Ein neues Strategiespiel schickt sich an, eine Onlinevariante von „Stronghold“ zu werden, oder so in der Art. 2003 hat man mit der Entwicklung des Spiels begonnen, nun ist es fertig – oder doch nicht? Lesen Sie alles über „Dawn of Fantasy“ in diesem Review.
Story
Hinter „Dawn of Fantasy“ verbirgt sich keine großartige Story, denn Sie müssen sich erst einmal selbst einen Platz in den Geschichtsbüchern, in der Welt von Mythador, schaffen. Egal, als ob blutrünstiger Ork, edler Elf oder einfach nur als Mensch können Sie sich zu mehr und mehr Macht verschaffen. Dazu hier erst einmal einen Trailer.
Alles über die spielbaren Rassen gibt's auf der nächsten Seite!
Hat man sich für den für einen der vier Modi entschieden, geht es los. Im Online-Kingdom-Modus spielt man in einem bestimmten Gebiet in der Onlinewelt, mit einer bestimmten Rasse sowie zwei ausgewählten Boni und versucht sich weiter zu entwickeln. Das Ziel ist es, ein riesiges Imperium zu errichten, sich mit anderen Spielern zu messen und Handelsrouten aufzubauen. Nach und nach entdeckt man die Welt, erlebt Events und findet neue Rohstoffquellen.
Der nächste Modus ist der Kingdom-Wars-Modus, in dem man schon eine vorgefertigte Burg bereitgestellt bekommt, diese dann aber wie im Online-Kingdom-Modus zu einem Imperium ausbauen sollte. Die letzten beiden Modi sind der Skirmish- und der Szenario-Modus, in denen man sich bestimmte Szenarien aussuchen oder selbst erschaffen kann. Unabhängig von Single- oder Mehrspieler-Modus kann man diese dann bestreiten.
Um sein Imperium erfolgreich aufzubauen, kommt eine von drei wählbaren Rassen zum Einsatz. Die Rasse der Menschen setzt verstärkt auf den wirtschaftlichen Aspekt und kann relativ früh im Spiel Rohstoffe im hauseigenen Lager horten. Neben den wirtschaftlichen Menschen gibt es noch die naturverbundenen Elfen, die keinem Baum oder dergleichen ein Haar krümmen könnten, sowie die fiesen, stinkigen Orks, die sich die Zeit lieber mit der Jagd und dem Kampf vertreiben.
Wie das nun mit den Kämpfen abläuft, erfahren Sie auf der nächsten Seite.
Grundsätzlich spielen Sie zunächst in einer Weltansicht, in der Sie die Ländereien und Städte überblicken. Wenn Sie Ihre Armee auf Raubzug schicken, wird diese nicht als Armee, sondern als riesige Einheit dargestellt. Das sieht klasse aus und sorgt für Übersicht.
Kommt es aber zum Kampf, wird Ihnen nach einer Ladezeit die Stadt, in der der Kampf stattfindet, präsentiert. Dort sehen Sie dann die einzelnen Einheiten Ihrer Truppe. Hier wird es dann ernst, und Sie dürfen in einer kurzen Vorlaufzeit Ihre Truppen stationieren, Türen öffnen, Fallen vorbereiten und vieles mehr. Danach geht es los, und ähnlich wie in einem „Battle Realms“-, „Age of Empires“- oder "Shogun" Titel kämpfen Sie in Echtzeit gegeneinander, bis keine Krieger mehr stehen.
Zu Beginn jeder Schlacht wählt man seine bereits verfügbaren Einheiten für eine bestimmte Menge an Gold. Im Spiel gibt es Wellen oder offene Schlachten, in denen man natürlich Einheiten nachbauen oder verbessern kann.
Auf der nächsten Seite gibt es ein Video zum Gameplay und näheres zur Grafik.
Die Grafik ist, wie man es von Strategiespielen gewohnt ist, eher mittelmäßig, da manche Schatten vor sich hin flimmern, anstatt sich richtig zu passen. Doch auf den ersten Blick wirkt das Spiel ansehnlich, auch viele kleine Extras wie Regen oder Winterlandschaften sind eingebaut. Allerdings wurden die Soldaten nicht sehr detailliert gestaltet, und auch wenn es bei einem Strategiespiel eher um die Spielerfahrung als um detaillierte grafische Ausstattungen geht, darf man nicht vergessen, dass mit „Total War: Shogun 2“ im März dieses Jahres ein um Längen ansehnlicheres Spiel des Genres auf den Markt kam.
„Dawn of Fantasy“ hat sich bemüht, mit viel Kampfgetöse und einer im Hintergrund verschwindende Background-Musik den passenden Sound einzubinden, doch meist fühlt man sich von nervigen Rufen der Soldaten gestört.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie es um die Steuerung des Spiels steht.
Die Steuerung erfolgt mit der Maus und jeder, der schon mal ein Spiel aus dem Genre Strategie gespielt hat, wird sich sofort auskennen. Allerdings kann es vorkommen, dass man seine Truppen auf eine Horde Gegner losschicken will, es jedoch nicht schafft, einen Gegner anzuvisieren. Davon abgesehen ist die Steuerung einfach zu handhaben und keineswegs kompliziert.
Der Mehrspieler-Modus bietet spannende Schlachten und hitzige Gefechte. Es gibt nicht viel Unterschied zum Singleplayer-Modus. Natürlich ist es ungleich witziger, menschliche Widersacher so richtig zu dominieren anstatt die KI ein ums andere Mal ins Schachmatt zu führen. Leider hatten wir aber für einen ausführlicheren Mehrspieler-Test zu wenig echten Gegner zur Hand.
Atmosphäre
Die Atmosphäre in „Dawn of Fantasy“ erinnert an alte mittelalterliche Schlachten in einer umkämpften Welt. Eine wirklich umkämpfte Welt, die leider nur so vor lauter Bugs und Abstürzen strotzt. Auch die ein wenig eingerostete Grafik, die nervigen Sprüche und die Dialoge, die teilweise Rechtschreibfehler oder andere Sinnlosigkeiten enthalten, verdichten die Atmosphäre des Spiels in keinster Weise.
Zusammenfassung und Wertung gibt's wie gewohnt auf der nächsten Seite
Es war ein schönes Vorhaben, welches die Entwickler 2003 dazu getrieben hat, „Dawn of Fantasy“ zu entwickeln. Wäre das Spiel im selben Jahr, oder ein Jahr später veröffentlicht worden, wäre es wahrscheinlich spielerisch wie optisch ein Hochgenuss, so ist es lediglich ein schwacher Versuch, eine grundsolide Idee umzusetzen. Die vielen Bugs und Abstürze, die es ein halbes Jahr nach dem Release noch immer gibt, stellen dem Spiel kein gutes Zeugnis aus. Immerhin gibt es mit der Idee ein eigenes Imperium aufzubauen, einen Ansatz, der einige Spieler sicherlich über die Bugs und Probleme des Spiels hinwegsehen lässt.
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