Vor zehn Jahren wurde im ersten Teil von „Stronghold“ Herzog Volpe, der Wolf, getötet. Nun ist er wieder zurück und setzt die Geschichte fort. Ob „Stronghold 3“ eine würdige Fortsetzung ist oder nicht, lesen Sie in diesem Review.
Story
In „Stronghold“, dem ersten Teil des erfolgreichen Strategie- und Wirtschaftsspiels traf der Spieler in der Kampagne auf vier Gegenspieler. Den Herzog Truffe, das Schwein, Herzog Puce, die Ratte, Herzog Beauregard, die Schlange und den mächtigen Herzog Volpe, den Wolf. Im Zuge der Kampagne entledigte man sich einem Bösewicht nach dem anderen, zum Schluss galt es, den Wolf in die ewigen Jagdgründe zu schicken.
Nun aber ist der Wolf zurück und er ist nicht gut gelaunt. Da aber jeder der Meinung ist, dass Volpe tot sei, schert sich niemand wirklich um die Sicherheit des Königreichs. Doch der Wolf lauert nur auf seine Chance, um alle zu überraschen und blitzschnell zu zuschlagen. Es gibt neben dieser Geschichte, die für Fans des ersten Teils sicherlich interessanter ist, aber noch eine zweite Storyline, die sich auf den wirtschaftlichen Aspekt von „Stronghold 3“ konzentriert. Mit der Kampagne Lady Catherines Abtei wird die Geschichte von Lady Catherine und dem Wiederaufbau ihrer geliebten Abtei erzählt.
An dieser Stelle gibt es jetzt den Trailer zum Spiel.
Das Spiel gliedert sich in eine militärisch und eine wirtschaftlich angehauchte Kampagne. Bei der militärischen Kampagne gilt es das Königreich gegen den tot geglaubten Wolf zu verteidigen, während Sie in der Wirtschaftskampagne weniger kämpfen, dafür umso sorgfältiger mit Ihren Ressourcen umgehen müssen. Im Modus Freies Bauen stehen Ihrer Kreativität Tür und Tor offen und über den historischen Belagerungsmodus können Sie an einer Belagerung teilnehmen. Dabei können Sie sich für die Rolle der Angreifers oder der des Verteidigers entscheiden.
Für „Stronghold“-Neueinsteiger empfiehlt es sich, zuallererst das Tutorial anzusehen. Man erlernt die grundlegenden Funktionen der verschiedenen Gebäude, wie und wo sie am besten platziert werden sollten und wo man die Steuern und die Nahrungsmittel im Auge behalten kann. Übrigens wurde die Platzierung der Gehöfte ein wenig überarbeitet: Die Größe und damit die Anzahl der Bauern hängen von der Entfernung zum Bergfried ab. Neben dem Bergfried platziert, kann das Gebäude die maximale Anzahl an Bauern generieren. Je größer die Distanz, umso kleiner wird das Gehöft und umso weniger Bauern beherbergt es.
Die Steuern und die Nahrungsmittel sind aber nicht nur für das Überleben des Königreichs wichtig, sondern auch, um überhaupt einmal Menschen zum Dableiben überzeugen zu können. Doch die Beliebtheit gliedert sich in weit mehr Unterpunkte, als nur die Steuern und genügend Nahrung. Auch die Bierrationen werden erhoben, und wie im echten Leben muss man bei steigender Bevölkerung auch immer mehr Bier vorrätig haben. Die Anzahl der Gottesdienste und die Stimmung der Bevölkerung haben ebenfalls Einfluss auf Ihren Beliebtheitswert. Denn niemand mag böse Burgherren, die alles und jeden bestrafen, dafür liebt das gewöhnliche Fußvolk Brot und Spiele.
Es gibt zudem noch unvorhersehbare Ereignisse, die sich auf die Beliebtheit auswirken. Bbei negativen Auswirkungen müssen dann halt die anderen Faktoren dementsprechend verändert werden, um das seelische Gleichgewicht der Bevölkerung nicht zu strapazieren. Zu den Ereignissen zählen unter anderem diverse Plagen, die eine bestimmte Nahrung befällt. Somit ist es in „Stronghold 3“ auch strategisch wichtig, verschiedene Nahrungsmittel anzubauen, für den Fall, dass zum Beispiel die Apfelernte ausfällt. Zur Nahrung sei auch noch erwähnt, dass es für die Fleischproduktion keine Jäger mehr gibt, sondern die Möglichkeit der Schweinezucht. Unter den Punkt Ereignisse kann auch das Wetter fallen, da bei schlechtem Wetter die Stimmung der Bauern sinkt, während die Meute bei Sonnenschein glücklich ist.
Wie erwähnt haben Sie die Möglichkeit, sich auf die dunkle Seite des Mittelalters zu schlagen, um als grausamer und brutaler Burgherr in die Annalen von „Stronghold 3“ einzugehen. Dies hat, neben dem schelmischen Gelächter und dem Händereiben vor dem Computer, natürlich Auswirkung auf die Untertanen. Sie verbreiten Angst und Schrecken und regieren über ein Volk, das Sie hasst, welches dafür aber extrem fleißig arbeitet. Herrschen Sie aber wie Arthur The Fonz Fonzarelli, dann liebt Sie zwar das Volk, die Arbeit ist dann aber weniger interessant.
Um nun sein Königreich auszuweiten müssen die Ländereien im Umkreis eingenommen werden. Darunter fallen neutrale-, Abtei- und auch Kriegsländereien. Die neutralen Ländereien produzieren nach der Übernahme Steuern und Ehre, die Abteiländereien ermöglichen die Ausbildung von Kriegsmönchen und die Kriegsländereien, die am schwierigsten zu erobern sind, erweitern die Armee des Besitzers um die Klasse des Banditen. Hier zur Einstimmung die ersten paar Minuten der Militärkampagne:
„Stronghold 3“ kann sich grafisch nicht wirklich von seinen Vorgängern abheben. Natürlich wurde mit dem Tag- und Nachtwechsel ein tolle Neuerung eingebaut, die auch für spielerische und taktische Abwechslung sorgt, aber nicht vollends über die matschigen Texturen hinweg tröstet. Bei den Belagerungsszenen gibt es hingegen genug zu sehen, wenn die ersten Katapulte zum Schuss ansetzen und die Mauern gekonnt in sich zusammenbrechen.
Die Sounduntermalung passt hervorragend zum Setting eines „Stronghold 3“, hier wird bewiesen, dass man mit Umgebungsgeräuschen eine ebenso tolle Stimmung zaubern kann wie mit einer großartigen Musikuntermalung. Lediglich der Berater hat eine extrem nervige Stimme.
Steuerung
„Stronghold 3“ sollte für den Durchschnittsspieler keine steuerungstechnische Herausforderung sein. Es gibt zwar jede Menge Shortcuts, aber im Grunde lässt sich auch alles mit der Maus problemlos durchspielen. Die vielen verschiedenen Tastenkürzel werden im Handbuch zudem lang und breit erklärt.
Zur Zeit des Tests war leider noch niemand online, um eine kleine Mehrspielerschlacht durchzuführen. Aber wir freuen uns schon die drei verschiedenen Modi Classic Deathmatch, King of the Hill und Capture the Flag im mittelalterlichen Setting zu spielen.
Man hat versucht, mit einigen kleinen Änderungen das Spiel wieder an das Erstlingswerk anzugleichen und sich auf die Wurzeln der „Stronghold“-Serie zu besinnen. Nach den ersten paar Klicks ist das typische „Stronghold“-Feeling auch wieder da und dieTag- und Nachtwechseln intensivieren die Stimmung auch noch einmal. Heuballenwerfer und Signaltürme werden zur schnelleren Sichtung von Feinden in der Dunkelheit aufgestellt, Belagerungen können bis ins kleinste Detail durchgeplant und darüber hinaus auch noch auf einer realen Burg durchgeführt werden.
„Stronghold 3“ ist ein solider Nachfolger, der die Geschichte des ersten Teils aufgreift und weiterführt. Mit einigen Änderungen will man sich wieder an „Stronghold“ orientieren, um der Schmach eines „Stronghold 2“ zu entgehen. Der neue Tag- und Nachtwechsel und auch die Physik der einstürzenden Gebäude, stehen der eher tristen Grafik und ein einigen Clippingfehlern gegenüber. Alles in allem bietet „Stronghold 3“ aber einen soliden militärischen und wirtschaftlichen Part, sowie ein, wenn man sich darauf einlässt, fesselndes Gameplay.
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