübt. Klasse hingegen ist die weitläufige Open-World, die es euch ermöglicht selbst das höchste Gebäude zu erklimmen, wenngleich man eindrucksvolle Bauten, wie in den Vorgängern vermisst. Das neu besiedelte Land hat offenbar noch keine architektonischen Meisterwerke hervorgebracht.
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