Zwar erfreute sich “Street Fighter 3” ob eines deftigen Schwierigkeitsgrades nicht so großer Beliebtheit wie der zweite Teil der Saga, dennoch erscheint mit “Street Fighter 3: 3rd Strike Online” nun eine Online-Version des Klassikers für das PSN und Xbox LIVE. Ob das Online-Remake des dritten Teils überzeugen kann und nostalgisches Spielautomatenflair aufkommt, lesen Sie im folgenden Review.
Background
Da es bei einem Beat’em Up nicht wirklich viel zu erzählen gibt und die Protagonisten sich lieber gegenseitig das Hirn aus dem Kopf kloppen, hier ein paar Infos zu der „Street Fighter“-Reihe.
Nach dem eher unauffälligen Release des ersten Teils Ende der 80er, ließ Capcom mit „Street Fighter 2“ eine wahre Bombe los. Es galt als bestes Kampfspiel bis dato und war das erste bei dem Sie auch auf richtiges Timing beim Blocken und Angreifen achten mussten. Außerdem war es das erste Spiel das jemals Special-Moves in ein Kampfsystem integrierte. Somit war „Street Fighter 2“ das Ur-Beat’em Up einer jeder Spielehalle und wurde von da an von vielen Studios bis heute kopiert.
Nach weiteren Releases wie „Street Fighter 2: Turbo“ oder „Street Fighter 2: The New Challengers“ kam 1997 erstmals “Street Fighter 3: New Generation” auf den Markt und 1999 „Street Fighter 3: 3rd Strike“. Diese fielen durch einen noch höheren Schwierigkeitsgrad auf, der bis zur neuen Online-Ausgabe bestehen blieb.
Es gab auch unzählige Street Fighter-Verfilmungen, die populärste war wohl der 1994 veröffentlichte „Street Fighter – Die entscheidende Schlacht“ mit Jean Claude Van-Damme und Kyle Minouge.
Das Gameplay ist ziemlich typisch für ein Beat’em Up-Spiel und lässt keine Wünsche offen. Sie haben den klassischen Arcade-Modus wie in einer Spielhalle, wo es gilt so lang wie möglich mit einem Charakter durchzuhalten, einen Trainings- und einen Prüfungsmodus.
Altbekannte Gesichter wie Ryu, Ken oder Chun-Li sind natürlich wieder mit von der Partie, aber auch einige erst für den dritten Teil neu eingeführte Kämpfer. Die bereits bekannten Charaktere warten auch noch mit denselben, klassischen Attacken wie dem Hadouken auf und alteingesessene Street-Fighter-Hasen werden sich sofort wieder heimisch fühlen als würden sie Mutters Hackbraten riechen.
Eine Besonderheit ist auf jeden Fall, dass Sie zuerst im Trainingsmodus die Grundtechniken erlernen und den Kämpfer auswählen können, der Ihnen am besten liegt, ehe Sie im Prüfungsmodus schwierige Aufgaben wie Handicap-Matches oder schwierige, figurspezifische Combos erfüllen müssen. Dies klingt alles nach vermeidbarem Aufwand, ist aufgrund des deftigen Schwierigkeitsgrades des Spieles aber durchaus plausibel.
Durch erfolgreiches Abschließen des Arcademodus und für erledigte Prüfungen gibt’s Punkte für den Online-Rang. Diese können Sie auch gegen Artworks eintauschen.
Auch wenn die Hintergrundgrafik anno 1997 wirkt und deshalb nicht ganz in unsere Zeit passt, trägt dies eigentlich nur noch mehr dazu bei in Nostalgie zu zergehen. Die Charaktere wurden toll zwischen perfekten Pixelstrukturen und HD-Comic-Grafik auf den Bildschirm gezaubert, so dass auch sie ein nettes Spielhallen-Flair in euer Wohnzimmer transferieren. Leider wurde auch das 4:3 Bildformat übernommen, jedoch geschickt mit aktuellen Herausforderungen vertuscht.
Der Sound in „Street Fighter 3: 3rd Strike Online“ ist von den Effekten her stark an das Original angelehnt und untermalt somit die Retro-Grafik optimal. Die „Musik“ im Menü ist stark Hip-Hop-lastig und wirkt verstörend (auf mich zumindest). Mit dieser musikalischen Untermalung trifft man sicherlich nicht jedermanns Geschmack.
Kein Pflaster für Alle-Knöpfe-Drücker!
Aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades ist dieses Spiel auf jeden Fall nichts für Leute, die einfach nur die gesamte Dauer eines Kampfes auf alle Knöpfe drücken. Sicher kann das auch hier gut gehen, aber nicht so einfach wie in manch anderen Kampfspielen.
Richtiges Timing ist alles. Wenn Sie die gegnerischen Angriffe nicht blocken, werden Sie schneller auf die Bretter geschickt als es Ihnen lieb ist, und auch zu häufiges Hüpfen wird schnell bestraft. Wichtig ist zur richtigen Zeit die richtigen Attacken zu bringen. Dafür ist die Tastenbelegung gut geeignet. Sie können kurze und lange, kräftige Schläge sowohl mit den Fäusten als auch mit den Beinen austeilen und so immer schnell und adäquat auf alle Arten von Angriffen reagieren. Dafür zahlt sich dann die Zeit im Trainingsmodus und dem Prüfungsmodus mehr als aus.
Kleiner Tipp zum Schluss: Wer das Spiel richtig genießen will, sollte sich einen richtigen Spielhallen-Joypad zulegen!
Das Herz von Beat’em Up- und Online-Spielen ist natürlich der Multiplayer. Es macht einfach am meisten Spaß, seine Kampfkünste heimlich aufzupolieren und mit dem Satz: „Ich kanns‘ eh nicht besser als damals!“ den Freund sprachlos auf der Coach sitzen zu lassen, während Sie sich ins Fäustchen lachen.
Dazu kommt die Möglichkeit online gegen „Street Fighter“-Meister aller Länder anzutreten. Die Ranglisten-Kämpfe sind dabei eine eigene Liga. Ohne hartes Training und langer Erfahrung werden Sie in dieser Sparte kaum Licht sehen. Umso größer ist der Anreiz viel zu trainieren und stärker zu werden.
Ein Stück Videospielgeschichte …
… war Street Fighter bereits seit den 90ern mit dem Release von „Street Fighter 2“. Mit der Neuveröffentlichung von „Street Fighter 3: 3rd Strike“ können Sie nun selbst Zeuge eines Teils davon werden.
Die Atmosphäre des Spiels lässt Sie den Spielhallen-Flair der 90er hautnah miterleben. Die Grafik ist zwar neu überarbeitet, jedoch ist den Entwicklern eine perfekte Balance zwischen HD-Comic-Grafik und Retro-Pixel-Look gelungen, und auch die Soundeffekte tragen perfekt zur Atmosphäre bei. Einzig der extrem nervende Hip-Hop-Soundtrack ist ein Teil des Spiels, der Sie immer wieder aus der tollen Atmosphäre fetzt. Das hätten sich die Entwickler sparen können.
Wenn eine Spielreihe Videospielgeschichte geschrieben hat und ihre Innovationen noch bis heute verwendet werden, sogar zum Standard avancierten, muss man besonders kritisch an ein Spiel dieser Reihe herantreten. Aber selbst wenn man das tut, hält „Street Fighter 3: 3rd Strike Online“ mit Bravour stand. Das Spiel hat alles ,was die alten Street Fighter-Teile ausmachte, und hält auch am extrem harten Schwierigkeitsgrad fest. Ob Sie nun im Trainingsmodus anfangen oder im Prüfungsmodus am Feinschliff Ihrer Techniken arbeiten, ob Sie online gegen Spieler aus aller Welt antreten oder gegen Freunde auf der Coach, das Spiel macht immer eine gute Figur.
Capcom hat bei der Veröffentlichung an altbewährten Rezepten festgehalten und lediglich die Optik etwas aufpoliert. Somit ist das Spiel gleich gut wie eh und je und lässt keine Wünsche eines „Street Fighter“-Fans offen.
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