Sie sind Denz de Bayle, der Sohn von Jean de Bayle. Ein Fluch, der die Wahrnehmung verändert und eine zerstörerische Wirkung auf die Umgebung besitzt, hat Sie befallen. Nun wollen Sie den Fluch loswerden, und dafür begeben Sie sich auf einen verfluchten Kreuzzug...
Story
Europa im Jahr 1198. Es ist Winter. Während man allerorts noch versuchte, sich von den Verlusten während des Dritten Kreuzzugs unter der Führung von Richard Löwenherz zu erholen, wurde Innozenz III. zum Papst gewählt. Sein erster Erlass in seinem neuen Amt bestand darin, einen erneuten Kreuzzug nach Jerusalem auszurufen. Die Nachricht eines neuen heiligen Krieges breitete sich wie ein Lauffeuer aus und lockte all jene an, denen es nach Ruhm, Ehre und Gold dürstete. Dazu gehört auch der junge Denz de Bayle, dessen Vater Jean am Dritten Kreuzzug teilnahm und von diesem nicht wiederkehrte. Denz' Familie wurde von seinem Onkel aus dem Heimatschloss getrieben, und nur der rechtmäßige Erbe (Jean) kann diesen Schlamassel wieder zurechtrücken. Doch dann ist da noch der Fluch, der Denz verfolgt, und schon bald trifft er einen Gleichgesinnten mit dem Namen Esteban Noviembre, der ebenfalls die Auswirkungen des Fluches verspürt...
Denz de Bayle und Esteban Noviembre sind zwei Haudegen, wie es im Buche steht. Dementsprechend spielt sich auch „The Cursed Crusade“ - ein Hack'n'Slay vom Feinsten! Es geht nicht wirklich um taktische Überlegungen oder große Ausweichmanöver, sondern einfach nur um den Kampf Mann gegen Mann. Ab und zu kommen Ihnen auch viele Feinde vor die Klinge, aber das ist kein Problem. Über 130 Waffen, mit denen Sie 400 Angriffe ausführen dürfen, lassen Sie stets siegreich sein. Darunter sind knappe 100 blutige Finishing Moves, wo auch schon mal ein Kopf durch die Gegend segelt. Grundsätzlich spielt sich „The Cursed Crusade“ sehr einfach ab, da sich im Grunde alles nur um Erforschung und Kampf dreht.
Sie können zwischen zehn verschiedenen Waffenslots (vier Waffentypen sind erlaubt) wählen, die Sie in jedem Level nach und nach füllen. Wenn Sie einen Gegner töten, können Sie ihm anschließend die Waffe abnehmen und diese gegen andere Feinde einsetzen. Durch das Drücken der Richtungstasten wechseln Sie fliegend zwischen den einzelnen Slots hin und her. Es ist beispielsweise möglich, mit Schwert und Schild zu kämpfen, aber auch mit Keule und Schwert, einem Einhandschwert oder einem normalen Speer. Je nach Situation bieten sich natürlich andere Waffen an, doch grundsätzlich haben Sie mit einer Waffengattung niemals ein Problem.
Bei gebührender Benutzung passiert es schon mal, dass die einzelnen Waffen den Geist aufgeben, und Sie sollten es nach Kräften vermeiden, nur mit einem Schwertgriff zu kämpfen. (Wobei, mit der richtigen Angriffstechnik ist es aber auch hier problemlos möglich, Kämpfe zu gewinnen.) Daher gilt: Augen auf und nicht nur blind herumschnetzeln, sondern auch manchmal die eigene Waffe durchzuchecken – ein Tastendruck reicht – und sie gegebenfalls auswechseln. Wechseln können Sie aber nicht nur die Waffe.
Als verfluchter Tempelritter haben Sie Zugriff auf eine Verwandlung: Wenn Sie den Templerfluch einsetzen, können Sie die Kraft der Hölle nutzen. Die Geschwindigkeit und Stärke von Denz und Esteban steigen dramatisch an, und Sie erhalten Fähigkeiten, die sich Sterbliche nicht einmal vorstellen können. Doch wie Sie schon im Tutorial erfahren, geht mit dem Fluch auch das Risiko einher, Ihr eigenes Leben zu verlieren. Denn der Tod lauert immer in den Schatten, stets darauf bedacht, die verfluchten Seelen in den Nexus zu bringen - dort, wo sie hingehören. Setzen Sie den Fluch also mit Bedacht ein! In jeder Stufe haben Sie also diese Werkzeuge zur Hand, um die erscheinenden Gegner gehörig zu verprügeln und anschließend einen weiteren Storyschnipsel rund um Denz de Bayle zu erleben.
Nach jedem Level erhalten Sie Siegpunkte, die Sie für bestimmte Ziele wie etwa „Töte XY“ oder „Öffne fünf Kisten“ sammeln können. Diese dürfen Sie dann für Attributspunkte wie Stärke, Lebensenergie, Rüstung und Templerfluch ausgeben, aber auch Ihre Fähigkeit im Umgang mit Einhandschwertern, Speeren, Zwei Waffen-Kampfstil und mehr steigern, was Ihnen mehrere und längere Kombinationen im Kampf ermöglicht. Auch die Fluchkraft wird sukzessive gesteigert, so können Sie sich schließlich heilen, Schwachpunkte bei Gebäuden entdecken und noch mehr. Über die 36 Missionen verteilt ist die Lernkurve ziemlich ausgeglichen.
Grafik und Sound
Optisch reißt „The Cursed Crusade“ keine Bäume aus, beispielsweise wirken eben diese gleich in der Introsequenz äußerst hingeklatscht. Auch die Texturen und Umgebungen sind teilweise unterdurchschnittlich, doch da, wo die Action abgeht, gibt es auch einiges zu sehen: Die Animationen sind im Kampf butterweich, die Gesichter passen ziemlich gut zu den Charakteren, die Lippensynchronisation ist bis auf wenige Aussetzer mehr als passabel, und die Effekte im Fluch-Modus tragen zu einer ganz eigenen Stimmung bei. Diese wird auch durch die guten Schnitte und interessanten Kameraeinstellungen weiter erhöht, und hier muss man ganz klar den Hut vor den Creative Designern von „The Cursed Crusade“ ziehen.
Soundmäßig haben die Entwickler versucht, im zwölften Jahrhundert zu bleiben und somit ohne große Orchester auszukommen. Es ist ruhig, die Musik passt jederzeit gut zum Geschehen und die Waffeneffekte klingen absolut stark. Kleinere Abzüge gibt es aber bei den Zwischensequenzen, da hier die eine oder andere Minute zum Feinschliff nicht investiert wurde und manche Samples vorzeitig abgebrochen werden. Wenn Sie also gerade nicht mit den Untertiteln mitlesen, kommt es schon mal vor, dass zwei, drei Sätze einfach nicht fertig gesprochen werden und der Sinn teils verloren geht.
Steuerung
In „The Cursed Crusade“ müssen Sie sich an das relativ schwerfällige Handling erst einmal gewöhnen: Offensive Spieler können nicht einfach ständig auf die Quadrat- oder Dreieck-Taste hämmern, um zum Erfolg zu kommen – zumindest nicht mit der anfänglichen Zweihandschwert-Ausrüstung. Hier gilt es tatsächlich, den kommenden Angriff abzuwehren, die anschließend fehlende Balance des Gegners auszunutzen und ihn dann so richtig mit Schlägen eindecken. Während Sie in „Dark Souls“ zweifelsohne das dynamischere und flexiblere Kampfsystem vorfinden, lässt Sie „The Cursed Crusade“ über ein ganz besonders einfaches und leicht erlernbares Kommandosystem verfügen. Haben Sie sich nämlich erst an den Rhythmus des Kampfes gewöhnt, ist auch die Schlacht gegen mehrere Gegner kein Problem.
Auch Quick-Time-Events haben es ins Spiel geschafft, und hier gibt es gleich etwas zu sagen: Nicht nur im Kampf erwarten Sie diese, sondern auch gleich zu Beginn, wo Sie dem Tod höchstpersönlich von der Schippe springen. Hier gilt es, gleichzeitig mit dem Analogstick Richtung Kirche zu laufen, während Sie mit dem Drücken des angezeigten Knopfes so lange warten, bis der Ring in der kreisförmigen Fläche verschwunden ist. Fies, da das Tutorial genau diesen Umstand nicht erwähnt, aber gut! Die KI, welche Esteban im Einzelspielermodus führt, macht ihre Sache wunderbar, und nicht selten hält er einen Gegner fest, bis Sie den Widersacher mit tödlicher Präzision in Scheiben schneiden...
Während Esteban schon im Singleplayer-Modus eine große Hilfe ist, macht es natürlich noch mehr Sinn, ihn von einem menschlichen Mitspieler ersetzen zu lassen. Dafür haben Sie die Optionen Koop-Modus und Online-Modus, die Ihnen genau diese Möglichkeit bieten. Wenn Sie sich lokal im Splitscreen durch die Feinde metzeln, macht „The Cursed Crusade“ so richtig Spaß, und um dies zu unterstreichen, gibt es hier von unserer Seite noch einen Koop-Trailer zum Spiel:
Die Stimmung, die während des Kämpfens erzeugt wird, ist einmalig, und auch die Zwischensequenzen tragen die anfänglich etwas mühselige Story gelungen bis zu Ihnen. Was allerdings ebenso in den Cutscenes auffällt, ist, dass oft leichtes Flimmern, Tearing und auch teils sinnfreie Sätze vorkommen. Hätte man sich hier noch ein bisschen mehr Zeit gelassen und diese kleinen Schwächen ausgebügelt, so wäre dies hier ein Top-Titel geworden, aber so bleibt „The Cursed Crusade“ leider „nur“ ein guter Titel für Koop-Freunde. Doch auch Einzelspieler dürfen mit der Kampagne ganz zufrieden sein, da sich die Protagonisten sehr authentisch verhalten und Sie im späteren Spielverlauf die beiden so gut kennenlernen, dass Sie sogar gewisse Reaktionen vorhersagen können.
„The Cursed Crusade“ ist ein etwas eigenes Kapitel. Viele Stärken wie das solide Kampfsystem, die Rollenspielelemente und das einfache Koop-Draufhauen treffen auf kleinere grafische Mängel sowie ein etwas repetitives Missionssystem. Unter dem Strich bleibt aber ein spaßiges Hack‘n‘Slay übrig, das sowohl mit seinen Aufrüstmechaniken, dem Fluchmodus und der Vielzahl an Waffen viele Pluspunkte sammelt. Wenn Sie das langatmige Tutorial überstanden haben, offenbart sich Ihnen mit „The Cursed Crusade“ ein Juwel, das vor allem zu zweit für unterhaltsame Stunden sorgt!
Die Vorteile für registrierte User auf GamingXP werden nach Abschluss der Beta-Phase noch weiter ausgebaut. Helfen Sie mit, das beste GamingXP aller Zeiten zu bauen!
Melde dich gleich jetzt für die Closed Beta des XP Clubs an! Es erwarten sich coole Community-Aktiväten und attraktive Preise! Hier geht's zum XP Club!