PlayStation Plus-Abonnenten dürfen sich über „Hydrophobia: Prophecy“ zum Nulltarif freuen. Wir haben uns das Action-Spektakel heruntergeladen und sind ins kühle Nass geglitten. Erwartet uns ein Abenteuer wie zu Arielles Zeiten oder bleiben unsere Augen eher trocken? Lesen Sie unser Review!
Vorgeschichte
Ende September 2010 erschien das wasserlastige Action-Adventure „Hydrophobia“ auf Microsofts Xbox 360, im Dezember gleich noch mal als „Hydrophobia Pure“, und seit Mai heißt das Spiel „Hydrophobia: Prophecy“. Auf dem PC angekommen wurde sich gleich auf die PS3 gestürzt, und nun haben wir auf dem PSN die Ehre, das Game zu spielen. Hat sich hier etwas geändert? „Rette die Welt und töte dich selbst“ das sind die Worte der „Neo-Malthusian-Terroristen“. Um ihr Vorhaben, die Bevölkerung zu dezimieren, voranzutreiben, nisten sie sich auf dem luxuriösen Stadtschiff „Queen of the World“ ein, nehmen Geiseln und platzieren Bomben. Denn wer sich nicht an den Leitsatz halten will, bei dem wird eben nachgeholfen.
An Bord des Schiffes befindet sich auch die Protagonistin, die Ingenieurin Kate Wilson, welche eigentlich gerade Feierabend hat. Kate ist allerdings ein Workaholic, weshalb sie sich unter der Anleitung ihres Kollegen Scoot noch mal zu einem Routineeinsatz aufmacht, um ihr Netzwerk zu reparieren. Auf dem Weg dorthin gehen die ersten Bomben hoch, Chaos bricht auf dem Schiff aus, und die Ingenieurin steckt mittendrin. Da sich Explosionen und Schiffshüllen nicht sonderlich gut miteinander vertragen, stößt man frühzeitig auf das wichtigste Element des Spiels: Wasser. Der Entwickler hat keine Kosten und Mühen gescheut, damit dieses möglichst realistisch aussieht und sich nachvollziehbar verhält. Das gelingt auch sehr gut: Hier ein Blick aufs Wasser!
Ob Sie Angst vor den Wasserfluten haben müssen, steht auf der nächsten Seite:
Beeindrucken die auf Kate hereinbrechenden Wassermassen und deren Einbindung in die diversen, leicht zu durchschauenden Rätsel noch, nutzt sich der Effekt leider relativ schnell ab. Viel zu oft spult das Spiel dasselbe Ereignis sowie praktisch identische Rätseleinlagen in den immer gleich aussehenden Korridoren und Räumen ab, als dass es im weiteren Spielverlauf wirklich noch überraschen könnte. Ja, Sie müssen Ihrem Vorgesetzten den Hintern retten, indem Sie sich mehrmals in ein Terminal hacken, todesverachtend über Abgründe springen und sofort tödlichem Feuer ausweichen. Durch das eintönig-enge Leveldesign bekommen Sie nicht wirklich vor Augen geführt, dass Sie sich auf einem Stadt-Schiff befinden.
Denn konnten Sie zu Beginn des Spiels in Kates Appartement noch einen Blick auf die Skyline der Queen of the World werfen, stapfen Sie ab dann praktisch durchgehend durch identische Wartungsgänge und Technikräume. Es gibt sogar eine Trophäe dafür, wenn Sie ein einziges Item außerhalb Kates Appartement aufsammeln – das ist bestenfalls nett. Einzig gelegentliche Klettereinlagen, die wie ein „Mirror's Edge“, doch leider mit deutlich holprigen Animationen anmuten, sowie schwammige Feuergefechte inklusive widerspenstigem Deckungssystem versuchen, einen Hauch von Abwechslung ins Spielgeschehen zu bringen. Beide Aspekte wirken jedoch nicht ganz rund. Bei den bewaffneten Konfrontationen steht Ihnen lediglich eine Pistole zur Verfügung, die mit fünf verschiedenen Munitionstypen bestückt werden kann, was recht flexible Taktiken zulassen würde. Allerdings benötigen Sie kaum Taktik, Timing reicht schon vollkommen aus.
Teil der sich wiederholenden Rätseleinlagen ist das Aufspüren von Geheimcodes der Terroristen. Besonders schwer fällt das nicht, da Sie Navigationspunkte auf dem Bildschirm (mit der linken Richtungstaste aufrufbar, nicht immer sichtbar) stets zur entsprechenden Wand führen, wo die unsichtbare Zahlenreihe aufgemalt ist. Um sie sichtbar zu machen, zücken Sie Ihr Universalgerät, das so genannte MAVI. Damit lassen sich im Zuge eines Minispiels zudem auch Sicherheitsvorrichtungen knacken, wobei man sich allerdings auch nicht wirklich geistig verausgaben muss. Es gilt, eine Sinuswelle so zu verformen, damit sie eine zweite möglichst genau nachfährt. Das war‘s auch schon.
Was Ihr Auge zu sehen und Ihr Ohr zu hören bekommen, steht auf der nächsten Seite:
„Hydrophobia: Prophecy“ lockt mit coolen Wasseranimationen, kann das optische Versprechen dann aber sonst nicht ganz halten. Sowohl die Protagonistin Kate Wilson als auch die oberfiese Mila Krass sind zwar ganz gut modelliert worden, aber die Umsetzung der beiden ist bestenfalls in Ordnung. Lippensynchronität sowie großartige Effekte sind nicht vorhanden, da hilft auch die schönste Wasseranimation (die übrigens inflationär verwendet wird) nicht viel. Einzig und allein der Sound mit seinen glaubwürdigen Sprechern reißt die Technik noch etwas aus der Durchschnittsmasse, wenngleich sich die Samples manchmal zu oft wiederholen.
Durch die Wassermassen
Die Steuerung des Titels schwankt in etwa so wie zwischen Ebbe und Flut. Die Sprünge zwischen Stangen und Abgründen haben eine etwa 60-prozentige Chance, zu funktionieren, das Zielverhalten mit der Pistole ist ähnlich. Nur mit viel Übung schaffen Sie es, die Gegner problemlos zu fällen. Die Abwechslung lässt leider etwas zu wünschen übrig, und auch, dass die Anzeige der Navigationspunkte nicht ständig aktiviert ist, führt mit der Zeit zu genervtem Drücken der linken Richtungstaste. Gut gelöst hingegen ist das durchgehende Tutorial für neue Bewegungen und Aktionen, da Sie immer wissen, was Sie tun müssen. Hier hat „Hydrophobia: Prophecy“ durchaus Vorzeige-Potenzial.
Erdrückende Stimmung
Einen Teil der Hintergrundgeschichte bekommen Sie durch Dokumente vermittelt, die überall in den Levelabschnitten herumliegen. Dialoge selbst finden ausschließlich auf Englisch statt, lediglich deutsche Untertitel lassen sich hinzuschalten. Die wirken aber oft nicht ganz ausgegoren und lassen kaum Atmosphäre aufkommen. Wirklich in Fahrt kommt die Handlung aber nicht, und Sie brauchen auch eine Weile, bis Sie dahinterkommen, was die Queen of the World (das Schiff) wirklich ist.
Ein leicht schaler Nachgeschmack bleibt schon übrig: Der Indie-Titel „Hydrophobia: Prophecy“ überzeugt zwar mit seinem Wasser, allerdings bleibt hinter dieser Vorzeigetechnik alles andere ein Stück weit zurück. Die Charaktere, die Story und auch die Umgebung erschöpfen sich schon binnen der ersten beiden Spielstunden. Gut gelöst ist die Einführung und das namensgebende Wasser, wir dürfen schon äußerst gespannt sein, was die nächste Version mit sich bringt, wenn ein Nachfolger seinen Weg in das PSN finden wird ...
Die Vorteile für registrierte User auf GamingXP werden nach Abschluss der Beta-Phase noch weiter ausgebaut. Helfen Sie mit, das beste GamingXP aller Zeiten zu bauen!
Melde dich gleich jetzt für die Closed Beta des XP Clubs an! Es erwarten sich coole Community-Aktiväten und attraktive Preise! Hier geht's zum XP Club!