Der NHL Lockout beschert uns Europäern im Moment einen wahren Segen. Während in Amerika alle streiken, kommen die Superstars nach Europa, um auf ein wenig Eiszeit zu kommen. Noch näher kann man die Stars nur noch bei „NHL 13“ begutachten und ob das Spiel hält was es verspricht, erfahren Sie in diesem Review.
Schon im Vorfeld wurde der neueste Eishockeytitel von EA Sports „NHL 13“ hoch gelobt, nach den ersten Trailern wurde dieses Gefühl verstärkt und mit der Demo festigte man diesen Eindruck. „NHL 13“ wurde mit den größten Innovationen seid „NHL 07“ angekündigt und nach den ersten Online- und Offline Matches, kann man sich nur vor dem Entwicklerteam verbeugen. Doch bevor wir jetzt zu viele der Vorschusslorbeeren verteilen, sehen wir uns einmal den Trailer zu „NHL 13“ an:
Neue Herausforderungen
Hat man sich bei den letzten „NHL“ Ablegern relativ leicht mit der Steuerung getan, so muss man sich mit „NHL 13“ etwas Länger beschäftigen, um den Spieler auch wirklich geschickt und vor allem effektiv über das Eis gleiten zu lassen. Ganz zu schweigen vom Tore schießen. Die aufgemotzte Gegner- und Goalie KI sorgt dieses Jahr schon für viele frustrierende Momente. Dabei erscheint das Spiel aber nie unfair – man könnte ja auch auf einem niedrigeren Schwierigkeitsgrad spielen – man muss sich einfach nur sehr intensiv mit dem neuen True Performance Skating auseinandersetzen. Diese Neuerung revolutioniert die „NHL“-Franchise von EA Sports, da sich die Spieler nun viel realistischer steuern lassen. Und um die neue Möglichkeiten, die sich nun bieten, vollständig auszuschöpfen, sollte man sich ein wenig im Trainingsmodus mit der Steuerung auseinandersetzen.
Viele Modi und Frauen gibt es auf der nächsten Seite.
Wer es dann aber so richtig angehen will, der darf sich wieder einen aus vielen Modi aussuchen. Für kurze Spiele empfehlen sich die genialen Winter Classics. Hier stehen sogar die Winter Classics aus „NHL 12“ zu Verfügung. Im „Be a Legend“-Modus heißt es wieder fleißig in die Fußstapfen der großen NHL-Superstars steigen. Beginnend mit Jeremy Roenick, der auch bereits letztes Jahr die erste spielbare Legende war (als gäbe es keine anderen großartigen Spieler), geht es bis Mario Lemieux und Wayne Gretzky. Zwischendrin spielt man sogar zwei weibliche Legenden der Hockeyszene, die Amerikanerin Angela Ruggiero und die Kanadierin Hayley Wickenheiser. Auch wenn man einen eigenen Spieler erstellt, bekommt man nun die Gelegenheit einen weiblichen Charakter zu erstellen.
Im HUT – Hockey Ultimate Team – geht es wieder mit dem Sammelkarten-Team auf Pokaljagd. Wer richtiges Geld in das Spiel investiert, kann sich schnell einmal ein Karten-Pack kaufen, in dem sich Topspieler befinden, während sich die Spieler, die sich die Karten mit der Ingame Währung kaufen, eine gefühlte Ewigkeiten spielen müssen. Die Teamerstellung wurde vereinfacht und mit einem Klick kann man sich jetzt sogar die bestmögliche Mannschaft vom System zusammenstellen lassen. Wer lieber ein richtiges NHL-Team managen will, der wird mit dem GM Connected Modus zufrieden sein. 30 Teams, bis zu – angeblich – 750 User in einer Liga. Spiele gegen Computer, Spiele gegen andere Spieler, oder auch Spiele, in denen jeder Spieler eine Position übernimmt, im GM Connected Modus ist alles möglich. Wer nicht spielen mag, darf sich als Coach versuchen und von außen mit strategischen Aktionen in das Spiel eingreifen.
Neben GM Connected gibt es noch einen neuen Modus: NHL Moments Live. Damit erlaubt EA Sports dem Spieler denkwürdige Spiele aus der letzten Saison nachzuspielen. Nicht in dem genialen Ausmaß wie bei NBA von 2KSports, wo man auch richtig alte Matches nachspielen konnte. Das ist schade, denn ein Eishockeymatch aus den good old days wäre sicherlich nichts Falsches. Dafür hat man aber versprochen aktuelle Momente in das Spiel per Download einzufügen. Wenn das auch wirklich so klappt, warum nicht.
Wie sieht das Spiel aus? Wie ist die Steuerung? Das und noch viel mehr, erfahrt Ihr auf der nächsten Seite.
Optisch hat sich nun nicht allzu viel seit dem letzten Jahr getan. Doch das ist bei jedem jährlich erscheinenden Spiel der Fall, von daher kann man mit der aktuellen Grafik zufrieden sein. Schade, dass die Einlaufsequenz gleich geblieben ist, hier würde sich ein wenig mehr Vorberichterstattung anbieten, um die Stimmung anzuheizen.
Der Soundtrack zu „NHL 13“ ist wieder einmal ein Treffer in das Schwarze, eine tolle Mischung aus krachenden Sounds und fetzigen Songs. Was die Kommentatoren betrifft, bin ich froh, dass wir die englischsprachigen Kommentatoren zu hören bekommen. Wenngleich auch die Kommentare – wie bei der „WWE“-Franchise – fast durchgehend gleichgeblieben sind.
Steuerung
Die Steuerung ist der Knackpunkt bei „NHL 13“. Meistert man die neue True Skating Performance, geht das Spiel ab wie Schmitz Katze. Wenn nicht, dann kann man sich schon recht schnell überfordert fühlen. Natürlich ist die Steuerung jetzt kein Unding, aber es gibt doch einen merkbaren Schwierigkeitsanstieg von „NHL 12“ auf „NHL 13“.
Der Mehrspieler-Modus ist wie gewohnt genial und wem sein Internet nicht mittendrin abstürzt, der wird auch seine Freude mit dem Online-Modus haben. Ich wurde im HUT-Modus zweimal von den EA-Servern abgemeldet, dabei habe ich sogar nur gegen den Computer gespielt und nicht einmal gegen einen menschlichen Gegner. Was für ein Spaßkiller.
Atmosphäre
Der Einlauf in das Stadion mit einem selbsterstellten Spieler ist schon genial. Auch wenn er gleich wie im letzten Jahr ist. Das True Performance Skating lässt die Spieler realistischer als je zuvor über das Eis gleiten und auch das Abbremsen sieht nun endlich so aus, wie es aussehen sollte. Und auch das Rückwärtslaufen ist ein weiteres Puzzlestück im Gesamtkunstwerk „NHL 13“. Sicherlich, die Verteidiger konnten schon immer rückwärts laufen, aber im Angriff ergeben sich damit ungeahnte Möglichkeiten und neue Wege Tore zu schießen. Im Gegensatz dazu gibt es ganz gute Goalies, die leider das eine oder andere Mal mit Spiderman-mäßigen – ergo unrealistischen – Fähigkeiten Pucks aus dem Eck fischen.
Zusammenfassung, Wertung, Pros und Cons? Bitte einmal umblättern!
NHL hat mit Nummer 13 seinen Höhepunkt erreicht. Realistische Physik, geniale Schlittschuhsteuerung, mehr Möglichkeiten, härtere Gegner, toughere Torhüter und viele verschiedene Spielmodi. „NHL 13“ hat zwar auch seine negativen Seiten, so hätte man ruhig neue Legenden in den „Be a Legend“-Modus implementieren oder auch ein bisschen ausgewogenere NHL Momente einbauen können. Es kann ja nicht sein, dass bei 26 Herausforderungen gewisse Teams nicht einmal vorkommen. Ansonsten überzeugt „NHL 13“ mit seiner Umsetzung und seiner Atmosphäre und wird für mich wieder zusammen mit „NBA 2K13“ dem Jahr 2012 die sportliche Krone aufsetzen.
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