Mit etwas Verspätung kam nun auch die PC-Version des Superheldenknallers „Batman: Arkham City” auf den Markt. Wir haben natürlich auch diese einer eingehenden Prüfung unterzogen und freuen uns, Ihnen im Folgenden unsere Erkenntnisse in Form einer Review zu präsentieren.
Inhaltlich schließt „Batman: Arkham City” nahtlos an den Vorgänger „Batman: Arkham Asylum” an. Auch wenn die Verknüpfungen eher lose sind, finden sich jene, die auch den ersten Teil absolvierten haben, mit Sicherheit am Beginn des Spiels besser zurecht. Wie bereits der Name verrät, dreht sich im zweiten Teil alles um das Hochsicherheitsgefängnis im Herzen Gothams. Dort sitzen mittlerweile sämtliche von Batman höchst selbst eingelochten Superschurken ein. Als der „Dark Knight“ nun beschließt mit dem unbeliebten Riesenknast aufzuräumen, kommt es zum Showdown der brutalen Sorte.
„Batman: Arkham City” orientiert sich jedoch nicht nur inhaltlich am Vorgänger, sondern nimmt auch beispielsweise in Sachen Steuerung stark Anleihe an „Batman: Arkham Asylum“. Hier gilt ebenfalls: Wer bereits den Vorgänger spielte, ist klar im Vorteil. Denn der kleine Fluch, der den unzähligen Gadgets anhaftet, ist eine zwangsläufig überladene Steuerung. Zwar gelingt die Umsetzung sowohl für Maus/Tastatur als auch für einen Analog-Controller, doch bedarf es als Neuling einer gewissen Eingewöhnungszeit bis man die unzähligen Handgriffe auch wirklich beherrscht.
Wem Batman im Knast so begegnet, erfahren Sie auf der nächsten Seite!
Ob Freund oder Feind, in Arkham City begegnet man so ziemlich jeder Figur aus den Batman-Comics und Filmen. Neben den altehrwürdigen Erzfeinden der Fledermaus, wie dem Joker, Two-Face, Pinguin oder Mr. Freeze, stößt Batman natürlich auch auf bekannte Verbündete, wie Catwoman oder Robin. Die eine Eigenschaft, die sie dabei alle verbindet, ist, dass sie samt und sonders großartig umgesetzt wurden. Auch wenn durch die enorme Dichte an Charakteren der Auftritt des einen oder anderen etwas leidet, kommt man in den Genuss wunderbar ausgestalteter Figuren, die selbst bei eingefleischten Fans wenig Grund zur Klage aufkommen lassen.
Ein besonderes Schmankerl stellt hier die Möglichkeit dar, neben der deutschen auch die englische Version installieren zu können. Selbst wenn die deutsche Sprachausgabe im Vergleich zu anderen Spielen gut gelungen ist, sollte man nach Möglichkeit auf die englische Installation zurückgreifen, da hier die Stimmen lippensynchron sind und namhafte Sprecher, wie Mark Hamill als Joker, am Werk waren. Als kleinen Vorgeschmack hier den englischsprachigen Joker-Trailer mit deutschen Untertiteln:
Details zu Grafik und Sound gibt’s auf der nächsten Seite!
Ein Aspekt, in dem man sich vom Vorgänger abhebt, ist die Gestaltung der Spielwelt. Stieß man in „Batman: Arkham Asylum“ durchwegs auf beengte Räume, Gassen und Schächte, so setzt „Batman: Arkham City“ auf eine großzügige Open World-Erfahrung. Das Spiel bietet ein weitläufiges Stadtviertel, in dem man sich über weite Strecken frei bewegen kann. Ob gleitend, schwingend, springend oder laufend, es macht enormen Spaß sich durch die detailliert gestaltete Umgebung zu bewegen. Hier eine Schneeflocke, die am Cape haften bleibt, dort der Suchscheinwerfer eines Helikopters und um die Ecke unterhalten sich einige Schläger über Vorkommnisse, die den Spieler gerade in der Haupthandlung beschäftigen.
Atmosphärisch wirkt „Batman: Arkham City“ somit ein extrem dichtes Netz, das von der ersten Minute an zu fesseln versteht. Ein subtiler, unaufdringlicher Soundtrack, die bereits erwähnten Synchronsprecher und die detailverliebte grafische Gestaltung lösen vereint im Spielerherz Jubelstürme über ein längst überfälliges gelungenes Superhelden-Game aus. Einziger Wermutstropfen ist die derzeit fehlerhafte DirectX 11-Unterstützung, die zu Grafikfehlern führt. Die Entwickler arbeiten jedoch bereits an einer Lösung und bis dahin sei versichert, dass „Batman: Arkham City“ auch mittels DirectX 9 ein bildgewaltiges Spielerlebnis der Extraklasse ist.
Alles zu den Besonderheiten der PC-Version gibt’s auf der nächsten Seite
Bereits bei der oben erwähnten Steuerung mit Maus und Tastatur merkt man, dass Rocksteady sich Mühe gab, nicht bloß einen Konsolenableger für den PC zu schaffen, sondern wirklich Arbeit in die Windows-Version gesteckt hat. Trotz einer Gadget-bedingten Überladung ist die Spielkontrolle via Maus und Tastatur gut gelungen und geht nach einer gewissen Eingewöhnungsphase ebenso flüssig von der Hand wie mittels Analog-Controller.
Ein kurzer Überblick über die PC-spezifischen Details:
Höhere Auflösung und schärfere Texturen als auf den HD-Konsolen
Zusätzliche Partikel- und Physikeffekte auf nVidia-Grafikkarten mit PhysX-Support
Kürzere Ladezeiten im Vergleich zu den Konsolenfassungen
Securom und Games for Windows Live als Kopierschutz - keine Steam-Pflicht
Einmalige Online-Aktivierung bei Installation
Achievements über Games for Windows Live und/oder Steam
Im Gegensatz zur Konsolenversion ist der Catwoman-DLC bereits enthalten
PC-Version ist multilingual, deutsche und englische Sprachfassungen enthalten
Da sich die Inhalte der PC-Version, sowohl Haupthandlung als auch Zusatzinhalte, wie die Aufgaben des Riddler, mit den der Konsolenvarianten decken, möchte ich Sie bei diesbezüglichem Interesse an die großartigen Reviews der Kollegen verweisen, die Sie zum einen hier (Xbox 360) und zum anderen hier (PS 3) finden. Dort finden Sie ebenfalls mehr zu den einzelnen Gadgets und dem konkreten Gameplay.
Alles in allem ist „Batman: Arkham City“ nicht nur der beste Superhelden-Release in diesem Jahr, sondern auch genreübergreifend einer der besten Titel, die das Jahr 2011 hervorgebracht hat. Eine dichte, packende Story, Inhalte für bis zu 35 Stunden Spielzeit und eine handwerkliche Topleistung des Entwicklers Rocksteady machen den zweiten Batman-Titel zu einem Must-Have in diesem Winter. Nachdem uns Spiderman im Stich ließ, die X-Men aufs Bitterste enttäuschten und Captain America den Karren auch nicht aus dem Dreck gezogen bekam, steigt Batman aus dem nebenverhangenen Himmel über Gotham City und rettet alle Superhelden der DC- und Marvel-Universen vor einem absoluten Katastrophenjahr. Mir bleibt nur, Bruce Wayne meine aufrichtige Ehrerbietung zu erweisen und Warner,sowie Rocksteady mein höchstes Lob für eine furiose Umsetzung auszusprechen. Chapeau!
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