Japanische Rollenspiele sind für ihre verrückte und abgedrehte Art bekannt und auch der neueste Spross von Compile Heart und NIS America scheint perfekt in diese Sparte zu passen.
Story
Die Protagonistin Chou-Chou Infinite ist, wie kann es anders sein, ein zartes Mädchen, dem aber gottesgleiche Kräfte inne wohnen. Darüber hinaus ist sie jemand, der alles besitzen will und so kommt es, dass sie eines Tages in den Himmel sieht und dort sieben Sterne entdeckt. Natürlich will sie auch diese besitzen und so macht sie sich auf den Weg. Begleitet wird sie von ihren Helferleins Ryuto und Altis. Altis ist ein Engel der früher ein Dämon war, nun aber gerne wieder auf die dunkle Seite der Macht möchte. Jedes Mal, wenn sie aber versucht Böses zu tun, vermasselt sie es und macht stattdessen etwas Gutes. Ryuto ist der Besitzer des Raumschiffs G-Castle und unsterblich in Chou-Chou verliebt.
Wie „Mugen Souls“ aussieht, oder besser gesagt, mit welchem abgefahrene Intro wir in das Spiel geschickt werden, seht Ihr im folgenden Video.
Gameplay
Nach ein paar Busengrabsch- und Unter-den-Rock-guck Einlagen aus dem Intro, bekommen wir unsere ersten Feinde serviert. Im typischen JRPG-Stil – Compile Heart haben auch „Hyperdimension Neptunia“ entwickelt – geht es in humorvoller und schriller Art und Weise in das erste Tutorial. Hier lernen wir die grundlegenden Dinge über die rundenbasierten Kämpfe in „Mugen Souls“. In einem recht eingeschränkten Feld geht es ans Eingemachte und wir werden aufgefordert den Gegner anzugreifen. Zuvor darf man sich aber noch innerhalb seines Bewegungsradius positionieren, immerhin will man den Gegner auch treffen können. Steht ein Verbündeter in greifbarer Nähe, kann man aus einem einfachen Angriff eine verbundene Attacke starten, die natürlich mächtiger ausfällt und mit einer spaßigen Zwischensequenz durchgeführt wird.
Was Euch in diesem Spiel sonst noch erwartet, erfahrt Ihr auf der nächsten Seite.
Doch auf dem Schlachtfeld wird nicht nur gekämpft, sondern auch überzeugt und bezirzt. Chou-Chou Infinite ist nämlich, dank des Moe-Kills, in der Lage ihre Gegner in Untergebene – auch Peon genannt –, oder Gegenstände zu verwandeln. Und das alles nur mit der Macht von drei Sätzen, die in perfekter Abstimmung auf den Gemütszustand des Gegners, abgefeuert werden. Wer seinem Gegner helfen will, der füllt per Moe-Kill die Frenzy-Anzeige und stellt dem Gegner dadurch wieder alle HP und SP her. Für frisch erstarkte Gegner gibt es am Ende des Kampfes jede Menge Punkte. Um auf einer Welle mit seinem Gegner zu liegen, schadet es aber auch nicht die vielen verschiedenen Persönlichkeiten von Chou-Chou Infinite zu verwenden. Immerhin fühlen sich masochistisch veranlagte Gegner von einer ebenfalls masochistischen Chou-Chou mehr verstanden und lassen sich leichter in Peons oder Gegenständer verwandeln. Mit einem weiteren Angriff, dem Blast-Off, kann man mehrere Gegner über das Schlachtfeld wirbeln lassen und damit auch die Reihenfolge der Bösewichte durcheinander bringen.
Wenn man sich nicht gerade mitten im Kampf befindet, läuft man quer über die sieben Planeten, um diese einzunehmen. In diesen Szenen zeigt sich die Kameraeinstellung nicht gerade von ihrer besten Seite. Und wenn man zurzeit keine Planeten erobert, dann findet man Chou-Chou auf G-Castle. Dieses Raumschiff bietet einer Göttin wie Chou-Chou alles, was sie benötigt, angefangen vom Bekleidungs- und Waffenshop, über die heißen Quellen, bei denen Charakterstatistiken erhöht werden bis hin zur Trainingsarena mit dem Namen „Mugen Field“. Auch NPCs warten auf G-Castle und erzählen von Abenteuern und lassen ab und an sogar einige Items für Chou-Chou springen.
Das G-Castle ist aber nicht nur als Erholungs- und Verbesserungsort geplant, sondern auch als Transporter, um von einem Planeten zum nächsten zu gelangen. Und auf diesem Weg begegnen uns dann auch immer gegnerische Schiffe und laden zum heißen Tanz. Die Kämpfe zwischen den Raumschiffen laufen nach dem Stein-Schere-Papier Prinzip ab und das erste Schiff mit einem leeren Lebensbalken hat verloren. Dieser hängt, wie auch die Fähigkeiten des Schiffs, von der Anzahl der gesammelten Peons ab.
Zusammenfassung und Wertung warten auf der letzten Seite.
„Mugen Souls“ bietet die typische Japano Rollenspiel Optik, die mit ihren zuckersüßen Akzenten und dem übertriebenen Humor für allerlei bekanntes JRPG-Feeling sorgt. Leider ist die Grafik aber – auf die Planeten bezogen – nicht gerade abwechslungsreich, die Kameraführung ist ebenso nicht das Gelbe vom Ei und liefert oft wirre Ansichten. Die Musik passt zu diesem abgedrehten Spiel, wie auch die Synchronisation die im Original und in der englischen Sprache vorliegt. Das viele Gerede ist zwar einerseits ein fixer Bestandteil solcher Spiele, auf der anderen Seite aber auch eine, sich zu oft wiederholende, Qual. Hier ist man schon das eine oder andere Mal verleitet die Gespräche komplett zu überspringen. Das rundenbasierte Gameplay sorgt für die taktische Tiefe und die unzähligen Attacken und der Moe-Kill für mehr Abwechslung während der Kampfphasen. Fans japanischer Rollenspielen werden sicherlich ihren Spaß an Chou-Chous Weltherrschaftsplänen haben, alle anderen müssen für sich entscheiden ob ihnen Spiele dieser Art zusagen oder zu crazy sind.
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