Mit „ArcaniA: Fall of Setarrif” erscheint das erste offizielle Standalone-Addon aus der Welt des namenlosen Helden. Wir durften das Action RPG schon vorab testen und freuen uns, Ihnen im Folgenden unsere Review präsentieren zu können.
Story
Eine neue Bedrohung wirft ihren Schatten über die Südlichen Inseln. Ein vom Hass getriebener mysteriöser Dämon bringt auf seinem Streifzug durch die östlichen Gefilde Angst und Schrecken über die Bevölkerung und richtet seine zerstörerische Kraft gegen die Küstenstadt Setarrif. Die ohnehin schon dramatische Lage spitzt sich durch einen Vulkanausbruch in den umliegenden Bergen noch weiter zu.
„ArcaniA: Fall of Setarrif“ setzt dort an, wo das Hauptspiel endete. Nachdem der Dämon exorziert wurde, flüchtet er nach Setarrif, um sich einen neuen Wirt zu suchen. Setarrif ist schon lange von der Außenwelt abgeschnitten und verfällt dem Chaos. Die Verwüstung greift um sich. Mutig stellt sich der Namenlose Held – nun mit Unterstützung seiner stärksten und treuen Verbündeten – der neuen Herausforderung.
Gameplay
An dieser Stelle kommen wir gleich zur auffälligsten Neuerung, die das Addon mit sich bringt. Der Spieler hat nun nämlich die Möglichkeit nicht nur den namenlosen Helden als Spielcharakter zu wählen, sondern es stehen darüber hinaus noch zwei weitere Klassen zur Verfügung. Somit hat man vor Betreten der Spielwelt eine Entscheidung zu treffen: Magier, Krieger oder Schütze.
Wie es sich für ein gutes Addon gehört, kann man natürlich auch seinen alten „ArcaniA“-Charakter laden und weiterspielen. Entscheidet man sich für einen neuen Helden, beginnt dieser dementsprechend ebenfalls schon mit einem fortgeschrittenen Level. Man sollte daher zu Spielebeginn nicht vergessen, seine freien Skillpunkte zu vergeben.
Nach einem kurzen Introvideo, das einen ein wenig in die Geschichte einführt, geht es auch gleich in medias res. Nach wenigen Schritten trifft man in einer kleinen Siedlung auf den ersten Questgeber, dämonische Wölfe sorgen für Angst und Schrecken unter der hiesigen Bevölkerung. Wie man sich daran macht, das vom Bösen besessene Getier auszuradieren, hängt vom Charakter ab: Der Krieger stürzt sich mit eigenen Nahkampfkombos in den Kampf, der Magier schleudert Zauber, die je nach Klickdauer stärker werden, und der Schütze bedient sich, wie am Namen unschwer zu erkennen, seiner Fernkampfwaffe.
Darüber hinaus verfügt jeder der Helden über die gleichen Möglichkeiten. So kann auch der Magier in höchster Not den Zweihänder schwingen oder der Krieger einen Spruch wirken. Dass die Stärken dabei jedoch variieren, sollte klar sein. So geht dem Krieger nach drei bis vier Spells sozusagen die astrale Luft aus. Der Magier hingegen beherrscht das Spiel mit dem blauen Energiebalken um einiges besser. Ansonsten gibt es keine nennenswerten Änderungen am Gameplay.
Grafik und Sound
Wer bereits das Hauptspiel bestritten hat, bekommt in „ArcaniA: Fall of Setarrif“ Altbekanntes geboten. Sowohl die Stärken, wie ein an sich sehr atmosphärisches Licht- und Schattenspiel, aber auch die Schwächen, wie leider nicht immer ideal gezeichnete Schatten, finden sich im Addon wieder. Alles in allem verrichtet die auf der Vision 7 basierende ArcaniA-Engine einen guten Job, erweist sich aber gelegentlich als Leistungsfresser.
Wenig zu beklagen gibt es beim Sound. Sowohl die gesprochenen Passagen, als auch die Hintergrundmusik verstehen zu gefallen. Bereits der Soundtrack während der Menüführung lässt einen mit Freuden an fantastische Landschaften und epische Schlachten. Während des Spiels sind sämtliche Quests mit Dialogszenen versehen, die gut gesprochen sind und authentisch wirken.
Steuerung
Mehr vom Alten bekommt man auch an der Steuerungsfront geboten. „ArcaniA: Fall of Setarrif“ verzichtet daher zur Gänze auf ein einführendes Tutorial. Aber auch als Neueinsteiger findet man sich beinahe auf Anhieb zu Recht. Die Steuerung ist zwar nicht ganz als klassisch zu bezeichnen, da die Bedienelemente aber sehr simpel ausfallen, stellt dies keine größeren Probleme dar.
Womit ich zumindest anfangs etwas zu kämpfen hatte, war die Kameraführung, die für mein Dafürhalten etwas zu unrund reagiert. Gerade im Kampf erschwert die komplett von Hand gesteuerte Kamera ein dynamisches Spielerlebnis. Da es kein Autotargeting gibt, kommt man hier gelegentlich ins Fluchen.
Wie bereits mehrfach erwähnt, bleibt das Addon der Linie des Hauptspiels treu. Somit werden jene, die sich für „ArcaniA: Gothic 4“ begeistern konnten, auch für die Fortführung der Geschichte erwärmen können. So sorgen gut gewählte Musik, solide Grafik und eine angenehme Menge an Dialogszenen für eine annehmbare Rollenspiel-Atmosphäre. Doch fehlt dem Addon der nötige Punch und auch das Kampfsystem sorgt nicht gerade für Jubel. Das ständige stupide Geklicke sorgt für keine lang anhaltende Spielmotivation, die man bei vier bis acht Stunden Spielzeit aber ohnehin nicht braucht.
Wie schon das Hauptspiel ist „ArcaniA: Fall of Setarrif“ ein Spiel mit Stärken und Schwächen. Technisch zwar ein durchaus gelungener Titel, fehlt es dem Addon an erzählerischer Dichte. Auch das Kampfsystem empfinde ich als unbefriedigend. „ArcaniA: Fall of Setarrif“ beinhaltet zwar nahezu alle Elemente, die ein Rollenspiel braucht, bringt es aber in kaum einem Belang zur Meisterschaft.
Wer freilich das Hauptspiel mochte, wird auch das Addon mögen. Denn allzu viele Änderungen sind nicht zu finden. Die drei spielbaren Klassen zählen dabei mit Sicherheit zu den positiven Highlights. Auch für RPG-Neueinsteiger oder Neugierige, die Rollenspielluft schnuppern wollen, ohne sich mit komplexen Skillsystemen und Hunderten von Fähigkeiten auseinandersetzen zu müssen, ist „ArcaniA: Fall of Setarrif“ mit Sicherheit eine kostengünstige Alternative.
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