Bären statt Katzen
Nachdem Sie auf einer Insel voller putziger Tierjungen angekommen sind, empfängt sie ein etwas eigenartiges fliegendes Wesen, das davon berichtet, dass sein Meister schon lange nicht mehr da war. Klingt vertraut? Ist es auch, so hat schon „
Kinectimals“ begonnen und wenn es „Jetzt mit Bären“ weitergeht, ist die Insel Mira statt Lemuria, das fliegende Wesen etwas rötlicher und Lina (statt Hummel) kann ihnen nicht nur von einem alten Captain erzählen, sondern von zweien, die dicke Kumpels waren. Ganz klar also: Wer das ursprüngliche „
Kinectimals“ kennt, findet sich auch im Spiel mit Bärenjungen schnell zurecht, denn viele Elemente sind gleich geblieben – leider auch die etwas langen Ladezeiten.
Die sichtbarste Neuerung ist sicher, dass sich Spieler zu Beginn des Abenteuers auf Mira nicht zwischen verschiedenen jungen Raubkatzen entscheiden, sondern ein Jungtier aus der Auswahl Silberbär, Zimtbär, Schwarzbär, Grizzlybär, Eisbär. Doch hat Microsoft auch am Spielgefühl etwas nachgebessert. Entstand beim Original noch der Eindruck, dass Spieler am Anfang gar zu sehr bevormundet werden, was sie denn mit ihrem Tierjungen zu spielen haben, verzeiht „
Kinectimals: Jetzt mit Bären“ Abweichungen vom Plan eher. Doch kein Vorteil ohne Nachteil: Es passiert nun relativ leicht, dass man sich zu einer der Herausforderungen vorgearbeitet hat, ohne praktisch die zugehörige Vorbereitung erlebt zu haben. Dennoch: Etwas mehr Freiheit tut gut.
Wie schon bei „
Kinectimals“ gilt es wieder, die aktuelle Insel schrittweise zu erforschen und so ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Ganz so umfangreich wie das Original ist die
Content-Erweiterung dabei nicht, bietet dafür aber neue Interaktionen. Die Bären erklimmen nun auch Bäume, fischen und jonglieren – wobei gerade Spiele mit mehreren Bällen oder anderen Jonglierutensilien schon etwas dynamischer wirken als einst Spiele mit nur einem Ball.
Sooo niedlich ...... fanden viele schon die Kätzchen in „Kinectimals“, und die Bären stehen dem in nichts nach – für manchen Geschmack schon fast zu viel des guten. Doch fällt ein Unterschied erfreulicherweise wirklich ins Auge: Bären sind etwas besser geeignet auf zwei Beinen zu stehen und sehen daher in manchen Posen nicht ganz so tapsig unbeholfen aus wie die Katzen. Gelungene Animationen in einer fröhlich-bunten Welt, die sich recht eindeutig an ein eher junges Publikum richtet.
In Sachen Sound ist Microsoft ebenfalls Bewährtem treu geblieben. Unaufdringliche Musik im Hintergrund, gelegentlich passende Laute aus den Mäulern der Tierjungen im Vordergrund, dazu immer wieder Hinweise von Lina. Doch, ein kleiner Unterschied: Die neue Begleiterin wirkt gerade Anfangs nicht ganz so omnipräsent und dadurch fast aufdringlich, wie das bei Hummel vor einem Jahr der Fall war.Es ist Kinect
Damit ist zur Steuerung eigentlich schon fast alles gesagt, denn wie eigentlich immer hat die Bewegungssteuerung auch bei „Kinectimals: Jetzt mit Bären“ ihre Höhen und Tiefen. Ein Pluspunkt ist, dass das Spiel im Gegensatz zu manch anderem Titel nie die Erfassung zu verlieren scheint, ein zweiter, dass eigentlich alles sehr intuitiv wäre. Womit wir beim Schwachpunkt sind: So ganz durchschaut, warum die Steuerung so reagiert, wie sie reagiert, habe ich nicht immer. Vor allem beim Jonglieren wollte es mir partout nicht gelingen, Bälle in genau die Richtung abzulenken, die mir vorschwebt.