Des Wandern ist des Müllers Lust, und des Jagens ist des Spielers Lust, oder irgendwie in der Art. Immerhin schießen sprichwörtlich diverse Jagd-Simulationen aus dem Boden und nun haben wir mit „Hunter’s Trophy“ den nächsten Genre-Vertreter. Ob das Spiel das Gefühl der Jagd punktgenau vermitteln kann, oder ob es sich um einen Schuss ins Knie handelt, erfahren Sie in diesem Review.
Story
Jagdspiele gibt es jede Menge, vor allem die regelmäßig erscheinenden Jagd-Simulationen von Cabela sorgen für schießwütigem Spaß in den eigenen vier Wänden. Auch Big Ben Interactive hat schon das eine oder andere Jagdspiel auf den Markt geworfen und nun ist es an der Zeit für den jüngsten Sprössling. Bevor wir aber näher auf das Spiel eingehen, gibt es zuerst einmal einen Trailer.
Gameplay
In „Hunter’s Trophy” stellen Sie sich zu Beginn des Spiels Ihren Avatar ein, soll er männlich oder weiblich sein, welche Waffen soll er tragen – abhängig davon wie viele Waffen Sie bereits freigeschaltet haben – und welches Gewand will man anziehen. Dann steht bereits die erste Herausforderung an und etliche Spielmodi eröffnen sich Ihnen.
Auf der nächsten Seite erfahren Sie alles über diese verschiedenen Modi.
Im Modus Tontaubenschießen stehen Sie auf einem Schießstand, auf dem es drei Aufgaben zu erledigen gilt. Erstens ist da das eigentliche Tontaubenschießen, bei dem die die Scheiben kreuz und quer durch die Lüfte sausen. Dann gibt es noch das Silhouettenschießen, bei dem aufklappende Scheiben getroffen werden müssen. Punkte gibt es frei nach dem Motto: „Je kleiner die Scheibe, umso höher die Punktezahl!“. Als dritte Herausforderung muss eine Zielscheibe getroffen werden, die nach jeweils drei Schüssen um ein paar Meter nach hinten versetzt wird.
Im freien Modus kann man sich ein eigenes Szenario nach Wunsch zimmern. Das Jagdgebiet variiert zwischen Marschland, Feld oder Wald, das Wetter ist frei einstellbar und bietet Dunst, Nebel und Regen. Wollen Sie lieber am Tag oder am Abend auf die Pirsch gehen, bevorzugen Sie das Klein- oder doch eher das Großwild? Auch Ihre Bewaffnung können Sie sich selbst aussuchen, ebenso ist die Anzahl und Art der Tiere ist frei wählbar und so können Sie zum Beispiel auch auf eine reine Entenjagd gehen.
Wie sie im Video gesehen haben, gibt es bei der Jagd einiges zu beachten. Zuerst muss einmal eine Spur gefunden werden, im Falle von Hasen ist dies zum Beispiel ein Unterschlupf, bei Vögeln zum Beispiel ein feister Haufen Exkremente. Mittels Indikatoren werden Sie auf viele der Hinweise hingewiesen, um sich in Ihrem Jagdrevier etwas Leichter zurecht zu finden. Haben Sie die Fährte aufgenommen, wird es Zeit Ihr Hunderudel in Bewegung zu setzen, um die Rehe aufzuscheuchen und in Ihre Richtung zu jagen. Sie nehmen in der Zwischenzeit auf einem Hochsitz Platz und warten auf die Beute. Lustigerweise wird Ihnen mit Hilfe von bunten Pfeilen die Laufrichtung der Tiere angezeigt, fast wie im echten Leben.
Auf der nächsten Seite gibt es noch einen Einblick in den Karrieremodus.
Entscheiden Sie sich für den Karrieremodus, müssen Sie eine gesamte Jagdsaison bestreiten. Nach der Reihe werden Wettkämpfe veranstaltet, bei denen der Jäger mit der höchsten Punktezahl den ersten Platz kassiert. Ausschlaggebend dafür sind die Punkte für die Schleichfähigkeit, die benötigte Zeit für das Erlegen der vorgegebenen Beute und die Treffsicherheit. Nach der Saison wird dann der beste Jäger ausgezeichnet.
Simulation, what else?!
Dies soll bedeuten: Was erwartet man sich schon von einer Simulation? Aus unzähligen bereits getesteten Simulationen wissen wir, dass diese nicht auf der Welle der grafischen Höhepunkte reiten. Die Anfangs- und die üblichen Zwischensequenzen sind in der Spielgrafik gehalten und lassen sich im Mittelfeld ansiedeln. Die Sounduntermalung ist typisch für dieses Genre, man lässt den Spieler mit den Geräuschen der Natur alleine. Hin und wieder gibt es vereinzelte Tierrufe, sowie Vögel, die zwitschernd am Spieler vorbeifliegen. Auch der beste Freund des Menschens, der Hund, meldet sich hin und wieder mit einem Bellen. Diese Eins-werden mit der Natur fördert die Atmosphäre des Spiels und man fühlt sich schon fast so als würde man wirklich durch einen Wald spazieren, zwar einen Wald mit einer verbesserungswürdigen Grafik, aber immerhin erkennbar als solcher. Doch die Laufrichtungsanzeige der Beute während der Jagd, scheint nicht ganz simulationsgerecht zu sein.
Das Spiel kann entweder mit dem üblichen PS3-Controller oder mit dem Move- und dem Navigationscontroller gespielt werden. Als Beilage für das Spiel findet man eine Schrotflinte, in die man die beiden Controller problemlos einbauen kann. Dieses Zubehör sorgt für eine Brise mehr Realismus im Spiel und Untersuchungen im eigenen Umfeld haben bewiesen, dass auch weibliche Gamer lieber mit der Waffe, als mit den losen Move- und Navigationscontroller spielen.
Auf der letzen Seite erfahren Sie die Wertung und die Vor- und Nachteile des Spiels.
Jagd-Simulationen aller Arten erobern den Spielemarkt, „Trophy’s Hunter” versucht dies auf realistischere Art und Weise als zum Beispiel „Cabela’s Dangerous Hunts 2011“. In diesem Spiel wurde man ständig von Bären, Wölfen und Nashörnern gejagt und kam nie zur Ruhe, in „Hunter’s Trophy“ geht es mehr um die richtige Jagd, wie man sie bei uns in Europa kennt. Es wird viel Wert auf spielerischen Realismus gelegt, während die Optik für die heutige Zeit ein wenig hinterher hinkt. Der freie Modus ist eine gute Gelegenheit, um ein wenig für den Karrieremodus zu trainieren, obgleich man sagen muss, dass ein einfacher, schneller Spielmodus im Railshooter-Format dem Spiel sicherlich zu einem Award verholfen hätte.
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