„City of Heroes Freedom“ ist der neue Name des preisgekrönten Superhelden-MMOs „City of Heroes“. Wir durften bereits im Vorfeld des allgemeinen Starts einen Blick auf das neue Design des Spiels werfen. Im Folgenden wollen wir Ihnen das Spiel im Ganzen und die Neuerungen im Einzelnen näher bringen.
Story
Seit 1931, als ein verlorener Sohn mit den Kräften eines antiken Gottes zurückkehrte und sich Statesman nannte, ist Paragon City der Mittelpunkt des Universums der Superhelden. Statesmans eigenen Anstrengungen und denen jener, die sich seinem Krieg gegen Tyrannei und Verbrechen anschlossen, ist es zu verdanken, dass Paragon City ein Vorbild und eine Inspiration für Helden überall auf der Welt wurde.
All dies fand am 23. Mai 2002 ein katastrophales Ende, als Außerirdische, die als die Rikti bekannt werden sollten, auf der Erde einmarschierten und einen Massenvernichtungskrieg starteten. Alle Großstädte der Erde wurden angegriffen, doch bei keiner war die Vernichtung verheerender als in Paragon City, der Stadt, in der Tausende Helden und Zivilisten den Rikti ein letztes auswegloses Gefecht lieferten.
Auf jenem zertrümmerten Schlachtfeld starben Legenden und erstanden neue. Nach monatelangen verzweifelten Kämpfen und unwahrscheinlichen Opfern konnten die Rikti aufgehalten — wenn auch nicht vollständig besiegt — werden. Am Ende waren von den mit Superkräften bewehrten Helden, die Paragon City ihr Zuhause nannten, nur noch acht am Leben. Zehntausende Menschen verloren im Kampf ihr Leben. Nach Kriegsende lag Paragon City, so wie die meisten anderen Städte der Welt, in Trümmern.
Da die Mehrheit der Helden der Stadt gefallen war oder vermisst wurde, nahmen Kriminalität und Korruption überhand und füllten das heldenlose Vakuum. Kriminelle Banden übernahmen die Kontrolle über die vom Krieg zerstörten Zonen der Stadt. Manche von ihnen traten nach Jahrzehnten im Untergrund erneut in Erscheinung, andere wiederum formierten sich neu und arbeiteten mit grässlichen Methoden.
Diese plötzliche herrschende Gesetzlosigkeit veranlasste Statesman zu einem Aufruf an die überlebenden und neuen Helden der Welt: "Kommt Paragon City zu Hilfe!" Natürlich fanden neben vielen neuen Helden auch eine Unzahl Superschurken den Weg in die Stadt und versuchen nun nicht nur die Kontrolle über Paragon City, sondern die Herrschaft über die ganze Welt an sich zu reißen. Ob Sie als Spieler nun ein Held oder ein Schurke sein wollen, liegt voll und ganz in Ihrer Hand.
Das Spiel beginnt also mit der Entscheidung Held oder Schurke. Ist diese Grundsatzfrage geklärt, beginnt ein detaillierter Prozess der Charaktergenese, der Entstehung des Avatars. Hier öffnet sich dem Spieler eine extrem breite Palette an Gestaltungsmöglichkeiten. Zuerst sucht man sich eine der fünf Hauptkategorien, Wissenschaft, Mutation, Magie, Technologie oder Natur aus, was die Herkunft der Fähigkeiten des Charakters festlegt. Im nächsten Schritt wählt man das Gebiet der eigenen Superkräfte. Hier stehen Panzer, Nahkampfschaden, Distanzschaden, Massenkontrolle, Unterstützung oder Pets zur Auswahl. Je nach Entscheidung gilt es im Anschluss noch eine Rolle wie etwa Vernichter, Beschützer oder Zerstörer auszuwählen.
Das grobe Gerüst steht somit. Wer aber glaubt, damit sei es getan, der irrt. Die Customization des Helden oder Schurken hat eben erst begonnen. Nun sucht man sich aus einem passenden Pool seine Primär- und Sekundärfähigkeiten aus, die den Charakter mit ersten Skills ausstatten. Dann das Wichtigste: Die Wahl und Personalisierung des Kostüms. Auch hier steht dem Spieler ein großes Repertoire an Schnitten zur Verfügung und eine noch größere Auswahl an Farben. Das Aussehen kann zwar im Nachhinein überarbeitet werden, jedoch sollte man an dieser Stelle ruhig etwas Zeit verbringen, denn die Kreation eines einzigartigen Kostüms macht überraschend viel Spaß.
Am Ende kommt mein persönliches Highlight im Zuge der Avatarerstellung: Die farbliche Anpassung der Skills. Damit kann man die optischen Effekte seiner Fähigkeiten an die farbliche Gestaltung des Kostüms anpassen und somit ein cooles Gesamtpaket schaffen, das in allen Aspekten einzigartig und individuelle ist.
Nun ist es Zeit, den ersten Schritt in die Stadt Paragon zu setzen und nach einem kurzen Tutorial erste Quests zu erledigen. Wir erledigen eine Trainingspuppe, lassen uns ärztlich durchchecken und schon unterwandern wir den Widerstand, oder schließen uns ihm an. Danach befreien wir noch einige Geißeln und schon umhüllt die Finsternis der Nacht die Stadt.
Grafik und Sound
Grafisch braucht sich der Free-to-play-Titel nicht zu verstecken. Dies zeigt bereits die ausgiebige Charaktergestaltung, die optisch äußerst ansprechend ist. Betritt man Paragon City, erlebt man ebenfalls ein zeitgemäßes grafisches Umfeld, das zum Erkunden einlädt. Sowohl der Avatar mit all seinen Talenten, als auch die Spielwelt mit Gebäuden, Straßen und NPCs machen einen soliden Eindruck und geben wenig Grund zur Klage. Die mittlerweile in die Jahre gekommene Stadt Paragon erhielt ein würdiges neues Gesicht und überzeugt durch Weitläufigkeit und ansprechenden Settings. Auch das Innere der Gebäude ist detailreich und durchaus optisch ansprechend.
Eine Sprachausgabe für Quests und Dialoge wäre schön gewesen, hätte aber wohl den Rahmen des Spiels gesprengt. Und da die meisten MMORPGs auf textlich vermittelte Quests zurückgreifen, soll das kein Kritikpunkt sein. Soundeffekte von Fähigkeiten und Umgebung sind schnörkellos und passend. Der Soundtrack untermalt darüber hinaus mit Theatralik und Würde das Setting des Spiels. Superheld oder Superschurke findet hier sofort ins Spiel und fühlt sich stimmungsvoll aufgehoben.
Kernaspekte des Spiels wie Bewegung und Kampf sind leicht zu handhaben, da sich hier mit Maus und Tastatur mehrere Steuerungsalternativen anbieten. Ob Hotkeys oder Mausklick ist hier ganz dem Spieler überlassen. Bis man den kompletten Überblick über die Menüführung verinnerlicht hat, mag zwar die ein oder andere Spielstunde vergehen, generelle ist aber alles übersichtlich. Ein schönes Feature ist die freie Verschiebbarkeit aller User Interface-Elemente.
Wenn man wie ich im Kampf gern umherhüpft, muss man sich an die manuelle Kameraführung erst etwas gewöhnen, da man dadurch in der Flexibilität mit der Maus etwas eingeschränkt ist. Man kann die Kamera zwar auch mit der Tastatur drehen, dadurch büßt man aber ebenfalls etwas an Reaktionszeit ein.
Atmosphäre
Während des Tests waren die Straßen von Paragon City leider noch sehr leer, aber man konnte sich bereits gut vorstellen, wie es sein wird, wenn tausende Helden und Schurken die Stadt besiedeln. Das grafische Setting und die akustische Untermalung liefern jednfalls eine gelungene Welt, die ihrer Entdeckung harrt. Sowohl Neueinsteiger als auch altgediente Superhelden und -schurken werden sich umgehend wohl fühlen und eine Heimstadt mit allerlei Kurzweil vorfinden.
„City of Heroes Freedom“ ist eine würdige Neugewandung für das in die Jahre gekommene MMORPG. Nahezu alle Aspekte des Spiels lassen sich kostenlos erspielen und erfahren, zudem bietet der Shop eine Vielzahl an Möglichkeiten für Spieler, die etwas mehr investieren wollen. Ich durfte während des Tests 400 VIP Punkte investieren und meinem Superschurken so ein exklusiveres Kostüm verpassen. Dann hatte ich immer noch einige Punkte im Talon, um sie anderweitig zu investieren. „City of Heroes Freedom“ überzeugt mit geringen Anschaffungskosten und dem kostenfreien Zugang zu einem altbewährten MMORPG-Klassiker. Die Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten und die überarbeitete Spielwelt sorgen für ein langanhaltendes Rollenspielvergnügen.
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