Einer der wohl bedeutendsten und heißerwahrtesten Spiele dieses Jahres erscheint in Kürze. Die Rede ist von EAs „Battlefield 3“, das im Vorfeld schon große Wellen geschlagen hat. Ob diese Vorschußlorbeeren zurecht vergeben wurden oder nicht, klären wir im folgenden Review.
Background
Die Historie der „Battlefield“-Reihe führt uns zurück ins Jahr 1999. In diesem Jahr fand die Serie im Prinzip ihren Anfang mit dem Titel „Codename Eagle“. Moment – waren wir nicht gerade beim Anfang von „Battlefield“? Dafür muss ich etwas weiter ausholen. Der schwedische Entwickler Refraction Games wurde nämlich 2000 von Digital Illusions CE übernommen. Somit kann man sagen, dass seit dem ersten Titel DICE die „Battlefield“ Ableger für Electronic Arts entwickelt. Der Titel wurde von „Codename Eagle“ zu „Battlefield 1942“ umbenannt und zugleich zum ersten Ableger der mittlerweile geschichtsträchtigen Shooter-Reihe. Im weiteren Verlauf erschienen unter anderem „Battlefield 2“, „Battlefield: Bad Company 1+2“ und das Multiplayer-Remake „Battlefield 1943“, die den Begriff Multiplayer-Shooter-Action auf eine neue Stufe stellten. Im Frühjahr 2011 erschien zudem mit „Battlefield: Play4Free“ auch ein kostenloser First-Person-Shooter zum Download im „Battlefield“ Universum“.
Hier ein Ausblick was Sie in „Battlefield 3“ erwartet:
Storytechnisch blieb die „Battlefield“ Reihe bislang immer hinter dem ewigen Konkurrenten „Call of Duty“ zurück. Dieses Mal versuchte DICE diesen Nachteil auszumerzen und das ist auch ziemlich gut gelungen. Die Solokampagne umfasst zwar nur eine Spielzeit von an die acht Stunden und am Anfang ist noch nicht so richtig klar, worum’s eigentlich geht. Mit Rückblenden und noch mehr Rückblenden wird die Geschichte Stück für Stück erklärt und so vor allem auch sinnvoller. Am Ende ergibt die Geschichte Sinn und man versteht die Zusammenhänge, wodurch man klar sagen muss, dass der Singleplayer-Modus klar über den der Vorgänger zu stellen ist. Schade ist allerdings, dass sich DICE hier so stark an „Call of Duty“ orientiert hat. Die Geschichte mit dem Verhörzimmer und den Rückblenden kennen wir ja schon, oder?
Gameplay & Steuerung
Im Gegensatz zu manch anderem Shootern müssen Sie hier kein Trainingsgelände überwinden, an Schießständen das Zielen üben oder Springen und Sprinten lernen. Statt in einer Rookie-Ausbildung lernen Sie hier die Steuerungsmöglichkeiten gleich in der ersten Mission, die gleich mal fulminant startet.
Rundum gibt es vertraute und altbekannte Shooterelemente, wie das Aufheben von Waffen, Nachladen, Lebensenergie regenerieren oder Quicktime-Events. Vor allem letztere sorgen für etwas mehr Tiefgang und Abwechslung, wobei man diese in anderen Spielen auch schon besser gesehen hat. Ansonsten fühlt sich der Titel richtig wie ein Shooter an, der auch den typischen Flair versprüht. Man ist ständig auf der Hut und bewegt sich robbend oder kniend durch die Gegend um keine zu leichte Zielscheibe abzugeben. Weil eines ist klar: „Der Schwierigkeitsgrad ist schon auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad fordernd“. Es gibt kein wirkliches Deckungssystem mit dem man über fehlende Reaktikonszeit hinwegtäuschen kann. Apropos Deckungssystem: Bei „Battlefield 3“ regeneriert Ihr Charakter über die Zeit Lebensenergie. Die Suche nach Medipacks bleibt Ihnen somit erspart, was ein Vor- und Nachteil zugleich ist. Lebensenergie regenerieren ist nicht gerade realitätsnah, doch das ist die Einnahme eines Medipacks mit prompter Heilung auch nicht. Auf der einen Seite können Sie sich schnell heilen und auf der anderen Seite verbringt man so nicht unnötig Zeit mit der Suche nach Heilpaketen.
Die Missionen sind abwechslungsreich und fesselnd zugleich. So muss man beispielsweise ein Gebiet säubern, einen Scharfschützen mit einem Raketenwerfer ausschalten, als Scharfschütze den Weg freiräumen oder als Co-Pilot in einem Kampf-Jet ein gutes Auge beweisen. So vergisst man schnell die Zeit, weil man unbedingt wissen will, was als nächstes passiert. Alles in allem ist die Singleplayer-Kampagne wirklich spannend und auch gut umgesetzt, weshalb diese auch die Mehrspielerfans mit Sicherheit nicht entgehen lassen werden.
Grafik & Sound
Optisch ist der Titel mit Sicherheit der Referenztitel für die zukünftigen Shooter. Die Frostbite 2-Engine, die unter anderem auch bei „Need for Speed: The Run“ zum Einsatz kommt, leistet ganze Arbeit und somit erwartet den Spieler ein fast schon kinoreifes Shooter-Erlebnis. Die Präsentation ist kurz und knapp der Hammer. Die Bewegungsabläufe der Soldaten sind ebenso berauschend wie die Umgebung, die mit Details vollgepackt wurde. Einschusslöcher, Explosionen, Mündungsfeuer – alles sieht einfach um eine Klasse besser aus als in aktuellen Shootern. Dennoch muss man auch sagen, dass die Frostbite 2 Engine kein Wunderwerk ist. Es gibt hier und dar kleine Weh-Wehchen, wie Arme die durch die Luft fliegen beim bergabrobben, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Soundtechnisch gibt’s ebenfalls nur Lobeshymnen. Die Soundeffekte gepaart mit der High
-Quality-Synchronisation sind absolut gelungen und fesseln den Spieler schon nach wenigen Minuten. Die deutsche Synchronisation wirkt zwar oftmals etwas lieblos, doch auch hier muss man klar loben, dass die Lippensynchronisation über weite Strecken stimmt. Nur ganz selten gibt es hier kleine Timingproblemchen. So und nicht anders sollte die Sound- und Grafikkulisse bei einem aktuellen Shooter aussehen.
Hier ein Trailer der die geschriebenen Worte untermauert:
Derzeit sind Koop-Spiele voll in Mode und auch „Battlefield 3“ verfügt über einen solchen Modus, wodurch noch mehr Spieler angesprochen werden. Die Spieler stehen auf das kooperative Spielen mit einem Freund auf der Couch im Wohnzimmer, doch genau das ist nicht möglich. Es gibt nämlich nur einen Online-Koop-Modus. Somit mussten sich die Entwickler keine Gedanken machen, wie man einen Splitscreen einbaut oder ähnliches. Die Tatsache, dass es einen Koop-Modus gibt, ist absolut positiv, aber warum gibt’ diesen nur online? Ich spreche wohl vielen aus der Seele, die den Titel gerne in guter alter „Army 4 Two: The 40th Day“-Manier gespielt hätten. Doch der Koop-Modus ist ja nur der Zusatz zu einer umfangreichen und atemberaubenden Mehrspielererfahrung, für die die „Battlefield“ Reihe bekannt ist. Mehr zum Mehrspielermodus erfahren Sie in unserem Multiplayer-Preview (Hier geht’s zum Preview!).
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist schier der Wahnsinn. Wie man auch schon auf den Trailern vorab sehen konnte, fühlt man sich mittendrin statt nur dabei. Das Abenteuer, das mit rund acht Stunden nicht übermäßig lang ist, fesselt den Spieler von den ersten Minuten an und lässt einen erst nach Beendigung der Singleplayerkamagne wieder los. Doch dann fängt mit den Mehrspielermöglichkeiten „Battlefield 3“ erst richtig an. Wie auch in „Battlefield 2“ ist der Mehrspielermodus in der Fortsetzung ein potenzieller Freizeitkiller.
Alles in allem bin ich überrascht. Im Vorfeld wurde der Titel mit Lobeshymen überhäuft und das zu Recht, wie sich jetzt in der finalen Version herausstellt! „Battlefield 3“ stetzt neue Maßstäbe für die aktuelle Shooter-Generation. Der Mehrspielermodus alleine würde meiner Meinung nach den Kaufpreis schon rechtfertigen, doch das ist nur ein Teil des wohl komplettesten Shooters in der „Battlefield“ Reihe und einer der besten Shooter aller Zeiten. Als Draufgabe gibt’s einen mehr als zufriedenstellenden Singleplayer-Modus sowie einen Online-Koop-Modus. Die Grafik sowie der Sound sind atemberaubend und die Atmosphäre zieht den Spieler sofort in den Bann. Schnappen Sie Ihren Controller und ziehen Sie sich warm an – Das neue „Battlefield“ wartet auf Sie!
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