Ein Spiel für Kinder mit einem Eisbären, der aus der Arktis ausgebrochen ist. Nette Idee?
Eisbären gehören in die Arktis. Wenn sie sich von dort – noch dazu ohne Fremdeinwirkung – entfernen, dann hat das meist gute Gründe wie die Klimaerwärmung, aber auch weitreichende Konsequenzen. Snowy, der liebenswerte Comic-Eisbär, hat es geschafft. Er ist aus der Arktis ausgebrochen, findet sich jetzt aber in einer Welt voller Monster wieder. Alles, was er dabei hat, sind seine Sprungkraft und jede Menge Schneebälle. Na, dann geht es den Bösen ja mal kräftig an den Pelz …
Schneeballschlacht deluxe
Alawar Entertainment, die vor allem durch Casual Games wie „Farm Frenzy“ auch Minis-Fans bekannt sind, wagt sich hier in ein Action-Arcade-Abenteuer, das sich am PC schon durch drei Teile von „Snowy: Treasure Hunter“ (Jump'n'Run-Prinzip) und den ersten Teil von „Snowy: Lunch Rush“ (typisches Time Management-Prinzip) erstreckt. Jeder Level ist nur einen Bildschirm groß und Sie müssen alle Gegner vom Bildschirm fegen, um zum nächsten Abschnitt zu gelangen. Endgegner inklusive.
Aber wie stellen Sie es als alleiniger Eisbär an, die Gegnerscharen auszuschalten? Einerseits können Sie springen, andererseits Schneebälle werfen. Haben Sie einen Gegner mit genügend Schnee eingedeckt, verwandelt er sich in eine Schneekugel, die Sie treten können. Das ermöglicht Ihnen, schnell und einfach wie beim Bowling eine ganze Menge an kleinen und großen, schießenden und springenden Feinden auszuschalten. Die Schneekugel prallt auch einige Mal ab, kann Sie selbst einschließen und auf eine wilde Reise nehmen, bis sie schließlich an irgendeiner Kante zerspringt. Die Gegner überleben das Prozedere nicht, unser Snowy schon.
Zehn Leben und viele Punkte
Mit insgesamt zehn Leben schlagen Sie sich durch die 88 Level (gruppiert in eine Beginner-Welt und vier Themen-Welten), die nicht nur viele Feinde, sondern auch einige lustige Sprungpassagen bereithalten: So kann es schon mal passieren, dass Sie unten aus dem Bildschirm rausfallen und oben wieder reingeplumst kommen. Während Ihrer Reise durch unterschiedliche optische Themen sammeln Sie nicht nur mit jeder schönen Kombination Punkte, sondern sammeln auch Pickups ein.
So können Sie größere Schneebälle werfen, schneller laufen, weiter springen oder bekommen spezielle Punkt-Boni zum Aufsammeln, wenn Sie alle Gegner mit nur einer Kugel aus dem virtuellen Dasein fegen. Achtung: Mit einem Pickup verwandeln Sie sich in einen Helikopter und fliegen herum, während Sie alle sieben verschiedenen Gegnertypen hinwegfegen, die Sie berühren – praktisch! Diese Boni sind aber gleich weg, wenn Sie einmal das Zeitliche segnen. Dann erscheinen Sie zwar gleich wieder am Bildschirm, haben aber die Powerups nicht mehr.
Ja, auch bei diesem Mini hat die Achievements-Offensive Spuren hinterlassen: So können Sie mit speziellen Aktionen Medaillen freischalten. Werden Sie oft genug abgeschossen, schlagen viele Feinde in die Schlucht oder treten die Schneekugel geschickt – fast alles bringt Ihnen virtuellen Ruhm … und man freut sich.
Nach einigen Levels sehen Sie sich dann in jeder Welt einem Endgegner gegenüber – beispielsweise einer riesigen Metalldose. Hier gilt es in klassischer Manier das Verhalten des Gegners zu analysieren und dann Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Aber das Verhalten ist immer das selbe: Beim Endgegner warten Sie, bis aus seinem Inneren kleine Gegner springen, wickeln diese in Schnee ein und rollen dann die Kugeln gegen den großen Boss. Was einfach klingt, ist ganz schön schwierig – Anfänger sollten im Beginner-Modus der drei Schwierigkeitsgrade spielen, wo Sie außerdem statt der üblichen zehn Leben gleich 100 bekommen.
Grafik, Sound und Steuerung
Details und nette Animationen finden Sie auf dem Bildschirm, während Snowy sich der Gegner erwehrt. Leider ist das Geschehen manchmal recht klein umgesetzt, wobei das nach einiger Zeit nicht mehr stört. Wer 2D im modernen Outfit, kombiniert mit verschiedenen Landschaften, mag, der ist hier gut bedient.
Die Musik ist typisch … nervend nach einiger Zeit. Die Soundeffekte sind okay, aber auch nicht weltbewegend. Die Steuerung dagegen ist super-einfach und gelungen, was dafür spricht, dass das Spiel an sich auch für Kinder gedacht ist.
Zusammenfassung
Irgendwie hat mich das Spiel gleich mal an „Ice Climber“, den Klassiker auf dem NES, erinnert, wobei es doch sehr eigenständig erscheint und so noch kaum umgesetzt wurde. Auch wenn die 88 Levels fordernd sind und Sie für einige Stunden beschäftigen, fehlt mir etwas die Abwechslung. Die Gegner sind meist die selben, nicht mal die Grafik ist verschieden, die Taktik der Endgegner variiert auch nicht. Hier hätte man mehr Langzeit-Spaß heraus holen können. Denn: Kennt man mal ein Viertel des Spiels, wiederholt sich alles nur noch. Ja, Highscore-Tabellen und Medaillen machen Spaß, generell ist das Spiel aber doch eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten. Alle, die Arcade-Action mit etwas Plattform-Abwechslung kombiniert wissen wollen, sollten sich dieses Spiel zulegen.
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