Sony Online Entertainment wirft derzeit einen guten PSN-Titel nach dem anderen auf den Markt. Prominente Beispiele dafür sind „Rochard“ (Hier geht’s zum Review!), das von uns 85% erhielt, oder „Rocketbirds: Hardboiled Chicken“ (Hier geht’s zum Review!), das mit 84% nur knapp hinter „Rochard“ landete. Der neueste Streich von SOE heißt nun „Sideway: New York“ – ob er an den Erfolg der letzten PSN-Titel aus dem Hause SOE heranreicht oder nicht, erfahren Sie im folgenden Review!
Story
Nox, ein Sprayer aus New York, übermalt das Kunstwerk eines „Feindes“ und daraufhin entführt der gekränkte Sprayer Nox’s Freundin. Das nenn ich mal eine Racheaktion! Doch das ist noch nicht alles: Weiters verwandelt der Sprayer Nox in ein Graffiti, das nun auf den Häuserwänden New Yorks herumgeistert. Das Intro sowie einige Gameplay-Ausschnitte zum Spiel können Sie im folgenden Trailer sehen.
Sie schlüpfen in die Rolle von Nox, der sich nun als Grafitti zur Wehr setzen muss. In einem fordernden Jump’n’Run-Abenteuer lernen Sie ständig neue Moves, die Ihnen das Leben erleichtern, besiegen Feinde, sprayen Kunstwerke an die Wand oder schnappen sich einfach nur zahlreiche Sammelobjekte. Das ist so weit nicht weiter spannend. Was jedoch richtig unterhaltsam ist, ist der Perspektivenwechsel, wie er auch im Video zu sehen ist.
Sobald Sie sich aus einer Häuserfläche bewegen, finden Sie sich oft in einer komplett neuen Perspektive wieder. Während Sie beispielsweise die Häuserfront von der Seite sehen, schaltet die Ansicht in die Vogelperspektive um, wenn Sie sich am Dach aufhalten. Ein Grafitti kann sich nun mal nur in 2D „bewegen“ und insofern ist dieser Wechsel eigentlich zwingend notwendig. So gilt es ein spannendes Jump’n’Run-Abenteuer zu meistern, das auch mit so einigen Frustmomenten aufwartet.
Zum einen sind da die Bosse und Zwischenbosse, die wirklich fordernd sind, und zum anderen gibt’s eine etwas träge Steuerung. Oft muss das Timing zu wirklich 100% stimmen, damit Sie die gewünschte Plattform erreichen oder beispielsweise über ein Hindernis springen. Da nervt schon ziemlich, dass die Steuerung so langsam reagiert. Gepaart mit dem fordernden Schwierigkeitsgrad und der kleinen Lebensanzeige entsteht so ein Frustcocktail, der Ihnen so einiges an Durchhaltevermögen und Disziplin abverlangt.
Wenn man sich allerdings dran gewöhnt hat, ist das nicht mehr so schlimm. Ganz im Gegenteil ist für Core-Gamer genügend Stoff vorhanden. So können sich Gelegenheitsspieler den schnellsten Weg suchen, während die Sammelfetischisten dank verwinkelter Levels auch auf ihre Kosten kommen.
Alles in allem ist „Sideway: New York“ ein forderndes Jump’n’Run, das mit einige interessanten Ideen aufwartet. Auf der anderen Seite hat man dennoch Potenzial mit der trägen Steuerung und dem unterirdischen Koop-Modus verschenkt – mehr dazu später.
Grafik & Sound
Bei der Grafik und dem Sound setzt sich der Eindruck vom Gameplay fort. Es gibt Höhen und Tiefen, denn der Perspektivenwechsel ist wirklich erfrischend und unterhaltsam. Selbes gilt fürs Grafitti-Setting, doch der Rest wirkt über weite Strecken lieblos. Matschige Texturen und detailarme Levelabschnitte sorgen nicht gerade für Begeisterung.
Auch der Sound hat seine Vor- und Nachteile. Während der Hip-Hop-Sound echt klasse zum Spiel passt und auch richtig Stimmung erzeugt, nervt die schnelle Wiederholung der Songs schon nach wenigen Minuten. Mit zwei, drei Songs mehr hätte man hier wirklich viel rausholen können. Eine stimmungsfördernde Sprachausgabe bei den Dialogen sucht man leider auch vergebens.
Der Multiplayer-Modus ist eine tolle Idee und Koop-Spiele sind derzeit ja ohnehin in Mode, doch was hier der Entwickler verbrochen hat, ist nicht lustig. Wenn ein Spieler einen Perspektivenwechsel hat, bleibt der zweite in der alten Sicht stecken. Zwar kommt man mittles Respawn wieder zurück ins Geschehen, aber alles in allem ist das für einen Koop-Modus in der heutigen Zeit zu wenig.
Atmosphäre
Das Sprayer- und Grafitti-Setting ist erfrischend und noch nicht so ausgelutscht, was zweifellos ein Vorteil ist. Dennoch wurde hier sehr viel Potenzial verschenkt. Beispiele dafür wären die an den Haaren herbeigezogene Story, die teils detailarmen Levelabschnitte, oder die fehlende Sprachausgabe bei den Dialogen. Schade, hier wäre mehr drinnen gewesen.
Alles in allem ist das Spiel ein solider Jump’n’Run-Titel, aber zu jüngsten highlights im PSN (zB. „Rochard“ oder „Rocketbirds: Hardboiled Chicken“) fehlt hier so einiges. Das Spiel hat einige sehr gute Ideen, doch scheitern einige davon an der Umsetzung. Die Steuerung ist einfach zu träge und der Koop-Modus einfach nicht zeitgemäß. Auf der anderen Seite ist das Sprayer-Setting richtig erfrischend und auch die Perspektivenwechsel sind ein gute Idee, aber dennoch hat man es hier verpasst, einen rundum genialen Titel zu machen.
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