Wenn eine Ihrer legendären Partys gestört wird und Sie aus Ihrem eigenen Schloss vertrieben werden, können Sie sich das nicht bieten lassen. Erobern Sie Ihr Königreich zurück und zeigen Sie dem Teufelskönig wo das Schwert hängt!
Lang lebe der König, lang lebe das Königreich! Der junge König Corobo (den Namen können Sie übrigens anpassen) regiert gerecht, mutig und froh über ein großes Königreich. Der Bevölkerung geht es gut, alle leben in Frieden und Eintracht. Doch wie kann es anders sein? In dieser Geschichte muss es natürlich Bösewichte geben, die ausgerechnet zu einem Gala-Bankett das Schloss des Königs stürmen, die anwesenden sieben Prinzessinnen entführen und noch dazu ganze Gebiete des Königreichs mit Monstern besetzen.
Rückzug ist der Weg zum Sieg
In „New Little King’s Story“ auf der PS Vita steigen Sie ein, als Sie gerade als König auf der Flucht in den geheimen Tunneln unterhalb Ihres Palastes sind: Ihr Berater Azul hat drei treue Mitglieder der königlichen Garde abgestellt, um Sie zu begleiten. Als Sie vor den Bösewichten fliehen, sehen Sie jedoch Stein und Geröll vor sich im Tunnel liegen. Schon müssen Sie handeln: Rasch schicken Sie Ihre Untertanen voraus, um den Weg frei zu machen. Auch als es erste Gegner zu besiegen gilt, schicken Sie Ihre Truppen nach vorne, holen Sie rechtzeitig zurück und beordern sie wieder in den Kampf. Nur im Notfall schwingen Sie selbst das Schwert.
Kaum an der frischen Luft unweit des Schlosses treffen Sie auf Ihre treuen Freunde und Minister, Howser, Liam und Verde. Hinter Ihnen bricht jedoch der Tunnel zusammen, Ihre königliche Garde ist mit den Unwesen vergraben – für immer. Zusammen mit Ihren Getreuen fassen Sie einen Plan: Sie müssen sich zurückziehen, um das Königreich aus einer sicheren Position heraus wieder aufzubauen.
Gesagt, getan – und so finden Sie sich nach sechs Monaten in einer kleinen Siedlung wieder. Ein Bauernhaus dient als Schloss, es gibt einige treue Bewohner, die aber nichts zu tun haben und Sie haben sich von den Strapazen der Flucht einigermaßen erholt. Azul konnte bereits einige Informationen sammeln: Die Bösewichte unter der Führung des Teufelskönigs „Der Albtraum“ hausen im Schloss und haben die Monster in der Gegend unter Kontrolle. Wo die Prinzessinnen sind, ist aber weiterhin unklar. Schnell ist der Plan gefasst: Zuerst werden die Prinzessinnen befreit, dann das Schloss zurückerobert.
Doch zum Aufbau brauchen Sie zuerst einmal Geld: Also gehen Sie an die frische Luft, rekrutieren freie Einheimische und führen Sie zu seltsamen „Löchern“ in der Landschaft, die auch auf der Minimap gekennzeichnet sind. Flugs buddeln Ihre Untertanen und entdecken Goldvorräte, die Sie am Thron sitzend gegen Bargeld eintauschen können. So bauen Sie schnell eine Kaserne, ein Farm-Zentrum und ein Ingenieursbüro auf. Natürlich darf auch ein Dorfplatz für Anregungen der Einheimischen nicht fehlen.
Frisch gebaut und frsch gelernt
Haben Sie einmal die entsprechenden Gebäude geht es schnell: Sie rufen Bewohner zu sich, lassen diese dann in den jeweiligen Gebäuden ausbilden und setzen Sie dann als Ihre Arbeiter ein, die Sie durch die Spielwelt führen. So haben Sie anfänglich fünf Plätze unter Ihren Fittichen frei und führen beispielsweise zwei Krieger, zwei Farmer und eine Konstrukteurin mit sich. Sehen Sie ein Monster, schicken Sie die beiden Krieger los. Diese räumen auch geschwind Unrat aus dem Weg. Sehen Sie Risse im Boden, können die Gärtner schnell und einfach nach Bodenschätzen suchen. Sehen Sie jedoch ein Schild, auf dem eine Bauanleitung steht, kann die Konstrukteurin Brücken, Treppen und noch vieles mehr errichten.
Was sich nach „Pikmin“ oder „Harvest Moon“ anfühlt, spielt sich auch ähnlich: Sie sammeln Gegenstände, tauschen diese gegen Geld ein, bauen Ihre Siedlung aus, stocken die Bevölkerung auf, lassen Ihre Untertanen sogar heiraten, versammeln sie nach Berufsgruppen und nehmen nach und nach neue Gebiete ein. Diese neuen Gebiete werden von Monstern bewacht, die Sie natürlich nur mit gutem Militär besiegen können. Beispielsweise wartet auf Sie eine Zombie-Kuh am Friedhof.
Doch keine Angst: Sterben können Ihre Untertanen nicht, sie werden nur bewusstlos. Haben Sie ein Krankenhaus, erholen Sie sich schnell wieder. Noch dazu darf natürlich auch eine Kirche sowie ein Pharmazie-Laden nicht in Ihrem wachsenden Dorf fehlen.
Die Mischung macht die Musik
Der gelungene Mix aus Aufbaustrategie, Abenteuer und Action wirkt anhand der vielen Missionen (inklusive Nebenaufgaben und Herausforderungen mit Online-Rankings) genau wie das Wii-Original aus 2009 absolut süchtig machend. Man will einfach immer noch eine kleine Aufgabe lösen, ein Haus bauen, eine Quest erledigen. Dazu hat man dann meist gerade ein bisschen zu wenig Bargeld („Bol“ ist die Währung im Spiel), muss also wieder auf Jagd gehen – und so dreht sich das Karussel immer weiter.
Übrigens: Per Tastendruck lassen Sie Ihre gerade befehligten Untertanen rotieren, damit Sie auch immer die richtige Art von Beruf aussenden, um nach dem Rechten zu sehen. Eine jederzeitige Umschulung ist übrigens auch möglich.
Nach jeder Erweiterung des Königreichs wird ein Fest abgehalten, dem Sie beiwohnen dürfen. Zudem erhalten Sie einen Tagebuh-Eintrag. Die Story wird rhythmisch anhand der vergangenen Tage erzählt und von der Gefolgshaft direkt weiterbegleitet – trotz dieser Linearität hat man das Gefühl, Freiheiten in der Handlung zu haben. Natürlich darf auch das Crafting bei einem japanischen Spiel nicht fehlen: Je mehr Material Sie Ihren Bürgern zur Verfügung stellen und je besser Sie auch online mit mehreren MitspielerInnen zusammenarbeiten, desto bessere und ausgefallenere Gegenstände erhalten Sie.
Grafik, Sound und Steuerung
Die fein gezeichnete Grafik ist einer der großen Pluspunkte des Spiels. Die Charaktere sind sehr detailliert, die Spielgrafik an sich nicht besonders, manchmal ruckelt sie sogar, was aber der Atmosphäre keinen Abbruch tut.
Die Musik ist sehr an klassischer Musik aus Österreich und Deutschland orientiert und man kommt sich manchmal wie beim Neujahrskonzert aus dem Großen Wiener Musikvereinssaal vor. Auf eine Sprachausgabe wurde verzichtet, aber der Text läuft in guter Schnelligkeit mit. Die Soundeffekte sind quietschig wie im Comic, was aber sehr gut passt.
Drei Schwierigkeitsgrade begrüßen den Spieler, doch die Steuerung bleibt immer gleich einfach erlernbar und sehr simpel. Hier kann man nichts besser machen: Super Arbeit! Nur die PS Vita-Features von der Hardware her hätte man noch besser nutzen können.
Zusammenfassung und Wertung gibt’s auf der nächsten Seite.
Wie der erste Teil auf der Wii zieht auch „New Little King’s Story“ den Spieler schnell und effektiv in seinen Bann: Man will keine Quest auslassen, sein Dorf immer weiter aufbauen, wird immer wieder belohnt, will Rache an den Bösewichten nehmen und wird von der Story weitergetragen – besser geht es nicht. Auch wenn das Prinzip simpel zu sein scheint, übt es eine magische Anziehungskraft aus und der Titel ist somit für Action-Adventure-Fans ein absoluter Pflicht-Download. Viel Spaß beim Aufbau und der Rückeroberung Ihres Königreichs!
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