Es wird wieder Zeit in den Ring zu steigen. Dieses Mal unter einem neuen Namen: „WWE' 12“. Ob uns das Spiel im Stile des Anaconda Vise gefesselt hat, oder ob wir gelangweilt, wie nach einer Ansprache von Alberto DelRio, von dannen gezogen sind, erfahren Sie in diesem Review.
Die Evolution des Wrestlingspiels
Das Entwicklerstudio Yuke's hat im Jahre 2000, mit „WWF SmackDown!“ seinen ersten Titel über das Pro-Wrestling auf den Markt gebracht. Anscheinend waren ihnen das aber zu wenig, denn im selben Jahr veröffentlichten sie mit „WWF Royal Rumble“ und „WWF SmackDown! 2: Know your Role“ zwei weitere Wrestlingtitel. Von da an gab es jährlich neue Wrestlingspiele, wobei zuerst die „WWF SmackDown!“-Serie mit insgesamt fünf Ablegern entwickelt wurde, ehe man sich mit „WWE SmackDown! vs. Raw“ für einen neuen Namen der Wrestlingspiele entschied. Auch diese Brand war mit insgesamt sieben Titeln recht erfolgreich. Und dieses Jahr ist es wieder soweit, um mit einem neuen Namen für die Serie auch eine neue Ära einzuleiten. Was verändert wurde, wie sich das neue Gameplay anfühlt und noch vieles mehr, erfahren Sie nach einem Trailer zum Spiel.
Dass bei „WWE '12“ nicht nur der Name neu ist, sondern auch das Gameplay stark angepasst wurde, hat man ja schon recht früh erfahren. Aber wie gut machen sich die Änderungen nun wirklich?
Die erste große Umstellung lässt nicht lange auf sich warten, da sich die Steuerung verändert hat. Für das Ausüben der Griffe ist nicht mehr der rechte Stick zuständig, die knallharten Aktionen werden nun wieder über die vier Facebuttons ausgeführt. Wer seit „SmackDown!: Here Comes The Pain“ nicht mehr beim der Serie war, wird sich nicht allzu sehr umstellen müssen, Fans aktuellerer Ableger aber bleibt nichts anderes übrig, als wieder auf die Facebuttons umzusatteln. Auch die Submission wurde leicht überarbeitet und zeigt dem Spieler, sobald ein Aufgabegriff angesetzt wurde, den „Breaking Point“-Schriftzug. Das allseits beliebte Buttonmashing führt dann wie gewohnt entweder zur Aufgabe oder zur Befreiung aus dem Griff.
Zu den eindrucksvollsten Änderungen gehören sicherlich die flüssigeren Bewegungsabläufe, die genialen Wake-Up Taunts, das Comeback-Feature und auch das neue Kamerasystem, welches den Kampf wie eine Übertragung aus dem Fernsehen wirken lässt. Wie die Mischung aus allen diesen Neuerungen aussieht – auch im Vergleich zum Wrestling-Ableger des letzten Jahres – sehen Sie in diesem Video.
Auf der nächsten Seite gibt es Infos rund um die Creation Suite und die Road to Wrestlemania!
Während sich bei den letzten Ablegern der Serie einige über die extrem kurze Zeitspanne des Road to Wrestlemania-Modus beschwerten – man durfte vom Jänner Pay-Per-iew (PPV) Royal Rumble bis zur Wrestlemania Ende März mit seinem Wrestler in Aktion treten – dürfte das nun nicht mehr passieren. Mit einer Spielzeit von 18 Monaten kommt man sogar in den Genuss zweier Wrestlemania-Events und aller anderen PPVs.
Dieser Modus spaltet sich nun in drei verschiedenen Storylines auf. Da gibt es den Weg des Bösewichts, auch Heel genannt, der mit dem „Celtic Warrior“ Sheamus bestritten wird und den Weg des Helden, den man mit „The Game“ Triple H in Angriff nimmt. Auch der selbsterstellte Charakter trägt seinen Teil zur Road to Wrestlemania bei und bekommt als Außenseiter ebenfalls eine eigene Storyline. So weit, so gut, das klingt nicht nach einer allzu großen Änderung, abgesehen von der längeren Zeitspanne. Was jetzt nun aber neu ist, ist die Tatsache, dass man die drei verschiedenen Storylines nacheinander spielt. Zuerst ist Sheamus an der Reihe, dann steigt man mit Triple H in den Ring und zu guter Letzt bekommt auch der selbsterstellte CAW eine Chance, um sein Können zu zeigen.
Jetzt bleibt nur noch die Frage offen, ob alle Spieler damit zufrieden sind, dass sie nur mit den beiden Superstars – Triple H und Sheamus - die Road to Wrestlemania bestreiten können.
Alles zum Selberbasteln
Neben den bereits bekannten Features Create-a-Superstar, Create-a-Finisher, Create-an-Entrance, Story Designer und Highlight Reels gibt es nun ein völlig neues Werkzeug, um die Arena seiner Träume erstellen zu können. Mit dem Create-an-Arena-Tool steht der eigenen Arena und dem eigenen Ring nichts mehr im Weg. Sind Sie ein großer Fan des Wrestlingsports zu Zeiten der WWF? Dann lassen Sie es jeden wissen, der in Ihrer Arena antritt. Egal ob nun das Zeichen auf den Ringbannern, der Ringmatte, den Seilen, den Pads an den Ringpfosten, auf dem Boden außerhalb des Rings, den Barrikaden, den Tischen oder auf etlichen weiteren Objekten prangt.
Oder soll es doch lieber die WWE sein? WCW, die gute alte ECW, eine Arena im Stile eines der besten Tag Teams aller Zeiten, der Degeneration X, egal was, wo, wie, in welcher Farbe geschrieben steht, Sie sind der Herr über den Ring, sowie dessen Umfeld.
Mit den restlichen Möglichkeiten erstellen Sie Ihren eigenen Wrestler und geben ihm einen Namen, der aus bis zu vier Wörtern besteht und vom Ringsprecher dementsprechend angekündigt wird. Dazu kommt noch ein individuell erstelltes Moveset, eine spezieller Eingang, Finisher und auch eine selbst erstellte Geschichte mit Hilfe des Story Designers.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was es mit den neuen WWE Universe-Modus auf sich hat!
Der WWE Universe 2.0-Modus präsentiert sich auf den ersten Blick wie gehabt. Man bekommt die Matchcards der drei TV-Shows SmackDown!, RAW und WWE Superstars geliefert, kann diese aber nach Lust und Laune bearbeiten, andere Matches erstellen oder auch ein Titelmatch draus machen. Es ist ebenfalls möglich die kompletten Shows, deren Aussehen, Logo und auch Ring zu verändern, um die guten alten ECW- oder WCW-Zeiten aufleben zu lassen. Man kann sich natürlich auch an die vorgegebenen Shows halten und sich brav nach oben kämpfen.
Um diesen Modus so realistisch wie möglich zu gestalten, gibt es Verletzungen und das neue Momentum-System. Damit bekommt man pro Sieg eine Verbesserung seiner Fähigkeiten und kann so seine Siegesserie leichter ausbauen. Wrestler, die hingegen eine Durststrecke durchlaufen, und keinen Sieg erringen können, verschlechtern sich durch jede Niederlage. Hier wird es dann interessant zu beobachten sein, wie sich ein Wrestler, der etliche Niederlagen eingesteckt hat, wieder aufrappelt und die ersten Siege einfährt, trotz verminderter Fähigkeitspunkte.
Grafik und Sound
Optisch kann man ein Highlight verzeichnen. Auch wenn die größte Schwäche – das Publikum – noch immer nicht ganz ausgebügelt wurde, so kann man sich bei „WWE '12“ den Eingang der Superstars endlich wieder in voller Länge ansehen. Die perfekt umgesetzten Bewegungen lassen den Kampf nicht nur realistisch erscheinen, sondern bringen auch die einzigartigen Moves des jeweiligen Superstars voll zur Geltung. Die einzelnen Wrestler sind übrigens optisch schon sehr nahe an den realen Vorbildern dran.
Und auch soundtechnisch kann „WWE '12“ voll und ganz überzeugen. Die Original-Eingangslieder begleiten den Wrestler zum Ring und die offiziellen WWE-Kommentatoren führen durch das Match. Auch die von den Originalen eingesprochenen Dialoge hören sich nicht nur an, sondern katapultieren den Spieler mitten in das WWE Universum.
Auf der nächsten Seite steuern wir zur explosiven Atmosphäre!
Wie bereits beschrieben ist der rechte Stick von den vier Facebuttons abgelöst worden. Nach einer kurzen Umgewöhnungsphase ist man allerdings schon wieder mitten im Griffe ansetzen, Kontern oder durch den Ring springen. Da bei der diesjährigen Ausgabe ein knackiger Schwierigkeitsgrad festgelegt wurde, sind die Konter genau zu timen. Früher gab es reine Konterschlachten, bei denen kaum ein Schlag oder ein Griff durchgeführt wurde, nun ist dies aber nicht mehr so leicht möglich und die Kämpfe werden realistischer.
Leider konnten wir noch kein Mehrspieler-Match bestreiten, aber dafür hatten wir die Gelegenheit auf der diesjährigen GameCity in Wien zwei Kämpfe auszutragen. Hier geht's zum Eventbericht, der Ihnen einen Eindruck von der Mehspieler-Actionen gibt.
Atmosphäre
Originalstimmen, perfekt nachgeahmte Eingangsmärsche und Taunts, eine TV-reife Präsentation und die neue Predator-Technologie, die die Kämpfe realistischer werden lässt, was will ein Wrestling-Fan mehr? Mit über 70 Superstars, Legenden, Divas und Kommentatoren darf man auch am Umfang des Rosters nicht meckern und die Matcharten sind ebenfalls wieder zahlreich. Einzig und allein das Problem des Spiels, nicht mehr als sechs Wrestler gleichzeitig darstellen zu können, tut der Freude einen kleinen Abbruch. Stellen Sie sich ein klassisches Survivor Series-Match vor, bei dem sie nie alle vier Teamkameraden sehen, sondern nur zwei davon. Scheidet jemand aus Ihrem Team aus, verschwindet er und der nächste Wrestler steht plötzlich in Ihrem Eck. Das sollte man das nächste Mal unbedingt in den Griff bekommen, ansonsten bietet „WWE '12“ lupenreine Wrestling-Action, wie man sie sonst nur aus dem Fernsehen kennt.
Zusammenfassung und Bewertung gibt's wie gewohnt auf der letzten Seite!
Der neueste Wrestlingableger strotzt nur so vor lauter Neuerungen. Neben dem neuen Namen haben in „WWE '12“ auch die Predator-Technologie, die Create-an-Arena, die coole neue Kameraführung und viele weitere tolle Features ihren Einzug gehalten. Das Publikum, das nach wie vor aus ein paar wenigen Menschen besteht, die über die gesamte Arena verteilt sind, und die doch recht beschränkte Möglichkeit nur mit zwei Wrestling Superstars die Road to Wrestlemania zu bestreiten, tun dem positiven Gesamteindruck zum Glück wenig Abbruch. Immerhin darf man sich den Einmarsch der Wrestler in voller Länge ansehen und bekommt dank der neuen Technologie sehr realistische und flüssig ablaufende Matches geboten. Über 70 wählbare Charaktere und eine Vielzahl an verschiedenen Matcharten lassen der Langweile keine Chance. Wrestling-Fans, nehmt Euch nichts mehr vor, „WWE '12“ ist da!
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