„Die Sims 3 Einfach tierisch“ gibt Ihnen die Möglichkeit, auch Hunde und Katzen zu steuern. Mit von der Partei sind ihre ganz eigene Bedürfnisse: Buddeln, fressen, einfach Spaß haben. Klingt das nach Ihrem Geschmack? Lesen Sie mehr, wie man ein Hundeleben führen kann!
Die Ahnen
„Die Sims“ erschien im Original für den PC und erfreute sich seit jeher großer Beliebtheit. Mit jedem Addon und jedem neuen Teil erschienen neue Gegenstände, neue Interaktionsmöglichkeiten und Umgebungen, und nun ist es so weit: Die Sims haben ihre eigene Stadt, können sich frei bewegen, haben einen relativ starken eigenen Willen (sofern erwünscht) und tummeln sich aktiver denn je durch ihr Leben.
Der nächste Schritt erscheint logisch: Mit der neuen „Die Sims 3“-Erweiterung dürfen Sie nun auch die Kontrolle über die besten Freunde des Menschen übernehmen. Vorgesehen sind Pferde, Vögel, Nagetiere, Echsen und Schlangen – wohl genug für jeden Tiernarr, diese können allerdings ausschließlich in der PC-Version adoptiert werden. Konsolennutzer müssen mit Hund und Katz vorlieb nehmen. Um nicht mehr allzu viele Worte zu verlieren, haben wir hier einen Trailer für Sie vorbereitet:
Das Prinzip ist das Gleiche wie bei jedem anderen „Die Sims“-Ableger auch: Sie erschaffen sich wahlweise einen, zwei oder viele eigene Sims, die Sie dann in eine Wohngegend stecken, um mit ihnen das Leben verbringen. Dabei dürfen Sie einstellen, wie lang die Lebensspanne der virtuellen Bewohner sein soll, und ob die Sims Marionetten sein sollen, kaum oder aber (empfohlen!) einen starken eigenen Willen besitzen. Wenn Sie den Charakter erstellen, geben Sie ihm oder ihr bestimmte Präferenzen mit auf dem Weg. Ist der junge Sim böse, ordentlich, ein Aufreißer, ein Chaot, akribisch oder hat er einen grünen Daumen? Ausgehend von diesen Basiseigenschaften dürfen Sie auch noch Lebensherausforderungen wählen: begandeter Künstler oder lieber Profisportler?
Neu in „Die Sims 3 Einfach tierisch“ ist die Möglichkeit, ein Tier zu erstellen, das Sie dann wie einen Menschen steuern können. Sie können Hunde oder Katzen zu erstellen – und die Radialmenüs haben sich ganz schön in sich! Als junger sowie erwachsener Hund dürfen Sie Ihr Revier markieren, was sich im Menüpunkt „Hierhin pieseln“ niederschlägt. Spielen Sie die Katze, können Sie sich es aber auch auf dem Schoß eines Mit-Sims gemütlich machen, und bei der Zielanzeige steht dann „Nun kann sie nicht mehr aufstehen. Herrlich!“. Man sieht schon, dass bei der Entwicklung viele Tierliebhaber mit von der Partie waren. Natürlich gibt es noch immer zwischendurch gewisse kleine Herausforderungen (gesamt 300 an der Zahl), die es zu meistern gibt.
Selbstredend dürfen Sie darüber hinaus mehr denn je mit den Sims und der Unzahl an Gegenständen interagieren, wie es Ihnen passt. In den Kategorien „Lustig“, „Romantisch“, „Spezial“ und vielen mehr dürfen Sie entweder Witze erzählen, einen zarten Flirt in Gang bringen oder aber auch spezielle Fähigkeiten Ihres Sims ausnutzen: Der Sinn für Humor beispielsweise hat noch jedes Eis gebrochen, und nicht selten treffen sich die Sims mehrmals, nur, um dann gemeinsam im Bett zu landen. Dort wird dann getan, was Menschen so tun: Schlafen, einen Film betrachten oder miteinander im Spaß balgen. Auch tiefsinnige Gespräche in der Ingame-Sprache Simlisch gilt es zu führen, ob dies nun auf der Couch, im Badezimmer oder mitten auf der Straße passiert. Je nach Vergangenheit und Gemüt der beteiligten Sims kommen entweder eher finanzielle Themen oder auch spaßige Begebenheiten auf den Tisch, ganz wie im Leben halt.
Verschiedene Anzeigen wie Energie, Hunger, Müdigkeit und dergleichen zeigen Ihnen zu jeder Zeit, woran es Ihrem Sim mangelt und was er gerade nötig hätte. Dank eines starken freien Willens kommt es aber nicht so wie in diversen Vorgängern vor, dass die Sims ihr Geschäft einfach mal auf dem Boden im Vorzimmer verrichten, und durch diese sinnvolle Neuerung wurde ein großer Frustherd im Spiel weitestgehend entschärft!
Bei allen Sims, ob Mensch, ob Tier, ist es so, dass die Wünsche und Bedürfnisse etwas zurückgeschraubt sind, was bedeutet, dass der Fokus noch immer auf dem arbeitenden Mensch liegt, Sie aber auch – wenn Sie das Verlangen verspüren – schon mal tagelang mit dem Vierbeiner unterwegs sein können. Auch im Bau-Modus kamen wiederum einige neue Objekte hinzu, doch ob es sich auf der Konsole so richtig auszahlt, den Baumeister heraushängen zu lassen? Mehr dazu im Punkt Steuerung. Wie in jedem „Sims“-Teil gilt, dass Sie sich (genügend Zeit vorausgesetzt) so richtig im Spiel verlieren können, dazu müssen Sie aber schon eine gewaltige Obsession mitbringen.
„Die Sims 3 Einfach tierisch” ist wie die Addons zuvor zwar eine Standalone-Version, aber dennoch ein Erweiterungspackage und fügt der mittlerweile etwas in die Tage gekommenen Grafik keine nennenswerten Effekte hinzu. Clippingfehler und ab und zu ganz witzige Animationen kommen dem Spieler unter die Augen, und bei manchen Texturen sollte man nicht zu nah ranzoomen. Ja, die neuen Gegenstände und Tierchen sind liebevoll gestaltet worden, das Fell sieht in der Nahaufnahme beeindruckend aus, aber viel besser als das Grundspiel „Die Sims 3“ sieht auch „Die Sims 3 Einfach tierisch” nicht aus.
Der Sound ist gewohnt gut, so brabbeln die Bewohner vor sich hin und machen Ihnen schon alleine durch die Tonlage und Wortwahl glaubhaft, wie sie sich gerade fühlen. Im Radio spielen oft extreme Ohrwürmer, und wenn die Sims dann bei den zahlreichen Parties so richtig abshaken, wollen Sie gleich aufspringen und mittanzen. Die Tierchen maunzen und bellen herum, dass es eine Freude ist. Hier wäre interessant, wie sich Pferde, Vögel, Nagetiere, Echsen und Schlangen schlagen, allerdings ist dies, wie eingangs erwähnt, nur den PC-Besitzern vorbehalten.
Konsolenfummelei
„Die Sims 3 Einfach tierisch” ist noch immer das selbe Menümonster wie das Grundspiel, und ohne eine gewisse Einarbeitungszeit ist das Spiel etwas unhandlich. Dennoch liebt es die Fangemeinde wie kein zweites Game, und ein gewisser Suchtfaktor ist bestimmt inbegriffen. Die Kamera ist ab und zu ein bisschen hakelig, und auch das ewige Stop-and-Go, wenn Sie in den Bau-Modus wechseln möchten, kann Vielbauern schnell auf die Nerven gehen. Darüber hinaus ist die Steuerung mit dem Analogstick der Präzision einer Maus einfach unterlegen – Shooter-Spieler können ein Lied davon singen, und nun stimmen auch die „Die Sims 3 Einfach tierisch“-Spielerinnen und Spieler mit ein.
Darüber hinaus haben Sie zwar die gesamte Nachbarschaft zur Verfügung, wenn es ums Erforschen geht, aber das hält „Die Sims 3 Einfach tierisch” nicht davon ab, Ihnen auch jedes Mal beim Wechseln zwischen den Grundstücken eine Ladezeit zu präsentieren. Wozu die 5,2 GB-Installationsdatei gut sein soll, bleibt dem Gelegenheitsspieler verborgen, dafür springen die stetigen Wartezeiten beim Umschalten zwischen den Grundstücken, dem Bau-Modus oder auch den Hilfebildschirmen ganz schön ins Auge. Ebenso fiel es im Test stark auf, dass die Kamera mit Nachbargebäuden stark zu kämpfen hat, es war uns unmöglich, irgendwie näher an unseren Charakter, der eben an der Haustür geklingelt hatte, zu zoomen, ohne durch das Haus hindurchzurauschen.
„Die Sims 3 Einfach tierisch” präsentiert sich eher passiv und ist nichts für das rasche Spielen an einem Nachmittag. Genug Zeit sollten Sie schon mitbringen, um das Spiel so richtig würdigen zu können. Haben Sie nichts gegen Stop-and-Go-Gameplay, hat „Die Sims 3 Einfach tierisch” fürs Auge genügend zu bieten, und daher gibt es hier noch ein Teaservideo!
Viele Sims, die mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften verschiedene Häuser bewohnen, viele Gegenden und Herausforderungen, die es zu bewohnen und zu schaffen gilt, und nun auch Tierchen, die ihre ganz eigenen Ziele verfolgen und Herausforderungen annehmen: Ja, auch „Die Sims 3 Einfach tierisch” macht im Bereich Spielspaß vieles richtig. Unmengen an Möglichkeiten machen das Spiel erst so richtig komplett, da reicht es schon, wenn Sie eine aggressive Katze mit einem lauten Hund zusammenstecken, um eine Vollzeitanstellung als Babysitter für die beiden Tierchen zu rechtfertigen. Sie dürfen Ihre komplette Familie nachmodellieren – gegebenenfalls inklusive Schlange und Pferd (wieder nur die PC-SpielerInnen). Das ist Nicht-„Sims“-Spielern zwar komplett egal, doch Fans bestimmt einiges wert.
Für die Langzeitmotivation äußerst zuträglich sind die Mysterien, die es zu erkunden gilt als auch die 300 einzelnen Herausforderungen, die Sie mit den Sims in Angriff nehmen dürfen. Immer wieder hat Ihr Sim eine Idee, was er gerade machen könnte, wie etwa das Kochen zu lernen oder Freunde zu finden. Schließen Sie diese Aufgabe ab, erhalten Sie Punkte, die Sie wiederum für Karma-Kräfte ausgeben dürfen – ganz wie in „Die Sims 3“. Auch der Tod ist eine Konstante im Spiel, es sei denn, Sie haben ihn verbannt, und so ist es recht witzig, eine Familie über Generationen hinweg zu steuern, Frauen bei der Schwangerschaftsproblematik zu beobachten und noch vieles mehr. Fakt ist: „Die Sims 3 Einfach tierisch” bietet einen unglaublichen Tiefgang, nun auch für Vierbeiner, allerdings nur, wenn Sie sich darauf einlassen wollen.
„Die Sims 3 Einfach tierisch” setzt auf den Grundteil auf und lässt Sie das Hundeleben genießen, auf Samtpfoten durch die Nachbarschaft wandern und noch mehr Herausforderungen in Angriff nehmen. Gewisse Schwächen der „Die Sims“-Reihe werden auch in „Die Sims 3 Einfach tierisch“ nicht ganz ausgemerzt, aber es verspricht den Fans der Serie noch mehr Möglichkeiten. Etwas schade ist, dass Pferde, Vögel, Nagetiere, Echsen und Schlangen nur den PC-Spielern vorbehalten bleiben. Wollten Sie aber schon immer mal Ihre Familie in „Die Sims 3“ komplettieren, so ist „Die Sims 3 Einfach tierisch” eine gelungene Version. Wer weiß, vielleicht können Sie ja den ganz großen Schatz mit Ihrem Hund ausbuddeln ...
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