Sie springen zum Korb, der Gegner auch – der Aufprall steht unmittelbar bevor. Aber dann: Ein Feuerball senkt sich in den Korb und blauer Rauch steigt auf. Ja, Sie spielen „NBA Jam“.
Vor ziemlich genau einem Jahr eroberte „NBA Jam” zuerst für die Wii und dann für die HD-Konsolen die Herzen der Retro-Fans. Schnelles 2 gegen 2-Gameplay, gepaart mit cooler Grafik und schneller Action waren gute Argumente für Multiplayer-Sessions und durchzockte Nächte. Nun hat das Entwickler-Team nachgelegt und bringt die überarbeitete „On Fire Edition“.
Weniger ist manchmal mehr
Statt der Boss-Kämpfe und weniger intensiven Spielmodi hat man das Spielprinzip auf das Wesentliche reduziert: 2 gegen 2. Durch das Feedback der Spieler konnte eine verbesserte Künstliche Intelligenz und eine Menge an kleinen Gameplay-Verbesserungen eingebaut werden. So fühlt sich auch die neue Version an wie eine neue Version von EAs „FIFA“: Nichts ganz Neues, aber gute Weiterentwicklungen. Das Spiel wirkt irgendwie leichtfüßiger und mehr aus einem Guss.
Ein großer Kritikpunkt für die Fans war der Online-Modus. In der „On Fire Edition“ können Sie nun neben der spannenden Kampagne durch die sechs Areale der amerikanischen NBA samt Level-Aufstiegen und Freischaltungen sowie Einkäufen auch direkt und schnell Online-Matches starten und somit Ihre Punkte steigern. Zwar wirkt das Menü anfänglich etwas überfrachtet, aber schnell gewöhnt man sich an die vielen Infos. Schnell hat man auch genügend Punkte beisammen, um erste Einkäufe im Shop zu tätigen, die den Suchtlevel noch weiter erhöhen … „nur noch ein Match, dann ist aber Schluss“.
Niedrigerer Preis, mehr Intensität
Tim Kitrow ist wieder als Sprecher mit von der Partie, was natürlich enorm zur Atmosphäre beiträgt. Was ebenfalls einige freuen wird: Man kann nun einfach von einem Spieler zum anderen wechseln und somit wirklich auch alleine vollständige Kontrolle vom Spielfeld haben. Außerdem: Machen Sie drei Alley-Oops in Folge mit Ihrem Mitspieler ist Ihr ganzes Team „on fire“, was beim Vorgänger auch noch nicht funktioniert hat.
Das Spiel ist übrigens auch günstiger als im letztes Jahr. Umgerechnet ca. 12 Euro müssen Sie auf den virtuellen Ladentisch legen, um das Spiel herunterladen zu können.
Was beim Online-Multiplayer-Modus, der neben dem aus dem Vorgänger bekannten „Road Trip“ und dem schnellen Spiel, der Hauptteil des Titels ist, auffällt: Die Gegnervergabe, das so genannte Match Making, ist teilweise sehr unausgeglichen. So musste ich, als ich im dritten Erfahrungslevel war, gegen einen Widersacher mit Level 29 (!) antreten.
Aber auch alleine gegen die CPU-gesteuerten Basketballer kann man manchmal in das Gamepad beißen: Die KI, die übrigens vor jedem Multiplayer-Match synchronisiert wird, ist verdammt clever, lernt dazu und sieht dann die Taktiken des Spielers voraus. Das kann schon manchmal zäh werden … Übrigens, weil wir vorhin die Punkte angeschnitten hatten: Durch Erfolge und das Erfüllen von Jam-Challenges (in den Online-Matches, in den sieben Tage lang dauernden Seasons oder im Einzelspieler-Modus) können Sie Punkte erringen, die Sie dann im Jam-Store gegen neue Spieler, Bälle, Spielmodi, Hintergründe, Plaketten und mehr eintauschen können. Eine witzige Idee, die den Spielspaß verlängert.
Grafik, Sound und Steuerung
Die Grafik wurde im Grunde vom Vorjahr übernommen, hat aber nichts von Ihrem Charme eingebüßt: Besonders die Special Moves und Slam Dunks können überzeugen und sind so übertrieben gezeichnet, dass sie einfach Spaß machen. Die Menüs vermitteln modernes Retro-Flair, aber teilweise etwas überladen.
Die Sound-Kulisse lebt vor allem von den Kommentaren von Tim Kitrow, der einfach legendäres Basketball-Feeling auf den Court bringt. Die Musik ist vom Stadion inspiriert, die Soundeffekte übertrieben gezeichnet.
Die Steuerung ist einfach, aber sehr schnell: Besonders Anfänger werden hier ihre liebe Not haben. Dennoch ist das Spielprinzip so eingängig und süchtig machend, dass man sich schon bald nicht mehr losreißen kann.
EA versucht hier scheinbar, über die Hintertüre einer Retro-Marke eine neue Spielserie aufzubauen – und hat Erfolg. „NBA Jam: On Fire Edition“ ist die konsequente und gut gelungene Weiterentwicklung des Vorgängers. Schade, dass man einige innovative Modi außen vor gelassen hat. Dafür hat man sich auf die Stärken besonnen und kann nun mit einem tollen und schnellen Online-Modus aufwarten, wo konsequent ca. 1.000 Spieler online sind. Kein schlechter Start! Und im nächsten Jahr kann ja dann der Einzelspieler-Modus weiterentwickelt werden, oder?
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