Mitten im Gaming-Sommerloch beehrt uns THQ mit dem Nachfolger zum beliebten Actionkracher „Darksiders“. Auch im zweiten Teil nehmen wir als einer der vier Reiter die Zügel unseres fahlen Rosses in die Hand und stürzen uns mit dem Tod in ein opulentes Abenteuer. Ob uns der Titel trotz Sonnenschein an den Rechner gefesselt hat, lest ihr in unserem Review.
Der Ritt beginnt
Vom Ende der Tage erweckt begibt sich Tod, der gefürchtetste der legendären vier Reiter, auf die Reise, um das Armageddon ungeschehen zu machen. Überzeugt, dass sein Bruder Krieg ein Opfer einer tief verwurzelten Verschwörung geworden ist, begibt sich Tod gegen den Willen des Rates auf eine persönliche Mission, um die Unschuld des ehrenvollsten und unbestechlichsten der Reiter zu beweisen. Unterwegs entdeckt der Reiter, dass es weit schlimmere Dinge gibt als die Apokalypse auf der Erde – und, dass ein uralter Konflikt die gesamte Schöpfung bedroht.
Die Aufbereitung der Story ist in „Darksiders 2“ sehr gut gelungen, da man auch ohne den ersten Teil gespielt zu haben vortrefflich in die Handlung eintauchen kann. In einem Intro werden dich wichtigsten Geschehnisse knapp skizziert und so bleiben auch während des Spielverlaufs wenig Fragen nach der Vorgeschichte offen. Die prägenden Elemente der aktuellen Handlung werden in diversen Dialogszenen und wenigen Cutscenes aufbereitet, die den Spielfluss nur selten unterbrechen und durchwegs zum Flair des Spiels beitragen. So erlebt man eine epische Geschichte, die von Beginn an fesselnd erzählt wird.
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Nachdem eingangs die Steuerung auch für Neueinsteiger kurz erklärt wird, steht ausgedehnten Prügelorgien und schwindelerregenden Kletterpartien nichts mehr im Weg. Zwar ist der Weg von Action zu Action oft etwas zu lang, aber dafür gehen die Kämpfe äußerst geschmeidig von der Hand. In späterer Folge gesellen sich zahlreiche Fertigkeiten zum anfangs etwas eingeschränkten Manöverpool. Doch neben den packenden Kämpfen gibt es natürlich auch diverse Rätsel, die sich anfangs zum Beispiel um Kugeln drehen, die in vorgesehene Kuhlen zu werfen sind. Klingt einfach, stellt sich aber gelegentlich als durchaus knifflig heraus. Einziges Manko, sind hier wie bereits erwähnt die oft weiten Wege, die man an manchen Stellen zwar mit dem Pferd überwinden kann, die an anderer Stelle aber für monotones Jogging sorgen.
Eis und Stein
In Sachen Grafik hat sich im Vergleich zum Vorgänger überraschend wenig getan. So fühlen sich Kenner des ersten Teils zwar sofort wohl, doch scheint die Gestaltung der Settings an manchen Orten nicht ganz zeitgemäß zu sein. Zwar werden die verschiedenen Handlungsorte stimmungsvoll und mit Liebe zum Detail präsentiert, doch zeigt sich das Gesamtbild nicht als Vorreiter in Sachen grafischer Möglichkeiten. Großartig und ohne Tadel sind hingegen die Bewegungsanimationen. Denn hier geht dem Spieler wahrlich das Herz auf, wenn Tod durch die Reihen der Gegner tanzt und vor Dynamik und Bewegungsfreude nur so strotzt. Selbiges gilt auch für die Kletterpartien, bei denen sich der Protagonist elegant von Vorsprung zu Vorsprung hantelt.
Akustisch tritt „Darksiders 2“ ebenfalls etwas ambivalent auf. Während die Soundeffekte und die Sprachausgabe keinen Grund zur Kritik geben und das Spiel stimmungsvoll unterstreichen, bleibt die musikalische Begleitung an mancher Stelle etwas hinter den Erwartungen zurück. So fühlt sich ein asiatisch angehauchter Track in einem ruinösen Steintempel, der eher an „Herr der Ringe“ erinnert irgendwie befremdlich an. Im Grunde sind dies aber Ausreißer, da über weite Strecken ein durchwegs solider Soundtrack die Handlung begleitet.
Zusammenfassung und Wertung finden sich auf der nächsten Seite.
Atmosphärisch besticht „Darksiders 2“ durch eine fesselnde Story, die von authentischen Dialogen und geschickt gestreuten Cutscenes getragen wird. Trotz des gelegentlich unpassenden Soundtracks fühlt man sich in der gebotenen Spielwelt wohl, auch wenn diese gelegentlich etwas schlauchig daherkommt. Besonders das Klettern auf prekären Routen und das dynamische Kampfgetümmel sorgen für gute Stimmung und stundenlange Kurzweil. Wer sich an der etwas betagt wirkenden Grafik nicht stört wird hier in Sachen Atmosphäre trotz langer Laufwege bestens bedient.
„Darksiders 2“ ist ein durch und durch gelungener Actiontitel, der zwar die eine oder andere Macke im Gepäck hat und auch hie und da einen kleinen Bug zu besten gibt, doch im Grunde durch eine schön erzählte Story und ein rasantes Kampfsystem überzeugt. Die grafischen Defizite werden durch viel Liebe zum Detail und einem gelungenen Talentsystem mehr als aufgewogen und die langen Laufwege mag man dank der großartigen Atmosphäre ebenfalls verzeihen. Trotz gelegentlicher Fehlgriffe in Sachen Hintergrundmusik kann das Spiel darüber hinaus durch gelungene Dialoge und solide Synchronsprecher überzeugen. Alles in allem liefert THQ ein vielleicht nicht ganz perfektes aber dennoch mehr als spielenswertes Actiongame ab, das für stundenlange Unterhaltung garantiert.
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