Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 200 km/h bringt Sie diesen Winter „Need for Speed: The Run” von San Francisco nach New York. Wir durften bereits vor dem Release am Lenkrad Platz nehmen und von Küste zu Küste rasen. Unsere Eindrücke von der Highspeed-Reise präsentieren wir Ihnen in folgender Review.
From Coast to Coast
Als junger, aber abgebrühter Rennfahrer Jack sind Sie dank diverser Probleme mit finsteren Gestalten schnell überzeugt, als eine alte Freundin an Sie herantritt und Ihnen ein Angebot unterbreitet, das Sie nicht ausschlagen können. Als einer der besten Straßenrennfahrer der Welt bräuchte es nicht einmal das Preisgeld von 25 Millionen Dollar, um Sie für ein derartig episches Rennen zu motivieren. Die Herausforderung ist einmalig: 200 Rennfahrer rasen von San Francisco nach New York – von Küste zu Küste. Soviel zur einfachen, aber doch gelungenen Story von „Need for Speed: The Run“.
Gespannt auf die Rennvorbereitung und die erste Etappe? Dann einfach weiterblättern!
Nach einer spektakulären Flucht aus einer Schrottpresse und einer kurzen Videosequenz, die den Spieler an die Handlung heranführt, geht es auch schon zur Sache. In der Garage dürfen Sie einen von drei Boliden auswählen und zum Start rasen. Zur Verfügung stehen zu Beginn ein Ford Shelby GT 500, ein eher unspektakulärer Nissan und ein BMW M3 GTS. Auf den ersten Meilen durch San Francisco bleibt man natürlich nicht unentdeckt und so kommt es auch gleich zum ersten Aufeinandertreffen mit den Ordnungshütern.
Schnell wird das Pflaster in der Stadt zu heiß und es gilt, mit Bleifuß die City Limits hinter sich zu lassen. Das Rennen beginnt. Ab diesem Zeitpunkt wechseln sich Herausforderungen wie Zeitfahren, Plätze gutmachen, einzelne Konkurrenten gezielt bezwingen oder der Polizei entkommen ab. Jede Etappe setzt sich aus mehreren solchen Rennepisoden zusammen. Obwohl man doch „nur“ Auto fährt, sorgen die verschiedenen Szenarien, die ab und an mit Storyelementen verknüpft werden, so für gelungene Abwechslung.
Der erste größere Streckenabschnitt endet in Las Vegas. Ein enormes Polizeiaufkommen wartet hier auf die Fahrer und erstmals gilt es auch außerhalb des Autos der Polizei zu entkommen. Nachdem Jack gestellt wurde, muss er nun zu Fuß vor den Cops fliehen und seinen fahrbaren Untersatz wechseln. Gott sein Dank stehen am nahen Parkplatz ein Aston Martin, ein Lamborghini und ein Ferrari zur Auswahl. So kann das Rennen trotz Autoverlusts schnell wieder aufgenommen werden. In diesem Tempo geht es auch weiter bis Chicago und schließlich bis ans Ziel: New York.
Wie sich das Spiel optisch und akustisch präsentiert, erfahren Sie auf der nächsten Seite!
Eine tiefstehende Sonne, Schneeverwehungen und Sandstürme sorgen entlang der Strecke immer wieder für verblüfftes Staunen über die gelungenen Umwelt- und Wettereffekte. Ob man nun durch verschneite Bergpassagen oder windige Wüstenabschnitte donnert, „Need for Speed: The Run“ bietet in allen geografischen Zonen ein überwältigendes Setting. Auch wenn ein plötzlich aufkommender Sandsturm dem Fahrer sämtliche Konzentration abverlangt, macht es dennoch oder gerade deshalb enormen Spaß durch die verschiedenen Landschaften zu brettern.
Abgesehen von den Umwelteffekten, die die unterschiedlichen Spielumgebungen zusätzliche prägen, überrascht auch der Spielsound mit epischer Musik, die mehr an ein Rollenspiel oder einen Shooter erinnert, als an eine Rennsimulation. Kein belangloser R’n’B oder seichter Hip-Hop, sondern ein packender Soundtrack aus orchestralen Instrumentalstücken, die das High-Speed-Spielgeschehen besser untermalen, als man auf das erste Hören meinen möchte. Dazu kommt noch eine überzeugende deutsche Sprachausgabe, die mit authentischen Dialogen und guten Sprechern überzeugt.
Und wie fahren sich die Boldien? Die Antwort gibt’s auf der nächsten Seite!
Da ich mit der Tastatur-Steuerung nicht zu Recht kam und bei höheren Geschwindigkeiten Probleme hatte, das Auto unter Kontrolle zu halten, hab ich mich dann doch für einen Analog-Controller entschieden. Damit fährt es sich weit gefühlvoller und man kann sowohl Lenkeinschlag als auch Gaspedal besser dosieren. Wie bereits in den einleitenden Worten erwähnt liegt der Durchschittsspeed über 200 km/h, dies spricht bereits eine sehr eindeutige Sprache, in welcher Stellung sich der Gasfuß die meiste Zeit befindet. Und tatsächlich lassen sich viele Passagen mit Vollgas durchfahren. Anspruchsvoller wird es in den Bergen und in den Städten. Wenn dann auch noch die Polizei ihre Finger im Spiel hat, verlangen einem die Etappen alles an Konzentration ab.
Von vier möglichen Schwierigkeitsgraden fand ich bereits den einfachsten sehr ansprechend. Insofern bietet „Need for Speed: The Run“ sowohl für Rennneulinge als auch für die abgebrühtesten unter den Bleifußakrobaten eine adäquate Herausforderung. Zahlreiche freischaltbare Goodies sollen darüber hinaus für einen Ansporn sorgen, um neben der Kampagne auch die Challenge Serie zu bestreiten. In diesem Modus erhält der Spieler ebenfalls Erfahrungspunkte, muss dafür aber auf den epischen Kampagnen-Soundtrack verzichten und mit einem nicht minder ansprechenden Pop-Rock-Potpourri Vorlieb nehmen. Ob dies Spieler bei der Stange hält, wenn die Kampagne erst einmal absolviert ist, wage ich aber zu bezweifeln. Vielversprechender ist hier schon der Multiplayer-Modus.
Am Bestens spielt es sich mit Freunden. Alles dazu auf der nächsten Seite!
Der Multiplayer-Modus zählt mit Sicherheit zu den Dingen, die Spieler am längsten fesseln werden. Ein ausgiebiges Achievementmodell bietet jede Menge freischaltbare Strecken, Autos und vielem mehr. Aber auch vom Drumherum abgesehen präsentiert sich der Wettkampf mit Freunden oder zufälligen Onlinespielern als Spaß der Extraklasse. Zwar konnten wir den Onlinemodus nur zu zweit testen, aber dennoch lässt sich hier das Potenzial bereits erahnen.
Verschiedene Rennen bieten auf verschiedenen Strecken unterschiedliche Herausforderungen – das trifft es in wenigen Worten wohl am besten. Natürlich stehen zu Beginn nur eine begrenzte Anzahl Autos und eine begrenzte Anzahl an Rennen zur Verfügung, aber bereits nach den ersten Herausforderungen werden Stück für Stück weitere Features zugänglich. Die großzügigen Onlineinhalte machen so die etwas kurz geratene Kampagne mehr als wett. Hier wird man die Stunden verbringen können, die mach nach Beendigung des Rennens von Küste zu Küste übrig hat.
Zusammenfassung und Wertung gibt’s auf der nächsten Seite!
Alles in allem ist „Need for Speed: The Run“ ein großartiges Racing-Game. Auch wenn die Kampagne an sich relativ rasch durchgespielt ist, sorgen ein packender Multiplayer-Modus und die zahlreichen freischaltbaren Features für lang anhaltenden Spielspaß. Durch die simple, aber gute Story, den epischen Soundtrack und die grafisch sehr ansprechenden Cutscenes kommt neben dem ohnehin schon adrenalinbefeuerten Rennfeeling auch noch ein wenig Rollenspielflair auf. Die Settings sind wunderschön, das Gameplay so abwechslungsreich, wie ein Straßenrennspiel nur sein kann, zudem präsentiert sich „Need for Speed: The Run“ bugfrei und in Topform. Benzin im Blut, Blei im Fuß und „Need for Speed: The Run“ im Laufwerk – das wird wohl das Motto PS-verrückter Adrenalinjunkies in diesem Winter.
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