Es ist Winter und auch wenn der Schnee bei uns noch auf sich warten lässt, so kann man sich wenigstens auf den virtuellen Schnee verlassen. Beim "Skigebiet Simulator 2012" betreiben Sie Ihren eigenen Winterbetrieb und alles, was dazu gehört. Lesen Sie in diesem Review mehr zum neuesten Spross der UIG-Familie.
Wohoho, Skifoan, Skifoan
Bereits Wolfgang Ambros sang das Skifahren das "Leiwandste" ist, was man sich nur vorstellen kann. Das hat sich - nach Astragon und deren "Skiregion-Simulator 2012" - nun auch UIG Entertainment mit dem "Skigebiet Simulator 2012" gedacht. Pisten präparieren, in Tourismus investieren und die eigene Region ausweiten, das und noch vieles mehr verspricht uns der "Skigebiet Simulator 2012". Doch zuerst ein kurzes Video zum Spiel:
Grundsätzliches
Die beiden Skigebiet/region-Simulatoren bieten im Großen und Ganzen das selbe Gameplay an. Zuerst muss man sich einen Lift und eine Strecke kaufen, dann kann man seinen Bereich mit Gasthäusern und kleinen Einkehrhütten vergrößern. Das Management beschränkt sich hier auf das Kaufen und Verkaufen von Fahrzeugen und den Erwerb von Gastronomiebetrieben, um die Kundschaft zufriedenzustellen.
Auf der nächsten Seite erwartet Sie der Sprung ins kalte Simulationswasser.
Keine Ahnung vom Spiel und der umfangreiche Managementbereich
Man beginnt das Spiel, ohne Tutorial, in einem Schuppen, in dem sich zwei Fahrzeuge befinden. Im Gegensatz zum Kontrahenten von Astragon, kann man hier nicht das Fahrzeug verlassen, um in der Egoperspektive durch die verschneite Welt zu laufen. So ist man leider immer fix an seine Fahrzeuge gebunden. Klickt man auf das Kamerasymbol im linken oberen Eck, dann "verlässt" man das Fahrzeug und sieht das Gebiet aus der Vogelperspektive. In dieser Ansicht kann man sich nun um den "wirtschaftlichen" Teil des Spiels kümmern: Fahrzeuge kaufen und verkaufen, Gastronomiebetriebe kaufen. Hier - in der mysteriösen Vogelperspektive - ist es auch möglich, sich eine Anleitung zum Spiel durchzulesen. Befindet man sich in einem Fahrzeug sind diese unzähligen Möglichkeiten nicht gegeben.
Simulationen und Realismus: Feinde auf ewig!
Dafür kann man mit seiner Planierraupe verrückt über die Piste hoppeln – ja, hoppeln. Erstens lenken sich die Fahrzeuge anfangs sehr schwer, dann bekommen Sie ein Eigenleben und lenken in alle erdenklichen Richtungen. Selbst nachdem ich die Tasten ausgelassen hatte, fuhr die Pistenraupe drei rechtsdrehende Runden, bevor sie mit einem wunderschönen Salto auf dem Dach landete. Es ist in diesem Spiel also nicht möglich, geradeaus zu fahren, und bei einem Zusammenstoß mit einem Hindernis endet die ganze Show meistens mit einem Salto oder einem realistisch wirkenden Unfall, bei dem sich das Fahrzeug mindestens einmal um die eigene Achse dreht. Unglaublich, so ein Simulator, denn genau so würde es auch im echten Leben aussehen. Eine weitere realistische Umsetzung erwartet uns bei der Größe der Fahrzeuge im Vergleich zum roten Zaun, der die Piste abgrenzt. Ist besagter Zaun wirklich größer als eine Pistenraupe? Zumindest ist dies in dieser Simulation der Fall. Und was diese Simulation wirklich spielenswert macht, ist die Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Würde es in diesem Spiel Spaziergänger geben, würde man andauernd überholt werden.
"*Hup, hup*
Entschuldigung, nette alte Dame, Sie versperren mir den Weg.
Dann überholen Sie doch!
Wenn ich doch nur könnte!"
Fakten, Fakten, Fakten erwarten Sie auf der nächsten Seite unseres Tests zum "Skigebiet-Simulator 2012".
Simulationsfahrer sind sichtbarer, aber auch eine Belastung für die virtuellen Nerven. Und bevor ich es noch vergesse: Es gibt auch Aufträge zu erledigen. Aber nicht im Stile eines "Skiregion-Simulator 2012", bei dessen Aufträge man sich mit einem Pfeil und einer Minimap - bezüglich des Zielortes - orientieren kann, hier beim allmächtigen "Skigebiet Simulator 2012" sollte man sein ganzes Können sammeln und dann voll motiviert die gesamte Karte nach dem Zielort abfahren. Und das bei gefühlter Schrittgeschwindigkeit.
Grafik besser, Soundkulisse bescheiden wie immer
Einer der wenigen positiven Punkte dieses Spiels ist definitiv die verbesserte Optik. Zwar gibt es noch immer genügend Mängel - zum Beispiel erhellen nicht alle Pistenscheinwerfer die Umgebung und das obwohl sie eingeschaltet sind - aber dennoch sieht das Spiel um einiges besser aus als die UIG-Vorgänger "Schwertransport-Simulator 2011" oder auch der "Sailing Simulator 2011".
Soundtechnisch bietet dieser Simulator alles, was ein handelsüblicher Simulator bieten muss, also, verschiedenste Motorengeräusche und lahme Fahrstuhlmusik.
Steuerung oder – besser – das, was davon übrig geblieben ist
Wie bereits erwähnt, gebührt der Steuerung eine eigene Rubrik unter dem Namen "Satz mit X: War wohl nix". Das Pistengerät sucht sich größtenteils seinen Weg selbst aus, egal, auf welche Taste man gerade hämmert. Wer sich das PDF-Handbuch auf der CD nicht angesehen hat, der wird sich darüber freuen am Anfang einfach alle Tasten durchprobieren zu dürfen.
Juhu, dieses Spiel kann man auch mit bis zu vier Spielern online oder über LAN spielen - welch gerissene Idee! Kurz und knapp: Das Spiel macht alleine schon keinen Spaß, warum soll es mit menschlichen Mitspielern lustiger werden?
Ob die Atmosphäre die Gesamtwertung noch nach oben schrauben kann? Lesen Sie alles auf der letzten Seite.
Die positiven Punkte dieser Kategorie sind die dynamischen Tag- und Nachtwechsel, die unterschiedlichen Wetterbedingungen und auch die grundlegende Idee des Spiels vermag zu einem Kauf des "Skigebiet Simulator 2012" bewegen. Aber leider wird durch jeden einzelnen anderen Punkt - der Steuerung, der unübersichtlichen Aufträge, der Umsetzung des Spiels und so weiter - die Illusion eines gelungenen Spiels gnadenlos zerstört.
Im großen Kampf um den Simulator, der das Thema "Management und Pflege eines Skibetriebs" am besten umgesetzt hat, gewinnt der Kollege von Astragon um Hochhäuser. In nahezu fast jedem Punkt hat der "Skigebiet Simulator 2012" das Nachsehen. Eine verbesserte und dennoch verbesserungswürdige Grafik, bescheidenes Fahrverhalten oder auch der minimalistische "Managementteil" bekräftigen diese Wertung und den Untergang dieses Spiels. All jenen, die unbedingt einen Skigebietsmanagement-Simulator haben wollen, kann ich nur das Spiel von Astragon mit dem Namen " Skiregion Simulator 2012" ans Herz legen.
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