„Analoge“ Spielzeuge haben im digitalen Zeitalter der Unterhaltung keinen Platz mehr? Stimmt nicht! Activision’s „Skylanders: Spyro’s Adventure“ zeigt, wie man Spielzeug mit aktuellen Spielplattformen vereinen kann. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie im folgenden Review!
Story
„Skylanders: Spyro’s Adventure“ entführt Sie in eine magische Welt, in der Fabelwesen an der Tagesordnung stehen. Der Portal-Meister Eno wurde in einer Schlacht von seinem Widersacher Kaos besiegt und jetzt existiert er nur noch als Geist. Er war der Beschützer der Welten, ohne ihn sind die Bewohner der Skylands schutzlos dem Bösewicht ausgeliefert. Genau hier kommen Sie ins Spiel. Sie sind, warum auch immer, der neue Beschwörer der mächtigen Skylander. Diese teils skuril aussehenden Figuren behüteten einst unter der Kontrolle von Eno die Welt vor allem Unheil und nun liegt diese Macht in Ihren Händen. Es liegt an Ihnen dem kleinwüchsigen Kaos das Handwerk zu legen, die Elementarquellen wieder zu vereinen und den Frieden zurück in die Skylands zu bringen.
Das Spiel wird mit einem eigenen Zusatzgerät, das ein wenig wie ein Altar aussieht, geliefert. Neben diesem Altar und Batterien, die für den Betrieb des „magischen Portals” notwendig sind, gibt es noch drei Spielfiguren. Es handelt sich dabei um den altbekannten Spyro sowie Gill Grunt und Trigger Happy. Jede dieser Figuren ist einem Element zugeordnet und wie auch bei „Pokémon“ oder Yu-Gi-Oh! haben die niedlichen Kämpfer Stärken und Schwächen, doch dazu später mehr.
Platzieren Sie nun eine der Spielfiguren auf der Plattform, erscheint diese ohne Umschweife im Spiel. Sie müssen also keine Tasten drücken, um die Spielfigur zu wechslen. Insgesamt gibt es über 30 verschiedene Charaktere, wovon Sie durch den Kaufs des Spiel nur die besagten drei erhalten. Wenn Sie weitere Figuren im Spiel haben möchten, müssen Sie sich die jeweiligen Kämpfer im Spielzeugladen um die Ecke kaufen. Es gibt die Figuren einzeln für rund 8 Euro oder in Dreier-Packs um rund 20 Euro.
Meiner Meinung nach ist das Peripherie-Portal leider nur ein nettes Gimmick, aber nicht viel mehr. Die Kombination aus Spielzeug und Videospielen ist mit Sicherheit interessant. Auch der Preis, der mit rund 65 Euro im Bereich von normalen PS3-Spielen liegt, ist zunächst okay. Bedenkt man jedoch, dass man damit nur drei von 32 Charakteren erhalten hat und die anderen nicht freischalten, sondern nur freikaufen kann, wirkt das Ganze nicht mehr sonderlich günstig. Hier jedenfalls ein Trailer, der ein paar der verschiedenen Charaktere im Spiel zeigt:
Im Spiel erwartet Sie ein Mix aus abenteuerlicher Reise, verschiedenen Schauplätzen, freischaltbaren Fähigkeiten, einem unterhaltsamen Kampfsystem sowie massenhaft Sammelobjekten. Jeder Charakter startet mit Stufe eins. Durch das Besiegen von Feinden erhalten Sie Erfahrungspunkte, die zu Levelups führen. Man kann zwar die Statuspunkte beim Stufenaufstieg nicht selbst verteilen, dennoch wird Ihr Kämpfer mit jedem Level stärker und mächtiger. Neben der Erfahrung kann der gewählte Charakter auch Fähigkeiten mittels Gold erwerben. Dieses Gold sammelt man im Spielverlauf durch das Zerstören von Kisten, Fässern oder ähnlichem in der Umgebung. Oft liegen Schätze auch nur so rum, die dann ohne viel Skrupel eingesteckt werden.
Sie bewegen sich im Spielverlauf ähnlich wie bei „Ratchet & Clank“ in klar abgesteckten Bereichen, die auch einige Rätsel bereithalten. So müssen Sie beispielsweise ein paar Schildkröten geschickt platzieren, um weiterzukommen. Doch auch Kämpfe gilt es zu bestreiten. Hier können Sie sich auf die Kräfte Ihrer Krieger verlassen, denn dank den vorher genannten Möglichkeiten werden sie im Spielverlauf immer stärker. Das müssen Sie auch, denn immer wieder warten riesige Bossgegner, die teilweise schon etwas lästig sein können. Dennoch muss man klar sagen, dass das Spiel absoluten Unterhaltungswert hat und auch einige verschiedene Spielelemente parat hat.
Optisch ist der Titel nicht der Kracher. Die Videos sind ganz nett und der Grafikstil erinnert mich ein wenig an die „Ratchet & Clank“-Spiele. Man kann zwar auch hier die Umgebung zerstören, doch so gut wie beim schießwütigen Lombax und dem smarten Roboter sieht das hier nicht aus. Es wirkt eher wie eine etwas besser Wii-Optik, was schade ist, denn die Spielwelt an sich wurde schon mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Warum packt man dann teils so billige Texturen auf den Boden oder auf Wände? Die Animationen im Kampf sowie die Bewegungsabläufe sind ganz ok, wobei hier auch mehr drinnen gewesen wäre.
Was mich hingegen richtig nervt ist die Tatsache, dass bei jedem Wechsel eine Zwischensequenz angesehen werden muss. Diese kann man, wie auch sämtliche Dialoge im Spiel, nicht überspringen. Zwar wurden die Dialoge alle mit deutschen Synchronstimmen versehen, doch muss man sagen, das die Lokalisierung nicht hundertprozentig gelungen ist. Zu oft passen die Mundbewegungen in keinster Weise zum gehörten Dialog. Ansonsten bin ich mit dem Sound ziemlich zufrieden. Die musikalische Untermalung passt und Auswahl der Synchronstimmen sowie deren Qualität lässt kaum Wünsche offen.
Steuerung
Die Steuerung hätte man ruhig in einem optionalen Tutorial erklären können, denn so muss der Spieler selber herausfinden, ob die Kamera manuell nachjustierbar ist oder ob man beispielsweise springen kann. Beides funktioniert kurzhand nicht, generell bietet der Titel nur recht wenig Steuerungsmöglichkeiten – was allerdings nicht nur ein Nachteil ist, sondern auch als Vorteil gesehen werden kann. Somit kann die Steuerung jeder erlernen und ohne Probleme anwenden, wenn er denn rausgefunden hat, welche Taste mit welcher Funktion belegt sind. Als weiteres Eingabemedium dient das Portal, mit dem man die Charaktere schnell wechseln kann.
Spannend ist, dass man seine Lieblinge auch zu Freunden mitnehmen kann, denn die Erfahrung sowie die Fähigkeiten werden nicht auf der Konsole, sondern am Spielzeugkämpfer gespeichert. So können Sie leicht einem Freund aus der Patsche helfen, in dem Sie einfach mit einem erfahrenen Charakter bei einem schweren Level einsteigen. Auch die Möglichkeit gegeneinandern anzutreten ist im Spiel verankert und sorgt dank der Statusspeicherung auf der Figur für noch mehr Tiefgang und Spielwitz. Einen Onlinemodus gibt es hingegen leider nicht.
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist meiner Meinung nach richtig gelungen. Die magische Welt mit den verschiedenen Levelsettings, die Story und auch die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, überzeugen. Die verschiedenen Charaktere abseits der Skylander sind ein weiterer Pluspunkt für das Spiel, wenn auch hier ein wenig bei “Ratchet & Clank” abgeschaut wurde. Flynn erinnert mich doch ziemlich stark an selbstbewussten und überheblichen Captain Qwark.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich trotz anfänglicher Skepsis überrascht bin. „Skylanders: Spyro’s Adventure“ ist ein unterhaltsames Spiel für Single- wie auch Multiplayer-Fans. Die Linearität, die wenigen Freiräume sowie die schwache Synchronisation sind zweifellos gewisse Makel am Spiel, doch dank eines neuen Spielelements (Spielzeugportal) einer niedlichen Welt, einer gut erzählten Geschichte sowie abwechslungsreichem Gameplay stimmt der Spielspaß. Das ist nun mal das Wichtigste. Fans von Sammelfiguren, die zugleich noch auf Action-Adventures stehen, können hier ohne Bedenken zugreifen.
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