Obwohl sich immer mehr Entwickler allerlei lustige Kinect-Einbindungen für ihre Spiele überlegen, sind wirklich gute Games, die sich der Bewegungssteuerung bedienen, rar gesät. Ob sich das zerstörungswütige „Wreckateer“ zu diesen seltenen Kinect-Perlen zählen kann, erfahrt ihr in unserem Review.
Zerstörungswut
Während es sich andere Spiele zur Aufgabe machen, Burgen oder gar ganze Imperien aufzubauen, geht „Wreckateer“ einen anderen Weg, denn hier werden ebendiese Burgen bis auf die Grundmauern niedergebombt. Als Lehrling zweier Meisterbombardiere nimmt sich der Spieler Stein für Stein diverse Monumentalbauten vor und bedient sich dabei verschiedenster Projektile. Doch anders als bei vergleichbaren Titeln, liegt die Kunst nur teilweise im richtigen Abschuss. Denn als waschechter „Wreckateer“ kann man das Geschoss natürlich auch während seines Fluges beeinflussen.
Wie das in etwa funktioniert, zeigt der offizielle Trailer zum Spiel:
Die größte Stärke von „Wreckateer“ liegt in der tatsächlich sehr gut funktionierenden Kinect-Steuerung. Dank der überschaubaren Menge an Posen und Bewegungen erkennt das System die jeweiligen Eingaben optimal und reagiert auch dementsprechend. Hier macht sich die Erfahrung der Entwickler mit dem Bewegungssensor bemerkbar und bezahlt. Darüber hinaus trumpft das Spiel mit einer humorvollen Soundkulisse auf und versteht es geschickt einen Spannungsbogen vom Abschuss bis zum Auftreffen des Projektils aufzubauen.
Doch leider scheint nicht nur die Sonne in der Welt von „Wreckateer“, denn gerade in Sachen Abwechslungsreichtum kann das XBLA-Spiel leider nicht überzeugen. So garantiert der Titel zwar beste Unterhaltung im Casual-Rahmen, doch länger als eine halbe Stunde vermag es nicht an das TV-Gerät zu fesseln. Im späteren Verlauf wird das Zerstören der Burgen zudem auch noch ziemlich schwierig, da man bestimmte Power-Ups im Flug aufsammeln muss, um die jeweiligen Objekte punktgenau zerstören zu können. Vereint mit der fehlenden Abwechslung schleicht sich so im fortgeschrittenen Spielverlauf doch ein wenig Frustration ein.
Da leider nur zwei Bombardiere lokal gegeneinander antreten dürfen, eignet sich „Wreckateer“ nur sehr bedingt als Partyspiel. Obwohl sich die Jagd nach dem Highscore und die lustigen Verrenkungen bestens für ein ebensolches anbieten würden. Leider hält sich auch das Online-Angebot eher in Grenzen, da abgesehen von Bestenlisten und einigen Herausforderungen keine wirklichen Anreize geboten werden. Für den mutigen Solisten bietet „Wreckateer“ dafür aber eine solide kleine Kampagne, der es jedoch, wie bereits oben erwähnt, an Abwechslungsreichtum mangelt.
Alles in allem ist „Wreckateer“ ein grundsolides Casual-Game, das trotz zu ähnlicher Settings und einem explodierenden Schwierigkeitsgrad, dank einer bestechenden Kinect-Steuerung für zerstörerische Unterhaltung sorgt. Der Ballisten-Titel garantiert kurzweilige Zerstreuung für all jene, die sich eben mal für ein halbes Stündchen an diversen Goblin-Burgen abreagieren wollen.
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