Du feiges Huhn! Das ist mal eine Beschimpfung die sich Hardboiled Chicken, der Protagonist aus „Rocketbirds: Hardboiled Chicken“ sicher nicht and den Kopf schmeißen lässt. Ob der Titel, der heute im PSN erscheint, ein Insidertipp ist oder nicht, erfahren Sie im folgenden Review.
Background & Facts
Der Titel baut auf dem Browserspiel “Rocketbirds: Revolution!” auf und erweitert das Rocketbirds-Universum um einige neue Spielelemente wie neue Charaktere, Missionen, Puzzles, exklusive Musikvideos, Retro-Spielszenen und vieles mehr. In “Rocketbirds: Hardboiled Chicken” warten unter anderem eine Solokampagne mit 15 Kapiteln, zehn Kapitel im Koop-Modus, Puzzle-Aufgaben, Mini-Stories, zahlreiche Waffen und an gewissen Stellen schafft der Titel 60 Bilder pro Sekunde in 720p (Stereoskopisches 3D).
Der Titel entführt Sie nach Albatropolis, einem von Vögeln bevölkerten Land, das von einem totalitären Pinguin-Regime überrannt wird. Sie schlüpfen in die Haut von Spezialagent Hardboiled Chicken, der den bösen Pinguin-Führer Putzki vom Thron stoßen möchte. Im Laufe seiner Mission werden nach und nach die wahren Feinde enthüllt und die Geheimnisse aus seiner Vergangenheit ans Licht gebracht. In richtig coolen Videosequenzen wird die Vergangenheit des Kampfhahns erzählt, wodurch man nach und nach versteht, wie er zu so einem hartgesottenen Kämpfer geworden ist.
Gameplay
Kommen wir nun zum Gameplay. Hardboiled Chicken ist ein Spezialagent wie er im Buche steht. Er beherrscht den Umgang mit sämtlichen Waffen sowie Spionagekram. Auch die lupenreine Tarnung oder der Einsatz eines Jetpacks stellen für den Kampfhahn kein Problem dar, doch wie spielt sich der Titel nun? Es handelt sich hierbei um einen klassichen 2D-Sidescroller. Man rennt von links nach recht, manchmal auch umgekehrt, löst einige Puzzles und vermöbelt die Pinguinsoldaten, die sich einem so in den Weg stellen. Anfangs ist man nur mit einer Pistole bewaffnet, doch im Spielverlauf erweitert sich das Waffenarsenal unter anderem um eine Shotgun, Maschinengewehre oder auch Granaten. Die Möglichkeiten von Hardboiled Chicken beschränken sich auf springen, Schalter betätigen, ducken, rennen und Waffen einsetzen, dennoch ist das Gameplay fesselnd und fordernd zugleich.
Im Spielverlauf erhält man ständig neue Waffen und Möglichkeiten, wie zum Beispiel Gedankenkontrollspinnen, die man auf Gegner werfen kann und so deren Handeln steuern kann. Oft muss man auch die Gedankenkontrolle und Schalter im richtigen Augenblick einsetzen, um das Ziel zu erreichen, denn eine Hilfe oder Skipfunktion gibt es nicht. Und eines sei vorweg verraten, die Rätsel sind nicht ganz so schlimm wie beim Arcadehit „Limbo“, aber überaus fordernd. Oft muss man echt messerschaf kombinieren und die Möglichkeiten abwägen, um im Spiel weiter zu kommen.
Zur Abwechslung zum 2D Sidescroll-Alltag gesellen sich Story-Videos, die für Tiefgang sorgen, sowie Fluglevels, in denen Hardboiled Chicken seinen Jetpack umschnallt und in die Lüfte abhebt. In diesen Levels fliegt man mit dem linken Analogstick durch die Gegend, während man mit dem rechten Analogstick das Feuer auf die Feinde richtet. Das Steuerungsprinzip ist schon aus anderen PSN-Spielen bekannt und funktioniert echt spitze. Neulinge werden hier anfangs ihre Probleme haben, weil es doch eine Eingewöhnungsphase benötigt, aber an sich klappt das wunderbar.
Kurz und knapp: In Puncto Gameplay gibt’s nicht viel auszusetzen – wie sieht’s mit Grafik, Sound und Steuerung aus?
Die Antwort folgt auf dem Fuße. Die Optik finde ich persönlich spitzenmäßig. Das gewisse Spielabschnitte mit stereoskopischen 3D bei 60 Bildern pro Sekunden in 720p dargestellt werden ist zwar schön, aber für den Ottonormalverbraucher nicht wirklich ein berauschendes Feature. Anders sieht hier schon bei der Präsentation des Titels als Gesamtes aus. Die Levels sind nämlich mit viel Liebe zum Detail erstellt worden. Dies trifft auch auf die Videos zu, die mehr und mehr über die Geschichte von Hardboiled Chicken verraten. Auch die Kampfanimationen sehen ganz gut aus und es spritzt auch massenweise Blut an die Wand, wenn man den Pinguinen mit Blei zu Leibe rückt. Dies dürfte wohl auch der Grund für die USK 16-Einstufung gewesen sein.
Soundtechnisch gibt’s nicht viel auszusetzen. Manche Dialoge sind mit einer Sprachausgabe versehen worden, die allerdings nur englisch ist und zum anderen gibt’s feinste Klänge der Indie-Rock-Band New World Revolution zu hören. Die fehlende Synchronisation ist aber nicht weiter schlimm, weil man den gesprochenen Texten leicht folgen kann und obendrein noch Untertitel eingeblendet werden.
Steuerung
Die Steuerungsbefehle werden mittels Tutorials vermittelt und das kurz und knackig. Die Steuerung ansich wirkt durchdacht und funktioniert auch über weiter Strecken wie sie soll. Mir gefällt es einfach, wie es geschafft wurde, die Vielzahl an Befehlen logisch am DualShock Controller unterzubringen. Wie bereits erwähnt, könnte die Steuerung in den Fluglevels für Neulinge anfangs ein paar Probleme verursachen, aber nach kurzer Eingewöhnungsphase sollte auch das kein Problem mehr darstellen.
Neben dem Singleplayermodus, der meiner Meinung nach mit seinen 15 Kapiteln den Preis von 8,99 Euro schon rechtfertigt, gibt es noch einen Zwei-Spieler-Koop Modus. Dieser umfasst nur zehn Missionen, aber dafür wurden eine eigene Story samt Videoclips erstellt. Einen Onlinemodus sucht man hingegen vergebens.
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist für einen Titel dieser Preisklasse absolute top. Die Videos wie auch die Spielwelt wurden mit Liebe zum Detail erstellt und fesseln den Spieler schon nach wenigen Minuten.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich mir anfangs nicht viel erwartet habe und in allen Belangen positiv überrascht wurde. Nach „Rochard“ ist „Rocketbirds: Hardboiled Chicken“ der nächste PSN-Titel, den ich ohne Umschweife jedem Arcade-Action-Fan empfehlen kann. Hardboiled Chicken ist ein harter Knochen, der in 15 Missionen seinen Hahn steht und dabei richtig gute 2D-Sidescroller-Action aufkommen lässt. Kurz und knapp: Ein Insidertipp für alle Action-Arcadefans!
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