Wir schreiben das Jahr 2032. Zum ersten Mal lebt die Erde in Frieden und ohne Krieg. Es ist nicht mehr nötig, für etwas zu bezahlen, denn es gibt genügend Nahrung und Wohnungen. Doch das passt den Schurken der Erde überhaupt nicht in ihre Geschäfte, also formieren sie sich in eine Gruppe von Verschwörern, bestehend aus geldgierigen Unternehmer, Machthabern und kriegsvernarrten Militärs. Sie besiedeln einzelne Inseln im Pazifik und arbeiten an einem Plan, die Erde wieder zurückzuerobern. Natürlich hat die Regierung etwas davon erfahren, doch sie ist es nicht mehr gewohnt, Kriege zu führen. Jetzt kommen Sie ins Spiel. Sie sind Captain und sollen den versunkenen Kreuzer Antäus bergen und wieder in Gang setzen. Mit diesem mächtigen Schiff begibt sich der Spieler nun in die Offensive. Doch die Gegner sind nicht langsam. Sie forschen ständig an außerirdischer Technologie und verbessern damit ihre Ausrüstung und ihre Truppen. Das Schicksal der Erde liegt nun bei Ihnen.
Die Story ist zwar ganz nett, aber eigentlich nichts Neues. Zukunft, Außerirdische, Weltfriede und Verschwörer sind Elemente, die in sehr vielen Strategiespielen aufzufinden sind. Allerdings wird bei "Hostile Waters" die Story durch wunderschöne Zwischensequenzen sehr gut erzählt und damit hebt sich "Hostile Waters" sicherlich von anderen Strategiespielen ab.
Spielverlauf
Sie starten bei jeder Mission fast immer von der Antäus aus. Als erstes müssen Sie Fahrzeuge bauen, diese bewaffnen und, wenn möglich, mit sogenannten "Soulcatcher Chips" ausstatten. "Soulcatcher Chips" beinhalten die Seele eines berühmten Kriegshelden. Teilen Sie einen solchen einer Einheit zu, kann diese Befehle entgegen nehmen und reagiert teilweise selbst auf Situationen. Wenn Sie ein Fahrzeug mit keinem "Soulcatcher Chip" ausstatten, können Sie dieses nur manuell steuern. Je nach Fortschritt des Spieles stehen dem Spieler unterschiedlich viele dieser Chips und Fahrzeuge zur Verfügung. Natürlich hat jedes Fahrzeug einen bestimmten Aufgabenbereich. Eine "Skarab" ist hauptsächlich für die Versorgung zuständig. Sie kann zum Beispiel Schrott in Energie umwandeln oder einfach die anderen Fahrzeuge reparieren. Die 'Hornet', ein leichter Kampfhubschrauber, ist dann wieder für das Abfangen von Hubschraubern durch die ihre hohe Beweglichkeit und Geschwindigkeit bestens geeignet. Die 'Salamander', ein Kampf-Hovercraft, wird hauptsächlich für die Bodenabwehr aufgrund der starken Panzerung verwendet. Das richtige Einsetzen der Fahrzeuge ist also ein sehr wichtiger Bestandteil der ganzen Strategie.
Der Spielverlauf einer Mission wird hauptsächlich in zwei große Einheiten geteilt:
1. Der Gefechtsstand
Das Spiel wird pausiert, Sie können in Ruhe Ihre Strategie planen und, falls notwendig, noch zusätzliche Fahrzeuge bauen. Fahrzeugen, die mit "Soulcatcher Chip" ausgestattet sind, können Sie mehrere Befehle erteilen. Geplant wird alles über eine dreidimensionale Landkarte, die man beliebig drehen und wenden kann. Feinde werden rot, Verbündete grün und für die Mission wichtige Objekte gelb dargestellt.
1. Der Aktionsmodus
Wenn Sie dann alles geplant und vorbereitet haben, können Sie den Gefechtsstand verlassen und treten sofort direkt ins Geschehen ein. Mit den Zahlentasten schaltet man zwischen den Kameras der einzelnen Fahrzeuge umher. Wenn es die Situation erfordert, können Sie auch die Automatik des "Soulcatcher Chips" deaktivieren und das Fahrzeug selbst steuern. Dieser Teil macht den Action-Part von "Hostile Waters" aus. Sie beobachten Ihre Fahrzeuge nicht nur von oben, wie sie andere niedermachen, sondern Sie sind mitten drin im Geschehen, können die Fahrzeuge selbst steuern und mit der unglaublich detaillierten Grafikengine Ihre Feinde vernichten. Noch nie hat ein Gemetzel so viel Spaß gemacht. Während des Aktionsmodus kann man die Fahrzeuge auch über ein Befehl-Interface, das über das Number-Pad bedient wird, kontrollieren.
Grafik
Kaum ein Strategiespiel konnte eine solch exzellente Grafik-Engine bieten. Durch die "Creation Engine" zerfällt ein zerstörter Feind nicht in unzählige Polygon, sondern wieder in verschiedene Einzelteile, die man nachher wieder in eigene Energie umwandeln kann. Die ständige Simulation von Tag und Nacht, der Einsatz von Nachtsichtgeräten, Lens Flare- und Wassereffekte schaffen eine einzigartige Stimmung. Noch hinzu kommt, dass diese sehr detaillierten Darstellungen nicht einmal all zuviel Performance fressen. Was wünscht man sich mehr?
Die kinoreifen Zwischensequenzen, die komplett in Spielgrafik sind, runden den Eindruck ab und lassen die Story etwas näher an den Spieler herankommen.
Sound
Der Sound ist zwar nicht so herausragend wie die Grafik, bietet allerdings auch genug, um den Spielspaß zu unterstützen. Einen Soundtrack bekamen wir leider nicht zu hören, dafür sind die Synchronstimmen in den Zwischensequenzen sehr professionell und gut integriert.
Steuerung
Die Steuerung in "Hostile Waters" ist sehr vielfältig und clever gelöst. Im Gefechtsstand kommt einerseits der übliche Point-and-Click-Modus zum Zug und im Aktionsmodus wird das Ganze über das Keyboard und die Maus, ähnlich einem Actionspiel, gesteuert. Nach einer kurzen Lernphase ist das "Hostile Waters" leicht und übersichtlich zu steuern.
Durch das einzigartige Gameplay kommt der Spielspaß auch bei Spielern, die Strategiespielen eher abgeneigt sind, nicht zu kurz. Eine ausgereifte Grafik-Engine bringt immer wieder Action in die etwas langwierige Planungsphase hinein.
Im Großen und Ganzen ist die Steuerung die übliche eines First-Person-Shooters. Originell ist allerdings, dass man neben dem Abfeuern der Waffe mit der linken Maustaste, auch gleichzeitig mit der rechten Zaubersprüche auf die Feinde loslassen kann. Das ist zum Beispiel sehr nützlich, wenn der Revolver erst wieder geladen werden muss und man nebenbei den Feind mit einem der Zauber erledigen möchte.
Spielspaß
Manche fragen sich bestimmt, was es einem gibt, sich in einem dunklen Zimmer bei einem PC-Spiel vor lauter Furcht nahezu einen Herzinfarkt zu holen. Man könnte das vielleicht mit einem Horror-Film vergleichen: über die Faszination des Horrors kann man ganze Bücher voll psychologischer Phänomene füllen. Meiner Meinung nach, kommt allerdings bei einem Spiel noch die aktive Teilnahme in dem Geschehen hinzu. Hier gilt es nicht, einfach die Augen zu schließen und zu warten bis die unheimliche Stelle vorbei ist. Es bleibt einem nur eines übrig: Zähne zusammen beißen und sich überwinden. Bei "Undying" fasziniert die Integration des Spielers in das Spiel, die durch die wunderbar vermittelte Stimmung ermöglicht wird. Man steuert nicht nur irgendeinen Helden, der umherirrt und ein paar Viecher zerballert, nein, man schleicht in dunklen Gängen herum und erwartet voller Spannung, ob sich hinter der nächsten Ecke schon die Quelle des lauten Heulens gieriger Monster befindet.
Zusammenfassung
Ich bin ja eigentlich nie ein Fan von Strategiespielen gewesen. Nicht einmal "Command-and-Conquer" konnte mich wirklich faszinieren. Doch "Hostile Waters" bietet etwas mehr als nur ein gewöhnliches Strategiespiel: Die innovative "Creation Engine", macht "Hostile Waters" zu einem extravaganten, actiongeladenen Spiel. Die schönen Zwischensequenzen und die spannenden Kampfszenen überzeugten sogar mich. Ich kann "Hostile Waters" also nur allen empfehlen, die Action, wunderschöne Optik und Strategie endlich in einem Spiel vereint sehen wollen.