„Xotic“ ist ein Indie-Shooter im düsteren Design. Ob das Rezept aufgeht oder Sie diesen XBLA-Titel besser auslassen sollten, erfahren Sie in unserem Review.
Story
Die Welt von „Xotic“ bewegt sich um ein geisterhaftes, gottgleiches Lebewesen genannt The Orb, das nicht in einer physischen Form existiert, dies aber gern würde. Dieses Verlangen hat The Orb in den Wahnsinn getrieben und dazu geführt, dass es fremde Welten überfällt und die Körper der dortigen Lebewesen übernimmt. Um das zu stoppen wurden Sie, eine Art Champion des Guten, erschaffen, der in Symbiose mit einer Schusswaffe lebt und damit dem Treiben des Orb ein Ende setzen soll.
Gameplay
Ihr Kampf gegen The Orb ist eigentlich ein ganz klassischer Ego-Shooter. Es gilt vom Orb verseuchte Pflanzen zu befreien, die als rot leuchtende Ballons aufscheinen, indem Sie darauf schießen. Immer mal wieder stellen sich Ihnen besessene Monster in den Weg, die erst einmal vernichtet werden müssen, bevor das Level als beendet gilt. Zwischen den Levels können Sie Ihren Charakter und Ihre Waffe aufstufen, was eine Nuance RPG-Feeling hinzufügt.
Ob das Spiel technisch überzeugt, erfashren Sie auf der nächsten Seite.
Die Grafik von „Xotic“ wirkt recht farbenfroh, leidet aber unter leichten Rucklern wenn die Action losgeht. Das Auslösen von Kettenreaktionen der zu zerstörenden roten Ballons mit gleichzeitigem Feindbeschuss scheint das System hie und da zu überlasten. Das ist besonders dahingehend überraschend, da weder Gegner noch Umgebungen besonders aufregend animiert oder detailreich aufgelöst sind. Als wäre das noch nicht genug, ist ein Aspekt des Sounds ein wahres Debakel: die Sprachausgabe der Erzählerstimme. Emotionslose Langeweile, jedoch zugleich so stark vom Synthesizer verzerrt, dass es beinahe in den Ohren schmerzt, klingt der Sprecher wie GLaDOS im Drogenrausch.
Steuerung
Die Steuerung von „Xotic“ ist recht unglücklich gestaltet und blockiert sich leider selbst. Zum Einen sind viel zu viele Knöpfe einzig damit belegt, auf verschiedene Weisen in Deckung zu gehen und sich um die Ecke zu lehnen,zum Anderen verhindert die Tastenbelegung eine ergonomische Hand- bzw. Fingerhaltung. Beim schießen aus der Deckung kann es so schnell zu einem Krampf in der Hand kommen, was das Spielerlebnis schmälert.
Einen echten Multiplayer gibt es bei „Xotic“ nicht, jedoch wird Ihr Können über Online-Leaderboards mit anderen Spielern verglichen.
Atmosphäre
„Xotic“ versprüht eine düstere Atmosphäre und regt zu schnellem Spiel an, um dadurch hoch auf die Leaderboards zu klettern, unterbricht dieses Tempo allerdings durch die festgefahrenen Schussgefechte mit Gegnern: Da zum einem Ihr eigenes Leben vom Nutzen der Deckung abhängt und auch die Feinde Ihren Projektilen gekonnt ausweichen, ist der eigentlich actionreichere Teil des Spielerlebnisses der langsamere Kontrast zum recht rasch ablaufenden Punktesammeln in der restlichen Umgebung durch das Abschießen der Pflanzenketten. Ein etwas seltsames Feature ist, dass Sie nicht gerade nach oben schießen können, denn beim Hinaufzielen kommt das Fadenkreuz relativ schnell zu einem abrupten Stopp, der weder gerechtfertigt ist noch erklärt wird. Das ist besonders problematisch, als dass ja auch Ballons auf der Decke vorkommen.
Zusammenfassung
Finger weg von „Xotic“. Hinter dem beinahe zwei Gigabyte großen Download verbirgt sich ein mäßig spannender Shooter mit furchtbarer Sprachausgabe und noch dazu ohne Multiplayer. Diese 800 MSP kann man besser investieren.
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