Mit „Rochard“ erwartet Sie nicht nur ein normaler Minenarbeiter als Held in der Schwerelosigkeit, sondern auch ein Vielzahl kniffeliger Rätsel. Ob sich der Downloadtitel luftig locker spielt, oder doch eher schwere Kost ist, lesen Sie in diesem Review.
Story
John Rochard, der Namensgeber für das Spiel, ist ein ganz gewöhnlicher Minenarbeiter. Er und seine Crew begeben sich von Asteroid zu Asteroid, um nach dem Raketentreibstoff Turbinium zu suchen. Leider haben sie zur Zeit eine Pechsträhne und können ihrem Boss Maximilian von der Skyrig Corporation keine Ergebnisse vorweisen. Daraufhin werden John und seine Crew entlassen, die wiederum in der gleichen Zeit einen glühenden Stein vorfinden. So schnell wie sie gefeuert wurden, sind sie wieder eingestellt, um dem merkwürdigen Material auf den Zahn zu fühlen. Doch auch Weltraumpiraten haben es auf den Stein abgesehen, da dieser sehr wahrscheinlich Hinweise auf außerirdisches Leben beherbergt. Ausgestattet mit dem G-Lifter, mit dessen Hilfe er Objekte bewegen kann, macht sich John auf in den Kampf.
„Rochard“ ist ein witziger Plattformer, der vor allem durch seine Möglichkeit, die Gravitation für seine Zwecke zu nutzen, innovatives Gameplay bietet. Die Levels zu Beginn des Spiels gestalten sich dabei relativ einfach. Die zu durchquerenden Räume bieten nicht mehr Aufgaben oder Schwierigkeiten als einfach durch den Raum durchzulaufen, zu springen und sich zu ducken. Doch relativ bald kommen die ersten Rätsel und der G-Lifter wird zum wichtigsten Hilfsmittel neben den eigenen kognitiven Fähigkeiten.
Verschiedenste Objekte können mittels des G-Lifters aufgehoben, wieder abgesetzt oder geworfen werden. Dazu gehören unter anderem Kisten, die Ihnen auf dem Weg durch das Abenteuer sehr häufig unterkommen werden. Die kleineren Kisten kann man ohne Probleme hochheben und bewegen, für die größeren hingegen reicht die reine Kraft des G-Lifters nicht mehr aus. In diesem Fall müssen Sie die Gravitation für den gesamten Raum senken, dann können Sie auch die schwereren Kisten heben. Ihre Fähigkeit die Gravitation zu senken ist aber nicht nur für das Heben großer Kisten wichtig, denn bei geringer Schwerkraft sind Sie auch in der Lage, extrem hoch zu springen und diese Fähigkeit werden Sie sehr oft benötigen. Zudem bewegen Sie sich sehr langsam, was das Zielen auf Feinde sehr erleichtert.
Neben den Weltraumbanditen, denen Sie mit dem Steinschmelzer, einer Art Laserpistole, geworfenen Kisten oder auch mit reinem Auf-den-Kopf-Springen zu Leibe rücken können, gibt es auch noch fiese Laserturrets. Diese aktivieren sich, sobald Sie in ihre Nähe kommen und sind eine sehr ernstzunehmende Gefahr. Da John nicht gerade viel Schaden einstecken kann, und bereits bei Kämpfen gegen zwei Gegner oft unterlegen ist, ist eine Kiste als Schild oft praktisch. Das hält nicht nur John gesund, sondern wirft auch die Lasergeschosse zurück. So schalten sich die Gegner dann quasi selber aus, und eine PS3-Trophäe gibt es auch dafür.
Wie bereits erwähnt gibt es aber nicht nur Gegner, jeder Raum bietet kniffelige Rätsel, die es zu lösen gilt. Dabei werden Sie oft auf blaue, rote und auch orangefarbene Laserflächen treffen. Die blauen Flächen lassen keine leblosen Gegenstände durch, hier kann nur John passieren. Die roten Flächen sind umgekehrt nur für die Kisten und sonstiges Material durchlässig. Damit John hier durch kann, muss man erst einen Stecker ziehen, was das Schutzschild aufhebt. Die orangefarbene Wand schließlich lässt keine Geschosse durch, um Gegner auf der anderen Seite zu töten, kann man höchstens eine Kiste hindurch werfen oder muss die Wand selbst passieren. Neben den vielen Rätseln warten auch Levels, in denen die Gravitation umgekehrt wurde – Sie müssen dann den gesamten Raum auf dem Kopf stehend absolvieren.
Zwar ist „Rochard“ optisch nicht das Maß aller Download-Dinge, doch bei einem Side-Scrolling-Plattformer, der nur so vor lauter coolen Ideen strotzt, muss die Grafik nicht gar so lupenrein sein, wie etwa bei „Hamilton's Great Adventure“. Wirklich überzeugendes und fesselndes Gameplay, da darf die Grafik auch mal eher durchschnittlich.
Zum Sound muss man eigentlich nur Jon St. John sagen. Er – bekannt als der Duke – übernimmt auch in „Rochard“ die Stimme des Hauptakteurs. Zudem gibt es noch einen coolen Soundtrack, komponiert von Markus Kaarlonen von den Poets of the Fall. Auch die restliche Soundkulisse passt zum Spiel und rundet das Erlebnis rund um den Minenarbeiter John Rochard ab.
Steuerung
Die Steuerung ist zwar fast voll belegt, aber durch das gute Tutorial und die schrittweise Einführung in die Bedienelemente hat man von Anfang an keine Probleme damit. X dient zum Hüpfen, der Kreis ist für den Nahkampf zuständig, die L1-Taste aktiviert die niedrige Gravitation und L2 benötigt man zum Ducken. Der linken Stick steuert John, während der rechte beim Zielen zum Einsatz kommt. Mit der R1-Taste schießt man explosive Minen ab und mit R2 werden die Waffen abgefeuert. Die Dreieckstaste dient zum Wechseln der Waffen.
„Rochard“ bietet neben dem Gameplay und der Stimme von Jon St. John auch eine tolle Atmosphäre. Hier dürfen wir endlich einmal einen normalen Menschen steuern und keinen ausgebildeten Marine oder dergleichen. Natürlich ist John auch eine Art Ein-Mann-Armee, da wir auf dem Weg zum geheimnisvollen Stein jede Menge Gegner antreffen, die immer wieder das Nachsehen haben. Dennoch bleibt er der normale Arbeiter, der einfach nur seine Arbeit machen möchte, um etwas Geld zu verdienen. Die Levelgestaltung ist zwar ein wenig eintönig, auch wenn es andere Designs wie zum Beispiel das Casino gibt. Den man verbringt doch die ersten paar Stunden in Räumen, die sich alle irgendwie ähnlich sehen.
Ein cooler Downloadtitel, der nicht nur Action und knifflige Rätsel bietet, sondern auch eine tolle Synchronisation. Immerhin spricht der Duke den Hauptcharakter John Rochard. Das Spiel bietet viele Rätseleinlagen, die teilweise auf verschiedenste Arten gelöst werden können, und die Möglichkeit die Gravitation zu beeinflussen, um das Gameplay noch intensiver zu gestalten. Wer Side-Scrolling-Plattformer mag, ist mit „Rochard“ richtig beraten.
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